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80.000 Euro und ein Landschaftsarchitekt für eine „Klima-Oase“

Nach der Maiwoche kommt ein „Stadt-Möbel“ auf den Nikolaiort

von Heiko Pohlmann 20. Februar 2026
von Heiko Pohlmann 20. Februar 2026
So könnte die "Klima-Oase" auf dem Nikolaiort aussehen / ✨ mit KI erstellt
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📍Ort des Geschehens: Osnabrück - Innenstadt

Osnabrück bekommt eine „Grüne Oase für mehr Hitzeschutz“, die voraussichtlich ab Ende Mai Besucherinnen und Besucher der Osnabrücker Innenstadt vor dem drohenden Hitzschlag schützen soll – sollte es mal wieder Sommer werden.

Eine Glosse von Heiko Pohlmann

Der vergangene Sommer ist bekanntlich weitgehend ausgeblieben. Ein eigens eingerichtetes „Hitzetelefon“ der Stadt Osnabrück wurde zum peinlichen Flop: Lediglich drei von der real nicht existierenden Sommerhitze geplagte Menschen nutzten das Angebot, um sich dort angesichts der vermeintlichen Auswirkungen des Klimawandels beraten zu lassen. Immerhin drei Anrufer mehr als beim parallel beim Landkreis eingerichteten Hitzetelefon: da rief überhaupt niemand an!

Telefonisch hätte es – wenn denn jemand angerufen hätte – lebensrettende Hinweise gegeben, dass mehr trinken und Schatten aufsuchen hilfreich sein kann, wenn es in den Sommermonaten ausnahmsweise einmal warm werden sollte. Willkommen in der Nanny-Stadt Osnabrück.
Und die finanziell eigentlich völlig bankrote Stadt legt nach dem Hitzetelefon nochmals nach. In diesem Jahr bewirbt sich eine „Klimaoase“ um den Titel für die absurdeste Geldverschwendung.

„Klima-Möbel“ wird nach der Maiwoche auf dem Nikolaiort aufgestellt

In diesem Sommer will es der grün dominierte Osnabrücker Stadtrat offenbar also so richtig wissen: Auf dem Nikolaiort soll in der warmen Jahreszeit besagte „Klimaoase“ entstehen. Im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt (StUA) wurde am Dienstagabend der Sachstand berichtet. Aufgebaut werden soll das lediglich 6 x 6 Meter große „Möbel“ nach der Maiwoche auf dem Nikolaiort, an der Ecke zur Großen Straße, um dort einen Beitrag zur „Klimaresilienz“ und zur „Anpassung an den Klimawandel“ zu leisten. Und einen Beitrag die Verschuldung der Stadt weiter anzutreiben.

Ein paar Blumenkübel und etwas Wasserdampf: fertig ist die Osnabrücker Klimaoase für 80.000 Euro – so plant die Stadtverwaltung die Umsetzung / Entwurf aus RIS der Stadt Osnabrück

Ein paar Blumenkübel und etwas Wasserdampf: fertig ist die Osnabrücker Klimaoase für 80.000 Euro – so plant die Stadtverwaltung die Umsetzung / Entwurf aus RIS der Stadt Osnabrück

Grüne Politikerin drängt auf Aufstellung rechtzeitig zum „Hitzeaktionstag“ im Juni

Ganz besonders wichtig war es für Christiane Balks-Lehmann von der Grünen Ratsfraktion, von der auch die Initiative ausging, dass die Aufstellung in jedem Fall rechtzeitig zum „Hitzeaktionstag“ am 11. Juni abgeschlossen wird – wenn bundesweiter Aktionismus rund um das Thema Klimawandel geplant ist.

Bis dahin sollen – durchaus kostensparend – Jugendliche der Dammstraßenwerkstatt und Auszubildende des OSB für den Aufbau sorgen. Ein ursprünglich geplantes „Jugendpilotprojekt“ konnte allerdings nicht gestartet werden.

Für 6 x 6 Meter Mini-Landschaft wird ein Landschaftsarchitekt beauftragt

Offenbar reichte der im vergangenen Jahr vom Stadtrat bewilligte Griff in die ohnehin klamme Stadtkasse, der für diese lediglich 6 x 6 Meter große Kleinst-Oase stolze 80.000 Euro genehmigte, auch noch für einen massiven Geldtransfer an einen externen Fachmann.
Wie Brigitte Strathmann, Leiterin des Fachbereichs Umwelt, in der Ausschusssitzung erläuterte, soll das Projekt unter Anleitung eines Landschaftsarchitekten entstehen. Landschaft? Auf 6 x 6 Metern. Ein Bonsai-Gärtner wäre vielleicht passender gewesen? Aber noch ist der Kontokorrent der Stadtkasse wohl nicht ausgeschöpft und vermutlich hat der ausgewählte Fachmann für Kleinst-Landschaften auch das rechte (also politisch linke) Parteibuch, zumindest aber die passende Ideologie.

