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AktuellLandkreis Osnabrück

Austausch, Weltoffenheit und Toleranz: Städtepartnerschaft zwischen Melle und Tweterand offiziell

von Hasepost 15. Januar 2026
von Hasepost 15. Januar 2026
Unterzeichnung Städtepartnerschaft zwischen Melle und Tweterand / Foto: Stadt Melle
22
📍Ort des Geschehens: Landkreis Osnabrück (Region)

Seit Freitagabend verbindet die deutsche Stadt Melle und die Stadt Twenterand im Königreich der Niederlande eine Städtepartnerschaft. Während eines Festaktes im historischen Rathaus in Melle-Mitte unterzeichneten Bürgermeisterin Jutta Dettmann und ihr niederländischer Amtskollege Gerrit Jan Gorter die entsprechenden Urkunden. Mit der neuen Verbindung baut die Stadt Melle ihr internationales Netzwerk weiter aus und unterstreicht ihr Bekenntnis zu grenzüberschreitendem Austausch, Weltoffenheit und Toleranz.

Ein historisches Ereignis

„Wir haben uns zu einem besonderen Anlass zusammengefunden, der nicht alle Tage stattfindet“, machte Bürgermeisterin Jutta Dettmann in ihrer Begrüßungsansprache deutlich. Die Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunden wertete die Rednerin als ein historisches Ereignis, von dem beide Kommunen dauerhaft profitieren werden. Frei nach dem Motto „Was lange währt, wird endlich gut“ erinnerte Dettmann daran, dass es die ersten Kontakte zwischen Melle und Twenterand im Jahre 2019 gegeben habe. Nach der Corona-Pandemie sei es einer Delegation aus Melle im Februar 2022 möglich gewesen, der Stadt Melle einen ersten Besuch abzustatten. In der Folgezeit habe es viele Gespräche gegeben, um die Städtepartnerschaft zwischen beiden Kommunen inhaltlich vorzubereiten.

Als besonders erfreulich bezeichnete die Rednerin die Tatsache, dass sich beide Räte einstimmig für die Besiegelung der Städtepartnerschaft ausgesprochen hätten: „Das ist ein starkes Zeichen in einer Zeit, in der der europäische Gedanke mehr in den Hintergrund zu rücken scheint.“ Mit der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunden werde ein klares Zeichen in Richtung gemeinsamer Aktivitäten gesetzt – unter anderem in den Bereichen Wirtschaft, Bildung, Kultur, Sport und EUREGIO. Durch die räumliche Nähe beider Städte seien die besten Voraussetzungen gegeben, die Partnerschaft mit Leben zu füllen. Jutta Dettmann schloss ihre Ansprache mit den Worten: „Wir hoffen, mit dieser Städtepartnerschaft zum Frieden in Europa beitragen zu können.“

Dann ergriff der Amtierende Bürgermeister der Stadt Twenterand, Gerrit Jan Gorter, das Wort. „Es ist mir eine große Freude, heute in Melle zu sein, um unsere gemeinsame Städtepartnerschaft zu besiegeln“, sagte er. Melle und Twenterand wiesen in ihren Strukturen viele Parallelen auf – geprägt von starken Ortsteilen, engagierten Bürgerinnen und Bürgern und einer gegenseitigen herzlichen Atmosphäre. Die neue Städtepartnerschaft werde von Menschen getragen, die stolz auf diese Verbindung seien. Und gerade dieser Aspekt biete die besten Voraussetzungen dafür, die Partnerschaft im Sinne eines vereinten Europas in eine gute Zukunft zu führen.

Demokratie, Freiheit und Zusammenhalt in Europa soll gestärkt werden

Der Beigeordnete und erster stellvertretende Bürgermeister von Twenterand, Mark Paters, und der Städtepartnerschaftsbeauftragte der Stadt Melle, Gottfried Müller, waren es, die in jeweils niederländischer und deutscher Sprache den Text der Partnerschaftsurkunden vorlasen.

Darin heißt es unter anderem: „In einer Zeit, in der Demokratie, Freiheit und Zusammenhalt in Europa vor neue Herausforderungen gestellt werden, sehen beide Städte ihre Partnerschaft als Ausdruck gelebter europäischer Solidarität, Menschlichkeit und Verantwortung. Im Rahmen ihrer Zuständigkeiten und Möglichkeiten werden sich beide Städte bemühen, ihre Beziehungen in den Bereichen Gesellschaft, Wirtschaft, Bildung, Kultur, Umwelt, Sport, Tourismus und Jugend zu vertiefen. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Zusammenführung und Förderung junger Menschen beider Kommunen. Zur Verwirklichung dieser Ziele werden insbesondere folgende Aktivitäten und Begegnungen durch die beiden Kommunen unterstützt und durchgeführt: Grenzüberschreitende kommunale Zusammenarbeit in Verwaltung und Daseinsvorsorge; Förderung der kulturellen und sozialen Begegnung sowie Zusammenarbeit durch gegenseitige Besuche von Delegationen, Organisationen und Vereinen beider Kommunen; Kooperationen auf wirtschaftlichem Gebiet mit Fokus auf nachhaltige Entwicklung, Innovationen und die Nutzung gemeinsamer Chancen in der Grenzregion Stärkung des europäischen Bewusstseins durch Austauschprogramme, gemeinsame Veranstaltungen und Projekte; Förderung von Schüler-, Jugend- und Studierendenbegegnungen, um interkulturelles Lernen zu ermöglichen; Durchführung gemeinsamer Projekte im Rahmen des Zweckverbands EUREGIO und europäischer Programme wie INTERREGIO und Erasmus+; Austausch im Bereich von Bildung, Kultur, Tourismus und Sport, zum Beispiel durch Partnerschaften von Schulen, Vereinen, Kultureinrichtungen usw.“

Festakt der Unterzeichnung

Im weiteren Verlauf der Feierstunde, die vom Duo „Saitenwirbeln“ von Monika Weigelt mit der Violine und Ralf Pohlschmidt mit Gitarre musikalisch umrahmt wurde, unterzeichneten Dettmann und der Gorter die Partnerschaftsurkunden.

Mit dem Austausch von Gastgeschenken und dem gemeinsam zur Melodie „Ode an die Freude“ gesungenen Lied „Frieden durch Gemeinschaft stärken“ begaben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Festaktes vor das Rathaus, um dort einen ganz besonderen Ohrenschmaus zu erleben: Auf dem Meller Glockenspiel ließ Marie-Louise Tralle unter anderem die niederländische und die deutsche Nationalhymne erklingen – ein musikalischer Schlussakkord, der von den Anwesenden mit dankbarem Beifall bedacht wurde.

Titelbild: Unterzeichnung der Städtepartnerschaftsurkunden durch Jutta Dettmann und Gerrit Jan Gorter. Mit im Bild: Gottfried Müller (rechts) und Mark Paters (links). 

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