Die Internationale Energieagentur (IEA) will mit der Freigabe von 400 Millionen Barrel Öl aus Notreserven den durch den Krieg im Nahen Osten belasteten Weltölmarkt stabilisieren. Die 32 Mitgliedsländer einigten sich am Mittwoch in einer außerordentlichen Sitzung einstimmig auf diesen Schritt, wie die Organisation mitteilte. Nach IEA-Angaben sind die Ölströme durch die Straße von Hormus seit Beginn des Kriegs von Israel und den USA gegen den Iran massiv eingeschränkt.
IEA setzt auf globale Antwort auf Marktstörungen
Die 32 IEA-Mitgliedsländer beschlossen nach Angaben der Organisation am Mittwoch einstimmig, 400 Millionen Barrel Öl aus ihren Notreserven für den Markt freizugeben. Ziel sei es, „den Störungen auf den Ölmärkten entgegenzuwirken, die durch den Krieg im Nahen Osten verursacht wurden“, teilte die IEA nach einer kurzfristig einberufenen außerordentlichen Sitzung der Mitgliedsstaaten mit.
IEA-Exekutivdirektor Fatih Birol sprach von einer außergewöhnlichen Lage auf den Energiemärkten. „Die Herausforderungen, denen wir auf dem Ölmarkt gegenüberstehen, sind in ihrem Ausmaß beispiellos“, sagte Birol laut IEA. „Die Ölmärkte sind global, daher muss auch die Reaktion auf größere Störungen global sein. Energiesicherheit ist das Gründungsmandat der IEA, und ich freue mich, dass die IEA-Mitglieder starke Solidarität zeigen und gemeinsam entschlossene Maßnahmen ergreifen.“
Beeinträchtigte Ölströme durch die Straße von Hormus
Seit dem Beginn des Kriegs von Israel und den USA gegen den Iran ist der Ölfluss durch die Straße von Hormus nach IEA-Angaben behindert. Die Exportmengen an Rohöl und raffinierten Produkten betragen dort derzeit laut IEA weniger als 10 Prozent des Niveaus vor dem 28. Februar.
Im Jahr 2025 wurden durchschnittlich 20 Millionen Barrel Rohöl und Ölprodukte pro Tag durch die Straße von Hormus transportiert, wie die IEA mitteilte. Dies entsprach demnach etwa 25 Prozent des weltweiten Seetransports von Öl. Die Möglichkeiten, die Straße von Hormus zu umgehen, seien begrenzt, heißt es weiter.
Notvorräte und frühere Einsätze
Die Mitgliedsländer der IEA verfügen eigenen Angaben zufolge über Notvorräte von über 1,2 Milliarden Barrel. Hinzu kommen weitere 600 Millionen Barrel an Industrievorräten, die aufgrund staatlicher Auflagen gehalten werden.
Die nun beschlossene koordinierte Freigabe von Vorräten ist nach IEA-Angaben die sechste in der Geschichte der 1974 gegründeten Organisation. Frühere gemeinsame Maßnahmen wurden 1991, 2005, 2011 und zweimal im Jahr 2022 ergriffen.
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