Davon, dass man bei der Budgetvergabe im vergangenen Spätsommer von Seiten der Kommunalpolitik noch zaghaft darum gebeten hatte, doch vielleicht den Kostenrahmen nicht voll auszuschöpfen, war bei Präsentation des Umsetzungskonzepts keine Rede mehr.

Schulden bei Veröffentlichung 20.02.26:
743.218.930,61 €
Schuldenstand der Stadt Osnabrück aktuell:
... = +220,71 € / Min
Schulden am 31.12.2026, 23:59 Uhr:
843.320.812,76 €
Schulden pro Osnabrücker Bürger:
... = +1,85 € / Tag
i Mehr Infos zur Osnabrücker Schuldenuhr

Da freut ich der Bürger: Verwaltung gründete eine extra Steuerungsgruppe

Das absurde „Hitzetelefon“ war offenbar nicht Warnung genug, dass man sich inzwischen sowohl im Stadtrat, wie auch der Stadtverwaltung sehr weit von dem entfernt, was der Bürger von seiner Stadtverwaltung erwarten darf. Etwa die zügige Bearbeitung von Anträgen, was inzwischen in Osnabrück Monate dauern kann.

Die Damen und Herren der Verwaltung haben besseres zu tun – zum Beispiel die Welt ausgerechnet auf dem Osnabrücker Nikolaiort vor dem Klimawandel zu retten! So wurde extra für dieses Projekt eine „Steuerungsgruppe“ gebildet, in der sich Vertreter von Osnabrücker Servicebetrieb (OSB), dem Stadtmarketing (mO) mit dem Citymanagement sowie aus dem Fachbereich Kinder, Jugendliche und Familie zu Beratungen trafen.

Überschaubare Ausstattung für Kleinst-Oase geplant

Der Steuerzahler bekommt dafür – in einem im Vergleich zum Vorjahr hoffentlich wärmeren Sommer 2026 – auf 36 Quadratmetern nach den vorliegenden Entwürfen unter anderem acht bis zehn Pflanzkübel, einige Bänke, drei Nebeldüsen und einen Trinkwasserspender. Mehr nicht! Möge sich jeder selbst ausrechnen, was der Baumarkt seines Vertrauens dafür berechnet – allerdings ohne Beauftragung eines Landschaftsarchitekten.

Perfektes "Stehimweg": da soll die Osnabrücker Klimaoase nach der Maiwoche aufgestellt werden / Entwurf aus RIS der Stadt Osnabrück

Perfektes „Stehimweg“: da soll die Osnabrücker Klimaoase nach der Maiwoche aufgestellt werden (die gelben Flächen sind die Gastro-Bereiche)  / Entwurf aus RIS der Stadt Osnabrück

Osnabrücker Klimaoase soll wechselnde Standorte bekommen

Für zukünftige Platzierungen, so die Leiterin des städtischen Umweltfachbereichs, soll auch nach anderen Standorten Ausschau gehalten werden. Besucher der Osnabrücker Innenstadt werden also auch in den Folgejahren vor dem drohenden Hitzeschlag geschützt. Passende Standorte werden noch gesucht.

Aber vielleicht hat nach der Kommunalwahl im September eine neue Ratsmehrheit eine bessere und vor allem kostensparende Verwendung für die „Klimaoase“? Hoffentlich wird das „Stadtmöbel“ aus unbehandeltem Holz gefertigt. Denn womöglich wird der auch der kommende Winter wieder richtig kalt. Und viele Haushalte verfügen schließlich noch über einen Kamin! Und so ein Kamin schafft aus altem Holz angenehmes Wohnklima – eine Klima-Oase im winterlichen Wohnzimmer in dem man sich fragt: „Wann wird´s mal wieder richtig Sommer?“

 

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Heiko Pohlmann

Heiko Pohlmann gründete die HASEPOST 2014, basierend auf dem unter dem Titel "I-love-OS" seit 2011 erschienenen Tumbler-Blog. Die Ursprungsidee reicht auf das bereits 1996 gestartete Projekt "Loewenpudel.de" zurück. Direkte Durchwahl per Telefon: 0541/385984-11

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