Vor Beginn der Münchner Sicherheitskonferenz wächst in Berlin die Sorge über eine zunehmende Nähe zwischen Teilen der US-Republikaner und der AfD. Vertreter der Bundesregierung warnen vor möglichen Folgen für das transatlantische Verhältnis und betonen zugleich die Notwendigkeit des Dialogs. Während auf deutscher Seite vor einer „gefährlichen Nähe“ zwischen AfD und dem Umfeld von Donald Trump gewarnt wird, sehen Regierungsvertreter in Teilen der Republikaner zugleich eine wichtige Gegenkraft in den USA.
Sorge über wachsende Nähe zwischen AfD und US-Republikanern
Der Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung, Metin Hakverdi (SPD), kritisierte im Gespräch mit dem „Handelsblatt“ (Donnerstagsausgabe) das Auftreten von AfD-Vertretern in den USA. „Die AfD-Vertreter reden Deutschland in den USA schlecht, machen sich europafeindliche Tendenzen in der US-Administration zu eigen und versuchen sich über Kulturkampf-Themen und krude Vergleiche mit US-innenpolitischen Themen anzubiedern“, sagte Hakverdi dem Blatt.
Hakverdi sprach sich zugleich für einen fortgesetzten Austausch mit politischen Akteuren in den Vereinigten Staaten aus. „Ich pflege enge Kontakte in den USA, sowohl zu den Demokraten als auch zu den Republikanern, auch ins MAGA-Lager. Das ist im Interesse unseres Landes wichtig“, sagte er dem „Handelsblatt“. Ziel sei es, deutsche und europäische Positionen zu erklären und „Fehlwahrnehmungen im Gespräch zu korrigieren“.
Republikaner als mögliche Gegenkraft
Nach Einschätzung Hakverdis gibt es innerhalb der Republikanischen Partei auch Strömungen, die der aktuellen Außenpolitik des US-Präsidenten kritisch gegenüberstehen. Viele Republikaner seien mit der Außenpolitik ihres Präsidenten nicht einverstanden, sprächen das aber öffentlich nicht aus, sagte er dem „Handelsblatt“. Dennoch seien sie eine wichtige „Gegenkraft“ gegen manche Entwicklungen im Weißen Haus.
Warnung vor „gefährlicher Nähe“
Der außenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Adis Ahmetovic, äußerte sich im „Handelsblatt“ ebenfalls besorgt über die transatlantischen Verflechtungen der AfD. Trump und sein enges Umfeld pflegten „eine gefährliche Nähe zur AfD – wie auch umgekehrt“. Davor müsse man Deutschland und auch die EU schützen, sagte Ahmetovic.
Mit Blick auf die politischen Ziele dieser Akteure formulierte Ahmetovic einen deutlichen Vorwurf: „Es ist kein Geheimnis, dass Trump, AfD und Co. unseren Kontinent spalten und durch ein autoritäres System ersetzen wollen“. Aufgabe der Bundesregierung und der Regierungsfraktionen müsse daher sein, „neue politische Partner in den USA zu finden und die bisherigen liberalen Kräfte weiter zu stärken“. Die MAGA-Bewegung sei ein „klarer Gegner“, sagte er dem „Handelsblatt“.
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