Die frühere Wirtschaftsweise Ulrike Malmendier fordert die Europäische Union auf, sich mit Blick auf künftige Verteidigungsausgaben rechtzeitig auf die Einführung von Eurobonds vorzubereiten. Die EU solle die Ausgestaltung solcher Anleihen bereits jetzt konzeptionell klären, um im Krisenfall schnell handlungsfähig zu sein.
Vorbereitung auf mögliche sicherheitspolitische Krise
Die frühere Wirtschaftsweise Ulrike Malmendier warnt vor einer möglichen Verschlechterung der sicherheitspolitischen Lage in Europa und plädiert für eine frühzeitige Planung von Eurobonds. "Wir könnten irgendwann in die Lage kommen, dass wir Eurobonds plötzlich dringen brauchen – etwa wenn sich die sicherheitspolitische Lage Europas verschlechtern sollte und wir schnell viel mehr Geld für die Verteidigung brauchen. Dann sollten wir vorbereitet sein und das Design hierfür jetzt in Ruhe vorbereiten", sagte Malmendier der "Rheinischen Post" (Mittwoch).
Modell mit Blue Bonds und Red Bonds
Malmendier verweist zugleich auf die mit gemeinsamen Anleihen verbundenen Gefahren. "Kritiker fürchten, dass Eurobonds der deutschen und europäischen Finanzstabilität schaden. Dafür haben sie gute Gründe." Als Antwort darauf skizziert sie ein abgestuftes Modell: "Deshalb lautet ihr konkreter Vorschlag: 'Es gibt Blue Bonds, die bis zu 25 Prozent des Bruttoinlandprodukts in gemeinschaftlicher Haftung sein können und gering verzinst sind. Alles darüber hinaus sind Red Bonds in nationaler Haftung und höherer Verzinsung – je nach Land.'"
Ökonomin mit internationalem Hintergrund
Malmendier forscht an der Uni Berkeley und war bis Ende Februar im Sachverständigenrat Wirtschaft.
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