Nach der Münchner Sicherheitskonferenz sieht Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) das Verhältnis zwischen Deutschland und den USA weiter belastet. Trotz einer versöhnlicheren Rede von US-Außenminister Rubio warnt der SPD-Chef davor, grundlegende Konflikte mit der Trump-Administration zu unterschätzen und fordert mehr europäische Eigenständigkeit.
Nach der Münchner Sicherheitskonferenz hat Lars Klingbeil (SPD) das deutsch-amerikanische Verhältnis als weiterhin angespannt beschrieben. Der Finanzminister und SPD-Vorsitzende betonte in der „Rheinischen Post“ (Montagsausgabe), dass trotz eines veränderten Tons aus Washington keine Entwarnung gegeben sei.
Versöhnlichere Töne aus Washington, aber anhaltende Differenzen
„Die Rede von Außenminister Rubio war im Ton versöhnlicher und diplomatischer als die Reden, die wir zuletzt gehört haben. Aber grundlegende Differenzen mit der Trump-Administration bleiben bestehen. Da sollte niemand naiv sein“, sagte Klingbeil der „Rheinischen Post“. Niemand dürfe sich nach der Münchner Sicherheitskonferenz in Sicherheit wiegen: „Niemand sollte sich jetzt nach der Münchner Sicherheitskonferenz wieder zurücklehnen und sagen, das wird schon alles. Entscheidend bleibt, dass wir Europa jetzt stärker und unabhängiger machen. Deshalb gehen wir gemeinsam mit Frankreich und anderen voran.“
„Überzeugter Transatlantiker“ mit klaren Grenzen
Zu seinem grundsätzlichen Verhältnis zu den USA sagte der SPD-Chef der „Rheinischen Post“: „Ich bin ein überzeugter Transatlantiker, das bleibe ich auch. Doch als die Debatte über Grönland losbrach und Trumps Zolldrohung kam, war eine Grenze überschritten. Wir haben klargemacht, dass wir uns als Europäer nicht erpressen lassen. Das hat Trump zum Einlenken gebracht. Diese Klarheit und dieses Selbstbewusstsein brauchen wir weiterhin.“
Rolle von CDU-Kanzler Merz auf der MSC
Mit Blick auf die Rolle von Friedrich Merz auf der Münchner Sicherheitskonferenz äußerte sich Klingbeil ebenfalls gegenüber der „Rheinischen Post“. „Friedrich Merz hat bei seiner Rede den richtigen Ton getroffen. Wir setzen auf ein souveränes, selbstbewusstes Europa. Gleichzeitig bleibt unsere Hand in die USA ausgestreckt.“
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