Deutschland setzt Ölreserven frei, um Preisanstieg durch Iran-Krieg zu dämpfen.
Die Bundesregierung hat beschlossen, einen Teil der nationalen Ölreserven freizugeben, um den starken Preisanstieg auf den Märkten zu dämpfen. Hintergrund ist der anhaltende Krieg im Iran, der zu einer deutlichen Erhöhung der Öl- und Spritpreise weltweit geführt hat. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche betonte, dass es keine Knappheit gebe, aber Risikoaufschläge und Spekulationsgewinne die Preise in die Höhe trieben. Durch die Freigabe der Reserven soll dem Markt die Sorge vor einer möglichen Knappheit genommen werden, was zu einer Entspannung der Preise führen soll, wie die Tagesschau berichtet. Die Internationale Energie-Agentur (IEA) hat ihren Mitgliedsländern, darunter auch Deutschland, zur Freigabe von Ölvorräten geraten. Die G7-Staaten berieten über diesen Schritt, der von der IEA koordiniert wird.
IEA gibt Rekordmenge an Ölreserven frei
Es handelt sich um die größte Freigabe in der Geschichte der IEA mit einem Umfang von 400 Millionen Barrel Rohöl. Deutschland plant, 2,64 Millionen Tonnen freizugeben, was 19,51 Millionen Barrel entspricht. Die Ministerin unterstrich die Bedeutung der Solidarität innerhalb der IEA, da Länder wie Japan und Südkorea besonders stark von den Preissprüngen betroffen sind. Die Ölpreise haben erstmals seit 2022 die Marke von 100 US-Dollar überschritten. Die 32 IEA-Mitgliedsländer verfügen über insgesamt 1,2 Milliarden Barrel Öl in der Notreserve, zusätzlich zu 600 Millionen Barrel Industrievorräten.
Öllieferungen durch Hormus zum Erliegen gekommen
Die Freigabe von Ölreserven ist ein seltenes Instrument für Krisenzeiten und wurde zuletzt 2022 wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine aktiviert. Die Gasversorgung in Deutschland bleibt laut Reiche weiterhin gesichert, mit Gasspeichern, die zu 21 Prozent gefüllt sind. Die Abhängigkeit von Gas aus der Golfregion ist mit weniger als vier Prozent sehr gering. Die Ölpreise sind am Vormittag mit der Sorge vor einer längeren Unterbrechung von Öllieferungen durch die Straße von Hormus am Persischen Golf gestiegen. Am Morgen wurde für ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent über fünf Prozent mehr als am Vortag gezahlt, wie n-tv berichtet. Der Transport von Rohöl aus den Fördergebieten am Persischen Golf durch die Straße von Hormus ist faktisch zum Erliegen gekommen.
Iran-Angriff verschärft Ölpreisschock für Deutschland
Berichte über vom Iran verlegte Seeminen haben die Sorge um die Sicherheit der internationalen Energieversorgung verstärkt. Zudem wird die Durchfahrt des Persischen Golfs zu einem immer größeren Risiko, nachdem ein Handelsschiff vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate von einem mutmaßlichen Angriff des Iran getroffen wurde. Der Ölpreisschock infolge des Kriegs im Iran könnte die deutsche Wirtschaft insgesamt empfindlich treffen. Hohe Spritpreise könnten nur der Anfang sein, warnt der Deutschlandfunk. Die Freigabe der Ölreserven soll dazu beitragen, die wirtschaftlichen Auswirkungen abzufedern.
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