Der Vorfall der Säureattacke in den Räumlichkeiten der Agentur für Arbeit in der vergangenen Woche hat Folgen. Auch wenn die gesundheitlichen Beeinträchtigungen sich glücklicherweise in Grenzen hielten, sorgen die entstandenen Schäden für eine vorübergehende Einschränkung des Geschäftsbetriebs.
Berufsinformationszentrum aufgrundd Geruchsbeeinträchtigungen weiterhin geschlossen
Das Berufsinformationszentrum (BiZ) der Agentur für Arbeit bleibt mindestens bis zum Mittwoch, den 11. März 2026, geschlossen. Grund dafür sind Geruchsrückstände einer Substanz, die Unbekannte am vergangenen Donnerstagvormittag dort ausgebracht hatten. Zwar wurde am Freitag eine umfassende Reinigung einer Fachfirma durchgeführt. Angesichts weiter wahrnehmbarer Geruchsbeeinträchtigungen sind jedoch weitere Schritte erforderlich, um das BiZ wieder uneingeschränkt nutzbar zu machen. Wie lange das BiZ tatsächlich geschlossen bleiben muss, wird erst in einigen Tagen abzusehen sein. Diejenigen, die bis zum 11. März einen Besuch im BiZ vereinbart hatten, wurden von der Agentur für Arbeit Agentur kontaktiert.
Agentur für Arbeit Osnabrück nach dem Anschlag. / Foto: Pohlmann
Attacke mutmaßlich wegen Messe „Berufe in Uniform“
Am Freitag war ein vorgebliches Bekennerschreiben publik geworden, das den Anschlag mit der für Donnerstag geplanten Berufsorientierungsmesse „Berufe in Uniform“ in Verbindung brachte, in deren Rahmen Polizei, Bundeswehr und Zoll über Ausbildungs- und Studieneinstiege informieren wollten. Die Veranstaltung wurde kurzerhand aus dem BiZ in den Sitzungssaal der Agentur verlegt. Die vermeintlichen Bekenner äußerten in ihrem Schreiben Kritik daran, den Beteiligten mit der Messe eine Plattform zu bieten, als auch generelle Ablehnung von Polizei, Zoll und Bundeswehr. Trotz der zügigen Reaktion auf die Tat klagten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Kundinnen und Kunden über Übelkeit und Atemwegsreizungen.
Heliosch: Verantwortungslos und inakzeptabel
„Die Täter haben mit der eingebrachten Substanz bewusst in Kauf genommen, die Gesundheit unserer Kundinnen und Kunden sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gefährden. Das ist verantwortungslos und in keiner Weise akzeptabel“, so Tina Heliosch, die Leiterin der Agentur für Arbeit Osnabrück. Unverständnis zeigt die Agenturchefin auch im Hinblick auf das Motiv der unbekannten Täter. „Das Ziel der Messe ist es, jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, sich über Karrierewege bei gesellschaftlich wichtigen staatlichen Institutionen zu informieren. Die Aktion der Täter richtet sich gegen Menschen, die in Uniform zu unserem Schutz ihren Dienst leisten. Wer diese Menschen und demokratische Informationsangebote angreift, attackiert auch unseren Rechtsstaat und die freiheitliche Ordnung.“ Inzwischen ermittelt daher auch der Staatsschutz.
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