In den frühen Morgenstunden haben Ermittler des Bundeskriminalamts Wohnungen und Objekte
aus Wismar. Zusammen mit sieben weiteren Angeklagten steht der heute 19 Jahre alte R. seit Anfang März vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Hamburg. Die Anklage gegen die acht 15- bis 22-Jährigen umfasst zahlreiche Punkte, darunter Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, versuchter Mord bzw. Beihilfe dazu, Brandstiftung und Körperverletzungen. So sollen zwei der Angeklagten im Oktober 2024 ein Kulturzentrum in Altdöbern in Brandenburg angezündet haben, während die Betreiber mit ihrem Kind und einem weiteren Bewohner im Haus schliefen. Sie konnten sich retten, aber das Gebäude brannte nieder. Im Januar 2025 sollen weitere mutmaßliche Mitglieder der Gruppe versucht haben, eine bewohnte Flüchtlingsunterkunft im thüringischen Schmölln in Brand zu setzen. Andere aus der Chatgruppe sollen danach einen Anschlag auf ein Asylbewerberheim in Senftenberg (Brandenburg) vorbereitet haben, bei dem Menschen getötet werden sollten.
Vater des Verdächtigen in rechtsextremer Szene aktiv
Noch bevor dieser Plan umgesetzt wurde, nahm die Polizei zunächst drei Verdächtige fest. Einige Wochen später folgten die weiteren fünf. Auch Jason R.s Vater ist mittlerweile in den Fokus von Ermittlern geraten. Nach NDR-Recherchen ist dieser ebenfalls Teil der rechtsradikalen Szene. Fotos und Videos von rechtsradikalen Demonstrationen zeigen ihn in szenetypischer Kleidung wie Springerstiefeln und einem T-Shirt einer rechtsradikalen Band. Auf eine Anfrage des NDR hat der Mann nicht reagiert. Auf den Bildern ist der Mann immer wieder in Begleitung von Mitgliedern der rechtsradikalen Kameradschaft ‚Aryan Circle Germany‘ zu sehen. Auch er selbst behauptete laut Ermittlern, Mitglied der Gruppe zu sein. Nach Recherchen des NDR hatten ‚Aryan Circle‘-Mitglieder zeitweise darauf gedrängt, die LVW in ihre Kameradschaft aufzunehmen – so berichtete es ein ehemaliges LVW-Mitglied dem NDR.
Rechtsextreme Gruppe unterstützte mutmaßlichen Täter
Erkenntnisse von Ermittlern stützen diese Aussage. Doch dazu ist es wohl nicht gekommen. Dennoch soll Jason R. von einem ‚Aryan Circle‘-Mitglied unterstützt worden sein. So habe er von diesem den Tipp bekommen, seine Chatinhalte zu löschen, weil nach den Brandanschlägen mit Razzien zu rechnen sei. Zudem soll R. zu regelmäßigen ‚Kampftrainings‘ eingeladen worden sein, bei denen die Teilnehmer auch Konfrontationen bei Demos übten. Wenige Wochen nach dieser Einladung wurde Jason R. festgenommen.
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