Die Deutsche Botschaft in Teheran hat nach Angaben des Auswärtigen Amtes die Annahme neuer Visaanträge vorübergehend gestoppt. Grund sind den Angaben zufolge massive Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit der Vertretung, die seit Juni 2025 unter starkem Druck der iranischen Regierung steht. Bereits eingereichte Anträge werden nach Ministeriumsangaben soweit möglich weiterbearbeitet, neue Termine werden derzeit jedoch nicht vergeben.
Visastelle und externer Dienstleister geschlossen
Die Visastelle der Deutschen Botschaft in Iran nimmt derzeit keine neuen Anträge entgegen. „Die Visastelle der Deutschen Botschaft in Teheran ist vorübergehend geschlossen“, teilte das Auswärtige Amt den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagausgaben) mit. Dies treffe auch auf den externen Dienstleister der Botschaft im Visumverfahren, TLS Contact, zu. Auch das Büro dieser Firma sei „vorübergehend geschlossen“.
Bereits gestellte Visumanträge würden „soweit möglich“ bearbeitet, abgesagte Termine für die Beantragung eines Visums würden nachgeholt. „Neue Termine werden derzeit nicht vergeben“, so das Auswärtige Amt gegenüber den Funke-Zeitungen.
Eingeschränkte Arbeitsfähigkeit der Botschaft
Das Außenministerium betonte auf Nachfrage der Funke-Zeitungen, dass „die Arbeitsfähigkeit der Deutschen Botschaft in Teheran“ seit Juni 2025 „erheblich eingeschränkt“ sei. Durch Druck der iranischen Regierung und die aktuellen Entwicklungen in dem Land sei das Personal in der Botschaft „nochmals reduziert“ worden. „Die Kommunikationsmöglichkeiten sind massiv beschränkt“, heißt es zudem aus dem Auswärtigen Amt.
Diese Einschränkungen wirken sich deutlich auf die Zahl der erteilten Visa aus. Im laufenden Jahr hat die Botschaft in Teheran bisher 1300 Visa ausgegeben. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt 23.400 – vor allem im zweiten Halbjahr 2025 ist die Zahl der vergebenen Visa durch die Botschaft in Iran deutlich zurückgegangen. Zum Vergleich: 2024 hatte die Botschaft noch insgesamt 46.600 Visa vergeben.
Hinweis auf Menschenrechtssituation in Iran
Das Außenministerium verwies gegenüber den Funke-Zeitungen zudem auf die Lage der Menschenrechte in Iran. Die Menschenrechtssituation in dem Land sei „desolat“ – dies habe sich „erneut in der brutalen Reaktion des Sicherheitsapparats im Rahmen der Proteste und deren blutiger Niederschlagung im Januar“ gezeigt. Regimegegner würden „systematisch verfolgt, verhaftet und mit hohen Haftstrafen bis hin zur Todesstrafe belegt“, heißt es aus dem Auswärtigen Amt.
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