Dieser „Anschlag“ ging aus Sicht der Verursacher wohl schief – es gab nur ein wenig „Mief“, statt eines Abbruchs der Veranstaltung, die für Jobs bei Polizei, Zoll und Bundeswehr warb.
Mit nur kurzer zeitlicher Verzögerung startete am Donnerstagnachmittag die Messe „Berufe in Uniform“ im Jobcenter der Agentur für Arbeit in Osnabrück. Eine festgestellte „Geruchsbelästigung“ im Berufsinformationszentrum im Erdgeschoss hatte zuvor dafür gesorgt, dass die Veranstaltung kurzerhand in einen anderen Sitzungsraum verlegt werden musste, so der Pressesprecher der Arbeitsagentur Osnabrück, Volkmar Lenzen, auf Nachfrage unserer Redaktion.
„Autonome Stinktiere“ wollten Berufsmesse in der Arbeitsagentur verhindern
Die Stinke-Attentäter, eine bislang öffentlich noch nicht in Erscheinung getretene Gruppierung namens „autonome Stinktiere“, rühmt sich in einem Bekennerschreiben, eine „Stinkflüssigkeit“ in den Räumen verteilt zu haben. Dazu hätten sie „all ihre Kräfte zusammengenommen“, heißt es in dem Bekennerschreiben, das auf der vom Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) als gesichert linksextremistische Bestrebung eingestuften und beobachteten Onlineplattform „Indymedia“ veröffentlicht wurde.
In einer begleitend über einen anonymen Mailingdienst versendeten E-Mail wird die stinkende Substanz konkret als „Buttersäure“ bezeichnet. Dabei handelt es sich um einen Gefahrstoff, der unter anderem schwere Verätzungen der Haut und schwere Augenschäden auslösen kann.
ABC-Alarm wurde vorsorglich ausgelöst – am Freitag wurde geputzt und gewischt
Doch ganz so schlimm ist es offenbar nicht gewesen: Der Pressesprecher der Agentur für Arbeit erklärte auf Nachfrage, man habe zwar vorsorglich ABC-Alarm ausgelöst, und betroffene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konnten sich ärztlich untersuchen lassen. Es sei aber „einigermaßen glimpflich“ ausgegangen; nur vereinzelt hätten Kolleginnen und Kollegen über Kopfschmerzen und Übelkeit geklagt. Eine Strafanzeige sei inzwischen gestellt worden.
Am Freitagvormittag war der Erdgeschossbereich der Agentur für Arbeit für Reinigungsarbeiten gesperrt. Der Kundenbetrieb konnte jedoch in anderen Räumen ohne Einschränkungen fortgeführt werden.
Staatsschutz der Polizei ermittelt gegen die Stinke-Attentäter
Auf Nachfrage unserer Redaktion erklärte Polizeipresseprecher Jannis Gervelmeyer, dass der Staatsschutz der Polizei die Ermittlungen aufgenommen habe. Für die Verursacher der Störung wohl das Feindbild schlechthin: Die Ordnungshüter werden im Bekennerschreiben als „die prügelnde Hand [des] staatliche[n] Gewaltmonopol[s]“ beschrieben, welche „die bestehenden Verhältnisse mit Gewalt durchzusetzen“ würden.

Berufsinformationszentrum (BIZ) der Agentur für Arbeit Osnabrück / Foto: Pohlmann
Berufsmesse lockte zahlreiche Jugendliche an die Stände von Polizei, Zoll und Bundeswehr
HASEPOST-Praktikantin Laura Hilgert war am Donnerstagnachmittag zur Eröffnung vor Ort und berichtete von zahlreichen Jugendlichen, die sich nach Karrieremöglichkeiten bei Polizei, Zoll und Bundeswehr erkundigten. Während einige der jungen Besucherinnen und Besucher genau wussten, ob sie zum Informationsstand der Bundespolizei, der Landespolizei, des Zolls oder der Bundeswehr gehen wollten, hatten andere noch keinen konkreten Plan.„Ich glaube schon, dass die Veranstaltung gut dafür ist, sich Fragen beantworten zu lassen“, so ein Schüler, dem der Infotag von der Schule für diejenigen empfohlen wurde, die vielleicht noch nicht wissen, was sie beruflich machen wollen.
Die Vertreter der Institutionen berichteten an ihren Infoständen über den Berufsalltag, die Vielseitigkeit der abgedeckten Bereiche, die Einstiegsmöglichkeiten und teilweise auch über das Einkommen. Ein Vertreter der Bundespolizei erklärte, dass man so gerade lokal und nicht nur online Kontakt mit Jugendlichen in der Berufsorientierungsphase aufnehmen könne. Ein Landespolizeivertreter machte deutlich, dass man auf diese Weise zeigen könne, dass hinter den Uniformen auch nur Menschen stehen, wodurch der Beruf möglicherweise nahbarer werde.
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