Nach dem gewaltsamen Tod einer 39-jährigen Frau am frühen Donnerstagmorgen im Kiefernweg in Wallenhorst sucht die Polizei nach einem bislang unbekannten Jogger. Er könnte ein entscheidender Zeuge sein – und war offenbar der erste, der die ungewöhnliche Situation am Haus bemerkte.
Gegen 6:30 Uhr war der Notruf eingegangen. Eine Frau sei schwer verletzt in ihrem Wohnhaus angetroffen worden. Rettungsdienst, Notarzt und sogenannte First Responder eilten zum Einsatzort. Trotz umfangreicher Reanimationsmaßnahmen verstarb die 39-Jährige noch vor Ort.
Update: Die Ermittlungen richten sich inzwischen gegen den Ehemann und Familienvater
Staatsanwaltschaft ist sich sicher: Frau starb durch Gewalteinwirkung
Bereits am Donnerstagnachmittag wurde der Leichnam in Oldenburg obduziert. Das Ergebnis bestätigte den Verdacht der Ermittler: Es handelt sich um ein Gewaltverbrechen. „Also zumindest ist der aktuelle Kenntnisstand der, dass wir nach Obduktion sicher sagen können, dass es ein Tötungsdelikt gewesen ist. Also es liegt ein Gewaltverbrechen vor, eindeutig Fremdverschulden“, erklärte Oberstaatsanwalt Dr. Alexander Retemeyer im Gespräch mit Medienvertretern im Rahmen einer improvisierten Pressekonferenz. Ein Suizid könne „komplett ausgeschlossen“ werden, so Dr. Retemeyer.
Frau lebte noch nach Gewalttat – was hat der Jogger beobachtet?
Besondere Bedeutung messen die Ermittler einem bislang unbekannten Jogger bei, der sich zur Tatzeitam frühen Morgen, kurz nach 6 Uhr, im Bereich des Wohnhauses aufgehalten haben soll. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde er auf die Situation aufmerksam und erkundigte sich in der Nachbarschaft. Von dort aus sei schließlich der Notruf abgesetzt worden.
„Es gibt einen Jogger, der hier die Situation so mitbekommen hat und sich dann in der Nachbarschaft erkundigt hat“, sagte Retemeyer. Dieser Mann sei bislang noch nicht identifiziert. Die Ermittler hoffen, ihn zeitnah befragen zu können. Nur durch das Engagement dieses zufälligen Zeugen, konnten Polizei und Rettungskräfte so schnell alarmiert werden.
Polizeisprecher Jannis Gervelmeyer betont ausdrücklich die Bedeutung dieses Zeugen für die Ermittlungen. Nach aktuellem Stand geht die Polizei davon aus, dass der Jogger auf die drei Kinder aufmerksam wurde, die er vor dem Haus gesehen hatte. Währenddessen kämpfte die schwer verletzte Mutter in einem seitlichen Anbau um ihr Leben.
Getötete Mutter von drei Kindern wurde noch kurz vor der Tat gesehen
Nach Angaben der Ermittler liegt die mutmaßliche Tatzeit in einem äußerst engen Zeitfenster zwischen etwa 6:00 Uhr und 6:30 Uhr. Kurz vor dem Notruf soll die Frau noch lebend gesehen worden sein. „Sechs Uhr dreißig kam der Notruf rein“, erläuterte Retemeyer. Zu diesem Zeitpunkt war die Frau bereits schwer verletzt durch den noch unbekannten Täter.
Kriminaltechniker sicherten am Donnerstag und Freitag umfangreich Spuren am Tatort. Auch eine gezielte Absuche nach möglichen Tatwerkzeugen läuft. „Das bedeutet, es sind noch einige Fragezeichen offen, die wir natürlich jetzt nach und nach klären müssen“, so Retemeyer. Man arbeite „mit Hochdruck“ an der Aufklärung.
Ermittlungen laufen zunächst wegen Totschlags
Auch zur juristischen Einordnung äußerten sich die Ermittler. Zwar ist von einem Tötungsdelikt die Rede – ob es sich rechtlich um Mord oder Totschlag handelt, ist jedoch noch nicht abschließend geklärt.
„Wir haben jetzt gesagt, dass wir erst mal wegen Totschlags ermitteln, also kein Mordmerkmal sehen“, erklärte Gervelmeyer. Oberstaatsanwalt Dr. Retemeyer betonte zugleich, dass die Ermittlungen noch am Anfang stehen und weitere Ergebnisse abzuwarten seien.
Ein Tatverdächtiger wurde bereits festgenommen und soll einem Haftrichter vorgeführt werden. Weitere Angaben zu seiner Person machten Polizei und Staatsanwaltschaft mit Verweis auf das laufende Verfahren zunächst nicht.
Wer Hinweise zu dem gesuchten Jogger geben kann oder sich selbst angesprochen fühlt, wird gebeten, sich umgehend bei jeder Polizeidienststelle zu melden.
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