Eine zugefallene Tür gehört zu den häufigsten Alltagskrisen in unseren Städten. Fünf Minuten beim Briefkasten, nicht aufgepasst – und schon liegt der Schlüssel noch zu Hause. Da braucht es schnelle Hilfe. Doch gerade hier entstehen häufig Unsicherheiten über Preise, Verfahren und Rechte der Verbraucher.
Gerade in Ballungsgebieten ist das Angebot groß, die Unterschiede in Qualität aber auch.
Preise und Preisgestaltung bei Türöffnungen
Viele Betroffene stellen sich unter Stress die Frage: Wieviel kostet ein Schlüsseldienst? Die Antwort hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören Tageszeit, Wochentag, Anfahrtsweg und die Art des Schlosses.
Verbraucherschutzorganisationen weisen darauf hin, dass einfache Türöffnungen an Werktagen tagsüber meist im unteren dreistelligen Bereich liegen. Zuschläge an Nacht, Wochenenden oder Feiertagen sind branchenüblich, sollten aber vorher klar abgesprochen werden. Entscheidend ist eine transparente Preisangabe schon am Telefon. Wer seriös arbeitet, nennt wenigstens einen typischen Preisrahmen und weist auf etwaige zusätzliche Kosten hin.
Zusatzleistungen wie beispielsweise der Austausch eines Schlosses dürfen nur wegen technischer Notwendigkeit und nur nach vorheriger Vereinbarung durchgeführt werden. Viele zugefallene Türen lassen sich auch ohne Beschädigungen öffnen.
Rechte der Verbraucher
Rechtsgeschäftlich handelt es sich bei einer Türöffnung um einen Werkvertrag. Der Handwerker muss also die vereinbarte Leistung zu dem im Voraus bestimmten Preis erbringen. Ist ein solcher Preis im Voraus nicht genannt worden, darf nur ein ortsüblicher Preis berechnet werden.
Wird eine überhöhte Rechnung gestellt, so kann der Zahlungspflichtige den in der Rechnung angegebenen Betrag erlegen und vorbehalten bezahlen lassen, dass er nicht auch mit diesem Betrag erfüllt habe.
Selbstverständlich muss eine Rechnung die Firma mit Anschrift, auch die Art der Leistungen, die Steuernummer enthalten, bar gezahlte Rechnungen ohne Quittung sind wertlos und machen eine spätere Klärung unmöglich. Seriöse Dienstleister lassen sich den Ausweis des Hilfesuchenden zeigen. Nur so kann geprüft werden, ob wirklich der Berechtigte die Tür öffnen lassen will. Können sich Hilfesuchende nicht ausweisen, wird meist eine Bestätigung durch Nachbarn oder Polizei notwendig sein.
Typische Fehler in der Notsituation
In der Hektik wird man in der Not schnell auf die erstbeste Telefonnummer aus einer Homeseite zurückgreifen. Hier verstecken sich unter Umständen Vermittlungszentralen und Lockangebote, die viel zu niedrig sind. Erstaunlich günstige Pauschalpreise sind in der Praxis immer nicht einhaltbar.
Wer nicht sicher nachfragt, ob hier auch wirklich keine Anfahrtskosten zu zahlen sind, und ob Zuschläge für besondere Leistungen wie z. B. den Schlossaustausch kommen, der muss danach viel Lehrgeld bezahlen. Jeder, der seriös arbeitet, muss prüfen, ob nicht auch eine beschädigungsfreie Türöffnung möglich ist.
Prävention und Vorbereitung
Wer in einer Großstadt lebt, kann vorsorgen, ein hinterlegter Ersatzschlüssel bei einer verlässlichen Person vermindert das Risiko eines kostspieligen Einsatzes. Und moderne Schließzylinder mit Not- und Gefahrenfunktion erlauben in vielen Fällen die Öffnung der Tür auch dann, wenn von innen ein Schlüssel steckt.
Mieter sollten ihre Hausratversicherung daraufhin überprüfen, ob bei manchen Tarifen die Kosten einer Notöffnung bis zu einem gewissen Betrag mit Rechnungslegung übernommen werden. Wer weiß, was ihm zusteht, welcher Preis üblich ist, wie der Ablauf vertrauenswürdig gestaltet ist, der kann auch in dieser unerfreulichen Lage gelassen werden. Informiert, wie er ist, wird er verhindern, dass er über den Tisch gezogen wird und dass schnelle Hilfe überdies noch zu teuer ist.