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Startseite AktuellSo sieht der Katastrophenschutzplan aus: Wie krisensicher ist die Region Osnabrück wirklich?
AktuellLandkreis OsnabrückOsnabrück

So sieht der Katastrophenschutzplan aus: Wie krisensicher ist die Region Osnabrück wirklich?

von Laura Hilgert 6. März 2026
von Laura Hilgert 6. März 2026
Katastrophenschutz vor der OsnabrückHalle. / Foto: Hinnerk Gramm
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📍Ort des Geschehens: Landkreis Osnabrück (Region)

Extremwetterlagen durch Klimawandel, geopolitische und Energiekrisen häufen sich – und damit wächst auch die Sensibilität in der Bevölkerung. Menschen wollen über konkrete Maßnahmen Bescheid wissen, doch was genau passiert im Katastrophenfall? Ist die Region Osnabrück ausreichend vorbereitet?

Wer wofür genau zuständig ist

Während im Kriegsfall der Zivilschutz des Bundes eingreift, sind die Länder zu Friedenszeiten für große Unglücke und Katastrophen zuständig. In Niedersachsen ist das Ministerium für Inneres und Sport die oberste Katastrophenschutzbehörde, das Niedersächsische Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz (NLBK) die obere und die Gemeinden und Kreise, unter anderem der Landkreis Osnabrück, die unterste Katastrophenschutzbehörde und damit auch Ansprechpartner für Bürgerinnen und Bürger.

Der Katastrophenschutz wird als Organisationsprinzip angesehen, bei dem viele Aufgabenträger, Einsatzkräfte und die Bürgerinnen und Bürger zusammenarbeiten und mitwirken. Der Landkreis ist dafür zuständig, konkrete Vorbereitungsmaßnahmen zu treffen und durch eine ständige Gefahrenuntersuchung Pläne zu entwickeln.

Krisenstab des Landkreises bereitet sich durch regelmäßige Übungen vor

Dafür gibt es einen Krisenstab, der aus Mitarbeitenden aller Fachdienste der Kreisverwaltung und Fachberaterinnen und -berater von Feuerwehr, Polizei, Hilfsorganisationen und Bundeswehr entsteht. Der Stab übernimmt im Ernstfall die zentrale Leitung und Koordination der Einsatzmaßnahmen im Landkreis, betrifft aber keine Einzelmaßnahmen, und wird geleitet von Landrätin Anna Kebschull im Kreishaus. Die Mitglieder nehmen an regelmäßigen Fortbildungen teil, um vorbereitet zu sein.

„Zusammen mit den Katastrophenschutzeinheiten (Hilfsorganisationen) führt der Landkreis zusätzlich zwei bis drei Katastrophenschutzübungen pro Jahr durch. Die Szenarien sind wechselhaft und orientieren sich an aktuellen Gegebenheiten und Erfordernissen“, teilt Landkreis-Sprecher Henning Müller-Detert auf Anfrage mit. Teil der Übungen sei auch die Kommunikation zwischen den verschiedenen Institutionen, die zunächst über die regulären Kommunikationswege wie Telefon, E-Mail und Besprechungen stattfinde, aber im Ernstfall auch angepasst werden könne. Eine Übung aus 2025 zeigte laut einem Video der Webseite des Landkreises: „Es können Lebensmittelversorgung und Lieferketten abbrechen.“

Konkreter Notfall- und Katastrophenschutzplan des Landkreises

„Der Landkreis Osnabrück stellt als untere Katastrophenschutzbehörde entsprechend des NKatSG einen Katastrophenschutzplan auf. Dieser Plan wird regelmäßig gepflegt und unterliegt der Verschlusssachenanweisung und ist daher nicht öffentlich“, erklärt Müller-Detert.

