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Startseite AktuellMösers Meinung – zum Thema „Willkür“
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Mösers Meinung – zum Thema „Willkür“

von Justus Möser 4. Dezember 2015
von Justus Möser 4. Dezember 2015
HASEPOST Redaktion
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Guten Abend,

ich bin auf der Suche nach dem großen Glück in Osnabrück!
Manchmal glaube ich, daß ich kurz davor bin, es zu finden. Manchmal scheint es aber auch unerreichbar weit weg zu sein. Jetzt in der Adventszeit ist das Glück oft greifbar nahe. Zum Beispiel auf dem Weihnachtsmarkt. Dort kann man jede Menge glückliche Menschen treffen, deren Augen freudig strahlen. Vielleicht liegt das am Glühwein, ich weiß es nicht.
Vor ein paar Tagen war ich auf dem schicken neuen Weihnachtsmarkt am Neumarkt. „Nicht schlecht, Herr Specht!“ dachte ich bei mir. Es war sogar nicht am regnen, für Osnabrücker Verhältnisse herrschte auf diesem Weihnachtsmarkt ein fast schon mediterranes Lebensgefühl. Passend dazu hatten die weisen Ratsherren und -damen unserer Hasemetropole den Autoverkehr bis auf ein paar Busse vom Neumarkt verbannt. Diese Maßnahme war aber nicht dem Weihnachtsmarkt geschuldet, sondern gilt jetzt schon seit anderthalb Jahren. Nachdem ich mir höchstselbst ein paar Glühwein gegönnt hatte, mußte ich plötzlich über den Nutzen einer Sperrung des Neumarktes für den Autoverkehr in unserer Stadt nachdenken. Bilder kamen mir in den Sinn: Familienväter, die morgens eine Stunde früher aufstehen müssen, um pünktlich zur Arbeit zu kommen. Fernfahrer, die in ihrem eng getakteten Zeitplan noch mehr unter Druck stehen. Blechlawinen am Wall. Wertvolle Lebenszeit, die den Bürgern geklaut wird, weil sie in der Innenstadt im Stau stehen.
Meine einigermaßen gute Laune war mit einem Mal dahin. Ganz unwillkürlich fiel mir das Wort Willkür ein. Laut Duden ist Willkür ein „die allgemein geltenden Maßstäbe, Gesetze, die Rechte, Interessen anderer mißachtendes, an den eigenen Interessen ausgerichtetes und die eigene Macht nutzendes Handeln, Verhalten.“ Für mich persönlich ist Willkür eine zutiefst verabscheuungswürdige Spielart des menschlichen Charakters. Willkür ist der Mißbrauch von Macht, die Überordnung von eigenen Interessen über das Allgemeinwohl unter dem Deckmantel fadenscheiniger Ausreden und Begründungen. Und mich beschlich das ungute Gefühl, daß die Sperrung des Neumarktes ein willkürlicher Akt ist.

Mösers Meinung Willkür

Nachdem ich den Weihnachtsmarkt verlassen hatte, bin ich noch ein wenig am Neumarkt umhergeschlendert. So richtig vorweihnachtliche Stimmung wollte bei mir jetzt nicht mehr aufkommen. Ich bewunderte das Hasehaus, das architektonisch wirklich ein Highlight für unsere Stadt ist. Es ist auch ein Beleg dafür, wozu Menschen fähig sind, wenn man sie denn gewähren läßt. Das Hasehaus zeigt den Osnabrückern, was für schöne und kreative Dinge wir Menschen schaffen können, wenn uns nicht ständig jemand in unser Leben hineinredet und uns vorschreibt, was wir zu tun und zu lassen haben. Die Kreativität ist das, was uns auszeichnet, was uns von den Tieren unterscheidet. Und wie ich da so an der Ecke zum Kollegienwall stand, mit knurrendem Magen und unschlüssig, ob ich zum Italiener oder zum Japaner gehen sollte, da fiel mein Blick auf die zahlreichen Verkehrsschilder, die den armen Autofahrern die Sperrung des Neumarktes mit aller Staatsmacht verdeutlichen. Hier findet jegliche Kreativität ihre natürlichen Grenzen.

Nun wird schon seit geraumer Zeit am Neumarkt gar nicht mehr gearbeitet und irgendeine bauliche Maßnahme durchgeführt, die Sperrung ist im Grunde unnötig. Aber sie wird von der politischen Mehrheit im Rat wider besseres Wissen mit aller Gewalt aufrechterhalten. Als Begründung dient mittlerweile der erhoffte Baubeginn für ein Shopping-Center. Allerdings kann niemand sagen, wann und ob dieses Shopping-Center überhaupt jemals errichtet wird. Ich bin vom Verhalten der verantwortlichen Politiker befremdet und ich frage mich, wem die Sperrung des Neumarktes eigentlich dient. Hier herrscht nach wie vor keine verkehrsfreie Zone, der Neumarkt ist kein Ort, der zum Flanieren einlädt. Fußgänger müssen an Ampeln warten, um ihn zu überqueren, alles wirkt provisorisch, unschön, lieblos. Politisches Handeln muß dem Wohl der Bürger dienen. Aber am wichtigsten scheint den verantwortlichen Politikern zu sein, daß sie mit ihrem Dickkopf durchkommen. Es ist egal, wieviel tausende von Autofahrern jeden Tag wertvolle Zeit im Chaos am Wall verlieren, es ist egal, wieviel Schadstoffe täglich aufgrund der Neumarktsperrung zusätzlich durch die Luft geblasen werden. Hier geht es ums Prinzip. Am Neumarkt soll politische Macht demonstriert werden. Das nützt zwar niemandem, aber es gibt einigen politisch Verantwortlichen in der Hasemetropole offensichtlich ein gutes Gefühl. Ich nenne solch ein Handeln Willkür. Zu meiner Zeit wären wir dafür mit Schimpf und Schande vor die Tore der Stadt gejagt worden. Zumindest hätten wir uns eine wirklich gute Erklärung für solch einen Blödsinn ausdenken müssen. Die vermisse ich von der Ratsmehrheit bis heute. Gebt euch doch einfach einen Ruck. Gebt den Neumarkt ganz willkürlich wieder für den Autoverkehr frei. Ihr wißt doch selbst, daß das für unsere Stadt das Beste wäre. Macht uns glücklich!

Ich wünsche allen Hasepost-Lesern ein schönes Wochenende und einen friedlichen zweiten Advent.

Ihr

Justus Möser

Hier alle bislang erschienenen Kolumnen von Justus Möser.

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Justus Möser

Justus ist unser "ältester Mitarbeiter", seit 1720 wandelt er durch unsere Stadt - wobei er inzwischen eher "geistert". Sein Vertreter in der Gegenwart ist unser Autor Wolfgang Niemeyer, der sich in dieser Kolumne regelmäßig darüber Gedanken macht „was würde Möser dazu meinen“?

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