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Startseite AktuellAufschwung weiter nicht in Sicht: Wirtschaft in und um Osnabrück bleibt unter Druck
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Aufschwung weiter nicht in Sicht: Wirtschaft in und um Osnabrück bleibt unter Druck

von PM 20. Januar 2026
von PM 20. Januar 2026
Symbolbild IHK / Foto: Pohlmann
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📍Ort des Geschehens: Osnabrück (Gesamtstadt)

Ein konjunktureller Aufschwung der regionalen Wirtschaft in und um Osnabrück ist weiterhin nicht in Sicht. Der IHK-Konjunkturklimaindex hat sich gegenüber dem Vorquartal nochmals leicht verschlechtert und liegt mit 82 Punkten deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 97 Zählern. Diese Kernergebnisse ihrer aktuellen Konjunkturbefragung stellten die IHK Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim und Creditreform Osnabrück/Nordhorn Unger KG jetzt gemeinsam vor.

Kaum Verbesserung zu sehen

„Die wirtschaftliche Dynamik bleibt schwach, viele Unternehmen stehen weiter unter hohem Druck“, fasst IHK-Hauptgeschäftsführer Marco Graf die Ergebnisse zusammen. Zwar hat sich die aktuelle Geschäftslage gegenüber der Vorumfrage leicht verbessert, sie verharrt jedoch auf einem insgesamt sehr niedrigen Niveau. Gleichzeitig blicken die Betriebe nochmals deutlich pessimistischer als zuvor auf die kommenden Monate: Per Saldo rechnen 20 Prozent mit einer weiteren Verschlechterung der wirtschaftlichen Entwicklung (Vorquartal: 13 Prozent).

Ein wesentlicher Belastungsfaktor bleibt dabei die angespannte finanzielle Basis vieler Unternehmen. Nach Angaben von Creditreform verfügen inzwischen rund 30 Prozent der mittelständischen Betriebe über eine Eigenkapitalquote von unter zehn Prozent. „Die Resilienz der Firmen ist deutlich angespannt – schwierige Rahmenbedingungen und der strukturelle Wandel bringen viele Unternehmen zunehmend an ihre Grenzen“, unterstreicht Creditreform-Prokurist Armin Trojahn. Die nach den guten Jahren aufgebaute finanzielle Stabilität sei vielerorts weitgehend aufgezehrt.

Investitionsklima bleibt schwach

Diese schwache Eigenkapitalbasis verstärkt die ohnehin hohe Investitionszurückhaltung, sodass das Investitionsklima ausgesprochen schwach bleibt. Der IHK-Umfrage zufolge rechnen lediglich 15 Prozent der Unternehmen mit steigenden Investitionen, während 47 Prozent von sinkenden Investitionsausgaben ausgehen. Der daraus resultierende Saldo von minus 32 Punkten ist – mit Ausnahme des Corona-Einbruchs Anfang 2020 – der niedrigste Wert seit dem vierten Quartal 2008, dem Höhepunkt der weltweiten Finanzkrise.

Die Investitionsmotive unterstreichen zugleich die besondere Zurückhaltung: Im Vordergrund steht der Ersatzbedarf (64 Prozent), gefolgt von Rationalisierung (47 Prozent). Kapazitätserweiterungen spielen mit 22 Prozent der Nennungen nur noch eine untergeordnete Rolle.

Die aktuellen Branchetrends

Vor allem Industrie und Handel melden weiterhin rückläufige Aufträge. Während sich in der Bauwirtschaft die leichte Erholung aus den Vorquartalen fortsetzt, steht etwa das Verkehrsgewerbe weiterhin spürbar unter Druck. Die sonstige Dienstleistungswirtschaft zeigt sich insgesamt zwar stabiler als andere Branchen, allerdings werden sowohl die aktuelle Lage als auch die künftigen Erwartungen im Vergleich zum Vorquartal etwas schlechter beurteilt.

Diese Branchentrends spiegeln sich auch in den aktuellen Ausfallzahlen von Creditreform wider. Im IHK-Bezirk gelten derzeit 431 Unternehmen als Ausfall, also als zahlungsunfähig oder stark insolvenzgefährdet – nach 414 im Vorjahr. Die Ausfallquote ist damit von 1,43 auf 1,49 Prozent gestiegen, liegt jedoch weiterhin unter dem Bundeswert von 1,88 Prozent. Besonders hoch ist der wirtschaftliche Stress im Gastgewerbe mit einer Ausfallquote von 2,87 Prozent sowie im Baugewerbe (2,40 Prozent) und im Bereich Verkehr und Lagerei (2,36 Prozent). Auch im Handel bleibt die Lage mit einer Quote von 1,55 Prozent angespannt, während sich die Industrie mit 1,42 Prozent leicht stabilisiert hat.

Dass sich die Lage trotz zuletzt nur geringfügig steigender Ausfallquoten weiter zuspitzt, zeigt der Blick auf die Größenklassen der betroffenen Unternehmen: 2024 waren bei den 100 größten Ausfällen im IHK-Bezirk Umsätze von rund 400 Millionen Euro betroffen, 2025 waren es bereits rund 475 Millionen Euro. Zudem sind inzwischen mindestens 4.500 Arbeitsplätze in der Region direkt von wirtschaftlichen Schieflagen betroffen.

Graf und Trojahn fordern Reformen

Vor dem Hintergrund der angespannten konjunkturellen Lage und der weiterhin hohen Ausfallzahlen wird deutlich, dass die Politik jetzt entschlossen handeln muss. „Die Erwartungen der Wirtschaft an einen ‚Herbst der Reformen‘ haben sich bislang nicht erfüllt. Gute Ansätze wie der Investitionsturbo, das Infrastrukturpaket oder zuletzt die Modernisierungs-Agenda sind vorhanden – doch die Umsetzung ist viel zu langsam.“ Die aktuellen Vorstöße zur Erbschaftssteuer wiesen zudem in eine völlig falsche Richtung. Die Regierung sei gut beraten, die Steuern rasch zu senken und nicht etwa zu erhöhen.

„Das Jahr 2026 muss das Jahr der Reformen werden“, betonen Graf und Trojahn. „Wirtschaftliches Wachstum ist die Voraussetzung für Wohlstand, Beschäftigung und stabile soziale Sicherungssysteme. Die Politik muss die Weichen jetzt klar auf Wachstum stellen: mit spürbaren Entlastungen zum Beispiel bei den Energiepreisen und bei der Bürokratie sowie mit verlässlichen Rahmenbedingungen, die Investitionen wieder attraktiv machen. Nur wenn aus politischen Ankündigungen zügig konkrete Verbesserungen werden, kann das Vertrauen der Unternehmen zurückkehren – und damit die Grundlage für einen nachhaltigen Aufschwung.“

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PM

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