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Startseite AktuellAuch Theaterspielplan 23/24 im Zeichen des transkulturellen Austauschs
AktuellKulturOsnabrück

Auch Theaterspielplan 23/24 im Zeichen des transkulturellen Austauschs

von Julian Dayan 16. Mai 2023
von Julian Dayan 16. Mai 2023
Ensemble. / Foto: Theater Osnabrück
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Die kommende Theaterspielzeit für die Saison 23/24 steht wie die vorherige Spielzeit im Zeichen des transnationalen Austauschs. Das Osnabrücker Theater beschäftigt sich vor allem mit dem diesjährigen Partnerland Polen. Der Fokus liegt sowohl auf Osnabrückerinnen und Osnabrücker mit polnischen Wurzeln als auch auf die in Polen lebenden Bürgerinnen und Bürger. 

Insgesamt zeigten sich Direktion und Theaterleitung zuversichtlich bezüglich der kommenden Spielzeit. Es ist die dritte Spielzeit, die die Theaterleitung in der jetzigen Konstellation samt Geschäftsführung, Direktion und Regisseuren durchläuft. Hauptleiter Ulrich Mokrusch ist mit der vergangenen Spielzeiten zufrieden. Mit einer Besucherauslastung von 75 Prozent befände sich das Theater fast auf dem Niveau vor der Pandemie. „Zwar haben wir durch die Corona-Zeit viele Abonnenten verloren, seit den letzten Herbstferien erholt sich dieser Zustand jedoch stetig“, freut sich der Intendant und Geschäftsführer des Osnabrücker Theaters.

Die Leitung des Osnabrücker Theaters stellt den Plan für die Spielzeit 23/24 vor. V.l.n.r.: Matthias Köhn, Juliane Piontek, Britta Aliena Horwath, Norbert Schmittberg, Andreas Hotz, Ulrich Mokrusch, Christian Schlüter, Claudia Lowin und Tanja Springer / Foto: Dayan

Die Leitung des Osnabrücker Theaters stellt den Plan für die Spielzeit 23/24 vor. V.l.n.r.: Matthias Köhn, Juliane Piontek, Britta Aliena Horwath, Norbert Schmittberg, Andreas Hotz, Ulrich Mokrusch, Christian Schlüter, Claudia Lowin und Tanja Springer / Foto: Dayan

Was ändert sich, was bleibt?

Mit insgesamt 25 Premieren kündigt das Theater ein neues buntgefülltes Programm an. Während sich die Spielzeit 22/23 dem Land Syrien widmete, stehen nun unter anderem die polnischen Geschichten im Fokus. Des Weiteren öffnet das Peace Dance Festival (26. Juni bis 6. Juli) seine Pforten rund um den Themenkomplex „Krieg und Frieden“ sowie das gesellschaftliche Zusammenleben aus.

Wie im letzten jahr lässt die Theaterführung mit der Marketing Osnabrück GmbH die Theaterführung den Theater Beach vom 11. August bis zum 9. September neu aufleben. Dazu werden laut Theaterleitung keine Steuergelder, sondern lediglich Sponsorengelder der am Event beteiligten Unternehmen genutzt. Auch Bewährtes wird in dieser Spielzeit zu sehen sein: Am Domhof werden Musicals wie „Titanic“ oder „Singin‘ in the Rain“ erneut gespielt.

Theater mit Augenmerk auf polnische Geschichten

Bezüglich des transnationalen Mottos erklärt Mokrusch: „Die Vielfalt der Themen wird von den Besuchern wahrgenommen und angenommen.“ Nicht nur der Theater Beach fährt mit polnischen Bands, Tänzern und Schauspielern auf. Vielmehr wurden zahlreiche Stücke mit polnischer Beteiligung in den Theatersaal Osnabrücks geholt.

Von den Geschichten der Krakauer Ghettos bis hin zu den aktuellen Geschichten junger Polen: Sowohl mit polnischen Gastspielenden als auch mit polnischen Osnabrückerinnen und Osnabrückern wird die „polnische Theaterlandschaft aufgegriffen und nach Osnabrück getragen“, betont die leitende Dramaturgin Claudia Lowin. Auch mit Tanzaufführungen wie „Holland/Le Chat Noir“ wird das Thema Herkunft aufgegriffen, auf eine teilweise wehmütige Art und Weise.

Buntes Programm für Familie, Jugend und Co.

Am Emma-Theater sind weitere Stücke für Kinder, Jugendliche sowie junge Erwachsene vorgesehen. Im Schauspiel „Andere Leute“ nach dem Roman von Dorota Masłowska geht es um vier Protagonisten, die in Warschau auf Sinn- und Glückssuche sind. Laut Tanja Springer, künstlerische Leiterin Junge Bühne und Transkulturelles, besitzen die unterschiedlichen Charaktere eine „große theatralische Spannkraft“ – vom Rapper-Dasein bis zur Rossmann-Anstellung.

Das Stück „Kinder der Zeit“ bezieht sich auf die Situation zwischen den transkulturellen Lebenswelten. Es handelt sich um ein Rechercheprojekt zu polnischen Menschen aus Osnabrück, das die unterschiedlichen Erfahrungen zwischen den einzelnen Generationen thematisiert. Dadurch definiere sich auch der Begriff Heimat völlig individuell.

Die Vorstellung „(R)Evolution“ bezieht sich auf die Künstliche Intelligenz samt ihrer alltäglichen Auswirkungen im menschlichen Alltag. Hier erwähnt Springer, das Schauspiel greife eben keine kulturpessimistische Perspektive auf, anders als in sonstigen dystopischen Darstellungen rund um das Thema KI. Es besteht der Versuch, die verschiedensten Szenarien zu durchleuchten, vom Vorteil nie da gewesener technologischen Möglichkeiten bis zur ethisch umstrittenen genetischen Optimierung der Kinderplanung.

Eine weitere Besonderheit bietet das Schauspiel „Istanbul“ am Domhof. „Besonders Schulklassen konnten in der letzten Spielzeit etwas mit dieser Aufführung anfangen“, so Springer. Die transkulturellen Bemühungen hätten besonders im Falle dieses Spiels gefruchtet. „Hier haben wir es geschafft Menschen ins Theater zu bringen, die sonst nicht hierher finden.“

Ein Blick in die Zukunft

Logistisch und bezüglich der Räumlichkeiten ändert sich vorerst nichts für Besucherinnen und Besucher. Jedoch ist für 2028 der Beginn einer dreijährigen Sanierung des Theatergebäudes vorgesehen. Zwecks Energieverordnungen gestaltet sich die Umsetzung aber schwierig, da laut Mokrusch „eine effizientere Energienutzung zusätzliche räumliche Kapazitäten benötigt“. Zum Beispiel müssten die Probebühnen nach außen verlegt werden, hinzu kämen erhöhte Energiekosten durch Inflation. Ein Zurückfinden der Preise auf Vorkriegsniveau stellte der Intendant und Geschäftsführer nicht in Aussicht.

Andererseits ließe sich eine solche Investition mit der Bedeutung der kulturellen Begegnung legitimieren. Um im Theater nach wie vor ein gesellschaftliches Miteinander erleben zu können, wollen die operativen Akteure das kulturelle Angebot bezahlbar lassen. So werden die hinteren Sitzreihen den Preis von 19 Euro nicht überschreiten, egal für welche Aufführung.

 

Den genauen Spielplan und die dazugehörigen Termine sowie Orte finden Sie hier.

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Julian Dayan

Julian Dayan ist seit dem Mai 2023 im Team der Hasepost und unterstützt die Redaktion als Praktikant.

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