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Startseite Deutschland & die WeltStrafjustiz kollabiert: Norden und Westen besonders überlastet
Deutschland & die Welt

Strafjustiz kollabiert: Norden und Westen besonders überlastet

von Hasepost Redaktion 23. Februar 2026
von Hasepost Redaktion 23. Februar 2026
Justizzentrum (Archiv) / via dts Nachrichtenagentur
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Im Norden und Westen Deutschlands verschärft sich die Überlastung der Strafjustiz deutlich. Besonders Hamburg und Nordrhein-Westfalen verzeichnen einen drastischen Anstieg offener Verfahren, wie neue Zahlen des Deutschen Richterbundes (DRB) zeigen. DRB-Bundesgeschäftsführer Sven Rebehn warnt vor einem wachsenden „Verfahrensberg“ und fordert von Bund und Ländern zusätzliche Stellen für Staatsanwälte und Strafrichter.

Hamburg und NRW mit drastischem Zuwachs offener Verfahren

In Hamburg ist die Zahl der offenen Fälle seit 2020 von 29.355 um 161 Prozent auf aktuell 76.637 hochgeschnellt, sagte Sven Rebehn, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Richterbundes (DRB), der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Montagsausgabe). Auch die Neueingänge bei der Staatsanwaltschaft Hamburg seien ungebremst weiter gestiegen und hätten 2025 mit rund 186.000 neuen Fällen einen Höchststand erreicht.
In Nordrhein-Westfalen kämpfen die Strafverfolger ebenfalls mit stark steigenden Fallzahlen. 2025 haben die Ermittler im bevölkerungsreichsten Bundesland erstmals mehr als 1,3 Millionen neue Verfahren verzeichnet (1.303.773), so Rebehn gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Die Zahl der offenen Verfahren sei bei den Staatsanwaltschaften in NRW von 177.846 unerledigten Fällen Ende 2020 auf fast 300.000 offene Verfahren zum Jahresende 2025 gestiegen (299.959). „Das ist ein Anstieg um 69 Prozent in fünf Jahren, der Aktenstau wird auch hier immer länger“, sagte Rebehn der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Bundesweite Belastung mit mehr als einer Million offener Verfahren

Vorvergangene Woche hatte der DRB mitgeteilt, dass bundesweit Ende 2025 erstmals die Marke von einer Million überschritten wurde. „Jahr für Jahr schieben die Staatsanwaltschaften einen immer größeren Verfahrensberg vor sich her und können diesen ohne zusätzliches Personal nicht abtragen“, sagte Rebehn der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Als Folge würden mutmaßliche Straftäter immer häufiger aus der Untersuchungshaft freikommen, weil ihre Verfahren zu lange dauern. „Das geschieht im Schnitt jede Woche einmal“, so Rebehn gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Forderung nach mehr Personal in der Strafjustiz

„Es erschüttert aber das Vertrauen der Menschen in den Rechtsstaat, wenn die Justiz nur noch eine Strafverfolgung nach Kassenlage leisten kann“, sagte der Verbandschef der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ und forderte: „Bund und Länder müssen endlich liefern und die chronisch unterbesetzte Strafjustiz durch die verabredete Neuauflage des Rechtsstaatspakts personell verstärken. Es fehlen bundesweit 2000 Staatsanwälte und Strafrichter, allein in NRW brauchen wir rund 350 zusätzliche Strafverfolger, um die wachsende Verfahrensflut bewältigen zu können.“

Entwicklung in Niedersachsen und Schleswig-Holstein

Die Staatsanwaltschaften in Niedersachsen haben im vergangenen Jahr 556.156 neue Strafsachen erreicht. Das ist ein moderater Anstieg gegenüber 2024 (550.735 Fälle). Auch die niedersächsischen Ermittler schieben einen gewaltigen Berg unerledigter Verfahren vor sich her, der nach 57.937 Fällen im Jahr 2020 bis zum Jahresende 2025 auf 81.078 Fälle gewachsen ist. Das entspricht einem Anstieg von 40 Prozent bei den unerledigten Fällen binnen fünf Jahren.
Die Entwicklung bei den Staatsanwaltschaften Schleswig-Holsteins liegt in etwa im Bundesschnitt. Hier sehen die Strafverfolger einen Zuwachs bei den unerledigten Verfahren um 49 Prozent, von 26.892 offenen Fällen 2020 auf aktuell 40.026 Fälle. Die Zahl der neu eingegangenen Strafsachen ist in Schleswig-Holstein zuletzt leicht rückläufig gewesen (181.773 Neueingänge 2025 nach 193.501 im Vorjahr 2024).

✨ mit KI bearbeitet

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Hasepost Redaktion

Die HASEPOST-Redaktion liefert täglich aktuelle Nachrichten für Osnabrück und die Region. Dieser Artikel basiert auf Basismaterial der dts Nachrichtenagentur, das – sofern gekennzeichnet – durch KI bearbeitet wurde. Der Artikel wurde von unserer Redaktion geprüft, inhaltlich bearbeitet und gegebenenfalls um lokale Aspekte oder weiterführende Informationen aus anderen Quellen ergänzt.

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