Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) stellt sich hinter die Entscheidung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), den USA im Iran-Krieg keine militärische Unterstützung zu gewähren. In einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ sprach er sich klar gegen eine Beteiligung Deutschlands an einer militärischen Intervention zur Öffnung der Straße von Hormus aus und zog Parallelen zum Vietnamkrieg.
Schröder unterstützt Kurs von Merz
Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) hat die Linie von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ausdrücklich gelobt, den USA im Iran-Krieg eine militärische Unterstützung zu verweigern. „Das kann man nicht machen, auf gar keinen Fall“, sagte Schröder der „Süddeutschen Zeitung“ zu der Frage, ob sich Deutschland an einer militärischen Intervention beteiligen solle, um wieder einen Öltransport durch die vom Iran blockierte Straße von Hormus zu ermöglichen.
Kritik an Vorgehen der USA und Israels
Mit Blick auf das Vorgehen der USA und Israels äußerte sich Schröder in der „Süddeutschen Zeitung“ scharf. „Was die Amerikaner und die Israelis da tun, das finde ich zum Verzweifeln. Das ist im Grunde ein Krieg, der auch aus ideologischen Gründen geführt wird, den man nicht wirklich gewinnen kann, und der mich sehr an den Vietnamkrieg erinnert“, sagte Schröder. Man habe unterschätzt, wie gefestigt ein religiöses Regime nach so vielen Jahren sei. „Hier wird ja – in Anführungsstrichen – aus Sicht vieler Iraner auch ein Stellvertreter Gottes angegriffen und nicht nur der Führer einer normalen Zivilmacht.“
Rückblick auf Irak-Krieg und Rolle Ramsteins
Zugleich räumte Schröder gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ ein, dass er zwar 2003 ein deutsches Nein zum Krieg der USA im Irak erklärt habe, aber so wie Merz heute im Fall des Iran-Krieges eine uneingeschränkte Nutzung der US Air Base in Ramstein (Rheinland-Pfalz) ermöglicht habe. „Viele in meiner Partei wollten, dass ich da hart durchgreife. Aber ich sagte denen, ich soll den Flugplatz sperren? Wie stellt ihr euch das vor, das bedeutet das Ende des deutsch-amerikanischen Verhältnisses“, so Schröder. „Natürlich haben wir denen die Flugplätze zur Verfügung gestellt, auch die Überflugrechte erteilt. Aber was zählte, war dass wir bei dem Krieg nicht mitmachen.“
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