Der Bundesvorstand der AfD hat nach einem Bericht der „Welt“ am Montagabend einstimmig darauf verzichtet, einen bereits vorbereiteten Parteiausschlussantrag gegen den Jugend-Funktionär Kevin Dorow weiterzuverfolgen. Stattdessen wurde demnach ein Kompromiss geschlossen, wonach Dorow von all seinen Ämtern zurücktritt und die Parteispitze beim Landesschiedsgericht der AfD Schleswig-Holstein eine zweijährige Ämtersperre beantragen will.
AfD-Funktionär Dorow tritt von allen Ämtern zurück
Der 27-jährige Kevin Dorow war bislang Beisitzer im Bundesvorstand des Jugendverbands Generation Deutschland (GD), Beisitzer im schleswig-holsteinischen Landesvorstand der AfD sowie Vize-Fraktionschef im Kreistag Rendsburg-Eckernförde. Laut „Welt“ einigte sich der AfD-Bundesvorstand mit Dorow auf einen Deal: Dorow legt alle seine Partei- und Jugendverbandsämter nieder, im Gegenzug beantragt die Parteiführung beim Landesschiedsgericht Schleswig-Holstein lediglich eine zweijährige Ämtersperre anstelle eines Parteiausschlusses.
Vorwürfe der Nähe zum Nationalsozialismus
In dem im Februar formulierten Ausschlussantrag hatte der AfD-Bundesvorstand nach Angaben aus dem Schreiben einen schweren Vorwurf gegen Dorow erhoben. Vier Äußerungen Dorows legten demnach „jedenfalls in ihrer Gesamtheit offensichtlich eine Nähe zum Nationalsozialismus“ nahe. Weiter hieß es, die AfD wolle nicht mit „den Nationalsozialismus gutheißenden Einstellungen“ in Verbindung gebracht werden. Durch die Vorgänge sei Dorow „als Parteimitglied untragbar“ geworden, zudem habe er der AfD „schwer geschadet“.
Bekannt wurde das Ausschlussverfahren durch einen Bericht von Politico. In der Folge hatten zahlreiche Funktionäre und Mandatsträger der Partei scharfe Kritik am Bundesvorstand geübt.
Reaktionen von Dorow und GD-Vorsitzendem Hohm
Gegenüber der „Welt“ erklärte Dorow zu der nun gefundenen Lösung: „Ich begrüße die Entscheidung des Bundesvorstands, das Parteiausschlussverfahren zurückzuziehen.“ Weiter sagte er: „Um diesen Kompromiss zu ermöglichen, die aktuelle Personaldiskussion zu befrieden und den Fokus wieder auf die politische Sacharbeit zu richten, bin ich von allen Ämtern in Partei und Jugendorganisation zurückgetreten.“
GD-Bundesvorsitzender Jean-Pascal Hohm äußerte sich ebenfalls in der „Welt“ zu dem Vorgehen des Bundesvorstands. Er sagte: „Ich hätte mir eine vollständige Rücknahme der Parteiordnungsmaßnahme gewünscht, da ich sie nach wie vor für sachlich überzogen halte. Der nun gefundene Kompromiss zeigt jedoch, dass AfD und Generation Deutschland bereit sind, aufeinander zuzugehen und gemeinsam tragfähige Lösungen zu finden.“
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