Die industrielle Beschaffung befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Während private Konsumenten seit Jahren von intuitiven Bestellprozessen und maximaler Preistransparenz profitieren, gleichen die Abläufe im B2B-Sektor oft noch analogen Relikten. Einkäufer und Techniker verbringen unverhältnismäßig viel Arbeitszeit mit dem Warten auf Angebote, dem Vergleich von Konditionen per E-Mail oder der telefonischen Abfrage von Lieferzeiten. Dieser administrative Aufwand bindet Ressourcen, die an anderer Stelle in der Produktion oder Instandhaltung fehlen. Der Ruf nach einer Plattformlösung, die den „Oldschool“-Charakter des technischen Einkaufs beendet, wird lauter. Ein Akteur, der genau diese Lücke zwischen traditionellem Teilehandel und moderner E-Commerce-Logik schließt, gewinnt dabei zunehmend an Profil. Nämlich Partbase. In diesem Artikel wird das Unternehmen vorgestellt.
Digitale Transformation ersetzt veraltete Bestellprozesse
Der Markt für Industrie-Ersatzteile ist traditionell fragmentiert und unübersichtlich. Wer eine spezifische Steuereinheit, einen Sensor oder hydraulische Komponenten benötigt, muss oft mehrere Distributoren kontaktieren. Genau an diesem Punkt setzt Partbase an, um die Komplexität radikal zu reduzieren. Das Unternehmen hat es sich zur Aufgabe gemacht, als zentraler „Go-To-Shop“ für Industriekomponenten zu fungieren und deckt dabei ein breites Portfolio an Premium-Herstellern ab.
Die Logik dahinter folgt einer klaren Strategie: Prozessgeschwindigkeit und Datenverfügbarkeit entscheiden heute über Wettbewerbsvorteile. Muss eine Maschine aufgrund eines Defekts stillstehen, zählt jede Stunde. Herkömmliche Anfrageprozesse, bei denen Preise und Verfügbarkeiten erst manuell durch Sachbearbeiter ermittelt werden müssen, sind in solchen Szenarien ein Risikofaktor. Die Plattform begegnet diesem Problem mit einer vollständigen Digitalisierung der Informationskette. Anstatt auf Rückrufe zu warten, erhält der Nutzer sofortigen Zugriff auf alle relevanten Daten. Dies markiert einen Bruch mit den Gewohnheiten der alten Branche, in der Informationshoheit oft beim Verkäufer lag. Jetzt liegt sie beim Einkäufer.
Technologiegetriebene Preisgestaltung durch Automatisierung
Ein häufiges Missverständnis im B2B-Bereich ist die Annahme, dass guter Service und hohe Verfügbarkeit zwangsläufig mit hohen Margenaufschlägen einhergehen müssen. Die Struktur dieses Anbieters beweist das Gegenteil. Durch eine konsequente Software-Orientierung und Automatisierung interner Abläufe konnte eine schlanke Kostenstruktur etabliert werden. Wo klassische Händler einen großen Verwaltungsapparat finanzieren müssen, greifen hier digitale Skaleneffekte.
Diese Effizienz gibt das Unternehmen über die Preisgestaltung an die Kunden weiter. Es handelt sich dabei nicht um kurzfristige Lockangebote, sondern um ein systemisches Modell: Starke Lieferantenbeziehungen kombiniert mit minimalen manuellen Eingriffen im Bestellprozess ermöglichen Konditionen, die im Marktvergleich oft überlegen sind. Für Einkaufsabteilungen, die unter konstantem Kostendruck stehen, ist dies ein entscheidendes Argument. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um den einmaligen Bedarf einer Werkstatt oder das regelmäßige Einkaufsvolumen eines Großkonzerns handelt – wobei für Letztere durch individuelle Kundengruppen und angepasste Preisstaffeln weitere Optimierungen bereitstehen.
Datenqualität als Basis für Planungssicherheit
Das vielleicht größte Ärgernis für technische Einkäufer ist die Ungewissheit über Liefertermine. Viele Onlineshops zeigen lediglich Bestandsdaten an. Ist ein Artikel nicht auf Lager, folgt oft der Hinweis „auf Anfrage“. Dies erzeugt eine Blackbox für die Instandhaltungsplanung.
