Die Linke Wallenhorst ist mit den aktuellen Plänen für die grüne Wiese nicht zufrieden und sieht großen Handlungsbedarf.
Kritik an geplante Bebauung der grünen Wiese
Die Linke Wallenhorst kritisiert die geplante Vollbebauung der grünen Wiese scharf. Statt einer dichten Bebauung, die vorrangig privatwirtschaftliche Interessen priorisiert, fordern sie eine gemeinwohlorientierte Entwicklung des Geländes mit sozialem, ökologischem und öffentlichem Mehrwert. „Für gemeinschaftlichen Wohlstand benötigen wir nicht nur neue Gebäude, die vornehmlich dem Zweck des wirtschaftlichen Gewinns eines „Investors“ dienen, sondern Orte, an denen die Bürgerinnen und Bürger in Wallenhorst zusammenkommen und verweilen können“, heißt es von Lisa Böge aus dem Vorstand der Ortsgruppe die Linke Wallenhorst. Vorgeschlagen wird daher, einen Teil des Areals zu einem öffentlichen Veranstaltungsort zu gestalten. Dort könnte ein attraktiver Aufenthaltsort entstehen, um Wallenhorst zu beleben. Bei der Gestaltung gäbe es beispielsweise von Grünflächen bis hin zu Sitzgelegenheiten viele Möglichkeiten, Wallenhorst für Jung und Alt zu bereichern. Im Besonderen müsse dabei die Barrierefreiheit beachtet werden.
Gegen Privatisierung öffentlicher Flächen
Auch bei der Bebauung der übrigen Flächen fordern sie ein Umdenken. Erik Frerker, Vorstandsmitglied Die Linke Wallenhorst: „Statt die Grundstücke zu verkaufen, sollte die Gemeinde Eigentümerin bleiben und auf genossenschaftliche oder gemeindeeigene Bauformen setzen. Öffentlicher Grund darf nicht weiter privatisiert werden. Wir brauchen dauerhafte soziale Strukturen und gerade bei unserer Finanzlage keine kurzfristigen Renditeprojekte für Fremde.“ Kritisch sieht die Partei auch den geringen Anteil an geplanten Wohnungen mit Preisbindung. Der bisherige Vorschlag der Gemeinde siehe lediglich „wünschenswerte“ 20 Prozent geförderten Wohnraum vor, was viel zu wenig ist „Bei Mieten von inzwischen 9 bis 10 Euro pro Quadratmeter ist das kein sozialer Fortschritt. Sie fordern, dass zusätzlich mindestens 60 Prozent der neuen Wohnungen bezahlbar sein müssen, also unter 6 Euro pro Quadratmeter. Nur so schaffen wir echten Wohnraum für alle Menschen. Gerade angesichts der aktuellen Schätzungen von rund 260 fehlenden Wohnungen in Wallenhorst wäre eine rein renditeorientierte Bebauung mit 5 Sterne Hotel eine vertane Chance“, erklärt Alexander Mack, Mitglied von Die Linke Wallenhorst.
Bürgerinnen und Bürger sollen Mitspracherecht haben
Darüber hinaus fordert Die Linke Wallenhorst, dass das Projekt mit dem alten Konzept bis zur Kommunalwahl nicht in die falsche Richtung weitergeführt wird. Die Bürgerinnen und Bürger sollten die Möglichkeit haben, sich mit ihrer Stimme für eine alternative Entwicklung auszusprechen. Nach der Wahl müsse die neue Vertretung das Projekt transparent, unter öffentlicher Beteiligung und ohne „Investor“ endgültig zum Abschluss bringen. Ideen zu Gesellschaftsräumen sowie Veranstaltungsorten wären gerade für junge Menschen von großer Bedeutung.
Dieses Gelände biete die Chance, nach Jahrzehnten ein tatsächlich soziales Wohn- und Gemeindeprojekt zu verwirklichen. Hier könne die Gemeinde im großen Stil zeigen, dass sozialer Wohnungsbau, gesellschaftlicher Wohlstand und Lebensqualität keine Widersprüche sind, wenn man den Mut habe, vernünftig zu planen.
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