Investoren müssen sich nach Einschätzung des Finanzdienstleisters State Street auf längerfristig höhere Ölpreise einstellen. Ein echter Öl-Schock sei zwar nicht zu erwarten, die Folgen für energieimportierende Länder wie Deutschland könnten jedoch erheblich sein, sagte Geopolitik-Experte Elliot Hentov dem „Handelsblatt“.
„Risikoprämie auf Öl wird noch eine Weile bleiben“
Elliot Hentov, Chefstratege für geopolitische Fragen beim Finanzdienstleister State Street, geht davon aus, dass sich die Preise für Rohöl auch nach einem Ende des Krieges auf einem höheren Niveau einpendeln werden. „Die Risikoprämie auf Öl wird noch eine Weile bleiben, auch wenn sich der Krieg tatsächlich dem Ende zuneigen sollte“, sagte Hentov dem „Handelsblatt“.
„Öl könnte nach dem Krieg 20 Prozent teurer sein“, sagte der Geopolitik-Experte weiter, und würde dann bei rund 70 bis 75 Dollar pro Barrel liegen. „Das wäre kein Öl-Schock“, aber hätte laut Hentov dennoch Konsequenzen – vor allem für Staaten wie Deutschland, die stark von Energieimporten abhängig sind. „Wenn die Energielieferungen wieder regulär fließen, werden sich auch die Preise normalisieren, aber man holt nicht alles wieder auf“, sagte Hentov dem „Handelsblatt“.
Marktreaktionen auf Kriegsende-Spekulationen
Der Preis der Sorte Brent war Anfang der Woche zunächst auf 120 Dollar pro Barrel nach oben geschossen, bevor Äußerungen von US-Präsident Donald Trump für eine Entspannung am Markt gesorgt hatten. Demnach stehe laut Trump ein Ende des Krieges kurz bevor.
Hentov geht davon aus, dass der Krieg in „Wochen, nicht Monaten“ beendet sein wird, vor allem, wenn die USA weiterhin vom Einsatz von Bodentruppen absehen.
Auswirkungen auf Anleihe- und Aktienmärkte
Ein längerfristig höherer Ölpreis würde nach Einschätzung von Hentov auch höhere Renditen auf langfristige Staatsanleihen mit sich bringen. Das würde dann dafür sorgen, dass Aktien unattraktiver werden, sagte Hentov dem „Handelsblatt“.
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