Die hier umgesetzte Lösung geht einen Schritt weiter. Die Plattform liefert präzise Produktdaten inklusive konkreter Lieferzeiten – und zwar selbst für Teile, die aktuell nicht im eigenen Lager vorrätig sind. Möglich wird dies durch eine tiefe Vernetzung der Datenströme. Man muss also keine E-Mail schreiben, um zu erfahren, wann eine Komponente eintrifft. Diese Transparenz schafft Planungssicherheit. Techniker wissen sofort, wann die Anlage wieder laufen kann, und Einkäufer können ihre Termine gegenüber der Geschäftsführung verlässlich kommunizieren. Die Informationstiefe beschränkt sich dabei nicht nur auf die Logistik; technische Spezifikationen und Kompatibilitäten sind ebenso direkt einsehbar, was Fehlbestellungen minimiert.
Funktionen maßgeschneidert für den professionellen Einkauf
Der Unterschied zwischen einem B2C-Shop und einer professionellen B2B-Plattform zeigt sich im Detail der Funktionen. Gewerbliche Käufer benötigen Features, die sich in ihre firmeninternen Freigabeprozesse einfügen. Ein einfaches „In den Warenkorb legen“ reicht hier oft nicht aus.
Aus diesem Grund wurde beispielsweise die automatische Generierung von PDF-Angeboten implementiert. Ein Einkäufer kann sich den Warenkorb zusammenstellen und mit einem Klick ein formelles Angebot erzeugen, das dann intern zur Unterschrift vorgelegt werden kann. Dies beschleunigt den bürokratischen Teil der Beschaffung enorm. Ebenso ermöglicht die Funktion des „Warenkorb-Teilens“ eine kollaborative Arbeitsweise: Ein Techniker wählt die benötigten Ersatzteile aus, teilt den Warenkorb mit der Einkaufsabteilung, und diese löst die Bestellung aus. Positionen im Warenkorb lassen sich zudem individuell definieren, um Kostenstellen oder Projektnummern direkt zuzuordnen.
Für Großkunden, die ihre Prozesse noch stärker automatisieren wollen, bietet die Plattform nahtlose Integrationen in bestehende ERP-Systeme wie SAP. Über OCI-Schnittstellen oder andere Anbindungen wird der Katalog direkt im eigenen System verfügbar, was Medienbrüche eliminiert und den administrativen Aufwand auf ein Minimum reduziert. Auch Rahmenverträge lassen sich abbilden, was langfristige Geschäftsbeziehungen und Preissicherheit garantiert.
Nachhaltigkeit und Internationalisierung
Der Blick auf den gesamten Lebenszyklus einer Maschine offenbart einen weiteren Aspekt der Plattformstrategie: den Reparaturservice. Anstatt bei einem Defekt sofort den Neukauf zu forcieren, bietet man direkt über die Produktdetailseite eine Option zur Reparatur an. Dies spart nicht nur Kosten im Vergleich zur Neuanschaffung, sondern verlängert auch die Nutzungsdauer bestehender Anlagen – ein Faktor, der in der heutigen Industrielandschaft zunehmend an Gewicht gewinnt.
Da deutsche Maschinenbauer und Industrieunternehmen global agieren, muss auch die Ersatzteilversorgung international funktionieren. Mit einer Plattform, die in zehn Sprachen verfügbar ist, trägt das Unternehmen diesem Anspruch Rechnung. Internationale Standorte oder Tochtergesellschaften können so auf denselben Katalog und dieselben Qualitätsstandards zugreifen wie die deutsche Zentrale. Dies verhindert den Wildwuchs an lokalen Lieferanten und bündelt das Einkaufsvolumen.
Die Mission, den B2B-Bereich aus seiner analogen Starre zu befreien, wird hier konsequent verfolgt. Es geht nicht nur darum, Teile von A nach B zu schicken, sondern darum, den gesamten Beschaffungsprozess so reibungslos wie möglich zu gestalten. Transparenz, Geschwindigkeit und technische Exzellenz bilden dabei das Fundament, auf dem moderne Industrieunternehmen ihren Einkauf neu aufstellen können.
Text: Hannes Graubohm