Im Osnabrücker Dom ist seit dem 4. März die Ausstellung „Verlorene Kindheit“ zu sehen, welche an die schrecklichen Schicksale der durch den russischen Angriffskrieg getöteten Kinder in der Ukraine erinnern soll. Die Ausstellung kann noch bis zum 21. März besucht werden.
Russlands Angriffe verschonen auch nicht die Jüngsten der Gesellschaft
Seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine im Jahr 2014 erschüttern russische Angriffe nicht nur das ukrainische Militär sondern auch die Zivilbevölkerung der Ukraine. Die enormen Schäden und Verluste verschonen dabei auch nicht die, die innerhalb der Gesellschaft eigentlich am meisten Schutz bräuchten: die Kinder. Demnach verzeichnet die Ukraine seit Kriegsbeginn die Tötung von 596 ukrainischen Kindern durch russische Angriffe. Weitere 1723 Kinder wurden verletzt, 1944 Kinder gelten als vermisst und 19546 Kinder wurden deportiert.
Gedenken an ukrainische Kinder. / Foto: Lilli Würdemann
Ausstellung „Verlorene Kindheit“ soll Leid und Schrecken des russischen Angriffskriegs aufzeigen
Symbolisch für das Leid aller ukrainischen Familien und Kindern werden im Zuge der Ausstellung zwölf Schicksale von zwölf getöteten ukrainischen Kindern dargestellt, die von der Gedenkplattform „Memorial“ vorbereitet wurden. Die Schicksale sind dabei aus Sicht der Kinder selbst verfasst und behandeln nicht nur den Tod der Kinder, sondern auch ihr Leben davor. Es wird ihr Lebensalltag beschrieben, ihre Interessen und Charakterzüge, eben all das, was diese Kinder ausgemacht hat und wie sie auch weiterhin für ihre Familien wirken.
Kyrylo Pjachin als exemplarisches Beispiel für die 596 getöteten ukrainischen Kinder
Eines der dargestellten Schicksale zeigt den grausamen Tod des 8-jährigen Kyrylo Pjachin, der am 14. Juli 2023 im ukrainischen Winnyzja durch eine russische Rakete getötet wurde. Ursprünglich lebte Kyrylo in Cherson, floh jedoch mit seiner Familie nach Winnyzja, nachdem er zuvor unter russischer Besatzung zwei Monate leben musste. Die russische Rakete, die am 14. Juli 2023 in ein Bürogebäude in Winnyzja einschlug, tötete 27 Menschen, darunter neben Kyrylo zwei weitere Kinder. Kyrylos Lebensgeschichte, sowie die der zwölf weiteren Kinder, können in der Ausstellung „Verlorene Kinder“ weiter betrachtet werden.
Gedenken an Kyrylo Pjachin. / Foto: Lilli Würdemann
Ukrainische Gedenkplattform „Memorial“ arbeitet gegen Vergessen der ukrainischen Schicksale
Die ukrainische Gedenkplattform „Memorial“ zeigt schon seit März 2022 durch Ausstellungen die schrecklichen Schicksale von ukrainischen Zivilisten oder Soldaten. Für ihre Ausstellungen wurde dabei mit den Familien der Opfer ausdrücklich die Veröffentlichung der einzelnen Schicksale abgesprochen, um weiter an das ukrainische Leid gedenken zu können. Laut den Initiatoren soll dabei auch auf die russischen Kriegsverbrechen und die Brutalität des Krieges aufmerksam gemacht werden.
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