Der erste Schritt in einem Katastrophenfall ist die Warnung der Bürgerinnen und Bürger. Im Osnabrücker Landkreis besteht ein Warnmittelmix aus Sirenen und digitalen Apps (KATWARN, NINA, Cell Broadcast), um so viele Menschen wie möglich erreichen zu können. Die Warnmittel werden jährlich beim bundesweiten Warntag durch eine Probewarnung getestet. Ende letzten Jahres wurde Safus mit dem „Sirenenprojekt“ beauftragt, das die Sireneninfrastruktur im Landkreis 2026 voranbringen soll.

Der Landkreis betont die Bedeutung der Hilfsorganisationen, zu denen die Feuerwehren der Gemeinden, das Deutsche Rote Kreuz, der Malteser-Hilfsdienst, die Deutsch-Lebens-Rettungs-Gesellschaft und das Technische Hilfswerk gehören. Sie gelten als Basis und als zuverlässige Partner im Katastrophenfall. Es gebe dabei Absprachen über die Nutzung von Sporthallen und Schulen zum Katastrophenschutz, die aber in erster Linie für lokale Schadenslagen im Rahmen der kommunalen Gefahrenabwehr als Unterstützung genutzt werden würden, erläutert Müller-Detert. „Das hierfür notwendige Material wird dezentral im Landkreis Osnabrück vorgehalten und steht im Einsatzfall jederzeit zur Verfügung.“

„Notfallplan Gas“ mit SWO Netz

Die SWO Netz der Stadtwerke ist als Gasbetreiber im Notfallplan Gas eingebunden und hat gemeinsam mit den Katastrophenschutzbehörden der Stadt Vorbereitungen getroffen. Dabei gibt es drei Stufen. Die Frühwarnstufe gilt, wenn noch nichts passiert ist. Die Alarmstufe bedeutet, dass es eine Störung gibt, durch die die Gasversorgungslage verschlechtert wird, die aber zu bewältigen ist. Diese Stufe ist 2022 wegen des Ukrainekriegs in Kraft getreten. Die letzte Notfallstufe gilt, wenn trotz der Maßnahmen die Nachfrage nicht gedeckt werden kann.

Wenn es zu der Notfallstufe kommt, greift der Staat ein und das Ziel ist, lebenswichtigen Energiebedarf zu sichern. In dem Fall werden geschützte Verbraucherinnen und Verbraucher bevorzugt. Das heißt, der Energiebedarf von Haushalten, sozialen Einrichtungen und Gaskraftwerken zur Wärmeversorgung von Haushalten hat Vorrang vor Großverbrauchern.

Eigenvorsorge wird betont

Mehr und mehr wird deutlich: Eigenvorsorge ist ein wichtiger Beitrag für den Katastrophenschutz. Es wird empfohlen, möglichst zehn Tage mit dem Haushalt durch eigene Vorräte an Essen und Trinken überleben zu können. „Die Katastrophenschutzbehörde kann diese Aufgabe für die Gesamtbevölkerung nicht kurzfristig übernehmen“, so Henning Müller-Detert, denn eine Schwäche im Katastrophenfall sei die Abhängigkeit des Landkreises Osnabrück von Lieferketten.

Bei einem Stromausfall kann es zum Ausfall von Licht, elektronischen Geräten, Heizung und auch medizinischen Geräten kommen. In solchen Fällen erfolgt die Informierung durch analoge, batteriebetriebene Radios.

Zusätzlich sollte man für weitere Katastrophenmöglichkeiten einen Notfallrucksack bereit haben und eine Warnapp auf dem Handy installiert haben, falls der Strom funktioniert. Weiterhin können Erste-Hilfe-Kenntnisse sehr hilfreich sein, wenn man vollständig abgeschottet ist und es zu einem medizinischen Notfall kommt.

„Die Resilienz vor Krisen oder Katastrophen beginnt bei der Bevorratung der Bevölkerung zu Hause und muss persönlich gesteigert werden“, betont der Sprecher dabei. Dafür gibt es Videos und weitere Informationen online auf der Webseite des Landkreises, die sich mit dem Thema befassen und die Bürgerinnen und Bürger darüber informieren, was im Notfall besonders wichtig ist.

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Laura Hilgert

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