Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, will im Sommer aus seinem Amt ausscheiden und sich einer neuen beruflichen Aufgabe zuwenden. Nach eigenen Angaben sieht er nach insgesamt rund zwölf Jahren Tätigkeit im Bereich Antisemitismusbekämpfung und Holocausterinnerung den Zeitpunkt für einen Wechsel gekommen. Wer seine Nachfolge antreten wird, ist noch offen.
Felix Klein erklärte der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, dass er nach einer langen Phase der Beschäftigung mit Antisemitismus und Holocausterinnerung einen beruflichen Neuanfang anstrebe. „Nach dann rund acht Jahren in diesem Amt und vier weiteren Jahren, in denen ich mich im Auswärtigen Amt mit Antisemitismus und Holocausterinnerung beschäftigt habe, hielt ich es für an der Zeit, mich beruflich einem neuen Thema zuzuwenden“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.
Beruflicher Hintergrund und Amtsverständnis
Zu seinem beruflichen Werdegang sagte Felix Klein der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“: „Mein Hintergrund ist ein diplomatischer, und im Auswärtigen Amt hat man das Rotationsprinzip, das ohnehin alle vier Jahre einen Wechsel vorsieht.“ Kontinuität sei für seine Aufgabe gleichwohl zentral: „Kontinuität ist eine wichtige Voraussetzung, um diese Arbeit gut zu machen, aber es tut dem Amt ebenfalls gut, wenn nach einer Zeit jemand anderes übernimmt. Es war etwas Besonderes, als Beamter in dieses politische Amt zu kommen, neue Strukturen aufzubauen, der Erste in diesem Amt zu sein.“
„Das Amt kann man gar nicht still ausüben“
Inhaltlich ordnete Felix Klein seine Tätigkeit als Antisemitismusbeauftragter als stark sichtbar und gesellschaftspolitisch exponiert ein. „Aus meiner Sicht gibt es kaum ein Amt, bei dem man so im Mittelpunkt gesellschaftspolitischer Debatten steht wie in seinem“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Er betonte den Querschnittscharakter seines Arbeitsgebiets: „Antisemitismusbekämpfung ist ein Querschnittsthema, ich habe in meiner Amtszeit mit allen Ressorts der Bundesregierungen Kontakt gehabt, Projekte besprochen und Antisemitismus bekämpft.“
Diese Arbeit sei nicht frei von Konflikten, so Felix Klein weiter gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“: „Das löst auch Kontroversen aus. Ich hätte etwas falsch gemacht, wenn es nicht so gewesen wäre. Das Amt kann man gar nicht still ausüben. Wenn man etwas verändern will, muss man auch mal laut werden. Das habe ich nach Kräften versucht.“
Offene Nachfolge und Rolle des Zentralrats
Wer auf Felix Klein folgen wird, ist nach seinen Angaben derzeit noch unklar. „Noch ist offen, wer auf Klein folgt“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Zur Rolle des Bundesinnenministeriums und der weiteren Schritte erklärte er: „Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hat mir gesagt, dass er sich persönlich um die Nachfolge kümmern wird.“
Mit Blick auf mögliche Kandidaturen zeigte sich Felix Klein in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ zuversichtlich: „Es gibt gute Kandidaten, und ich bin sehr zuversichtlich, dass die Bundesregierung eine gute Entscheidung treffen wird. Ganz wichtig ist, dass die Person die Unterstützung des Zentralrats der Juden bekommt, sonst kann man das Amt nicht gut ausführen.“
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