Im Südsudan beobachten die Vereinten Nationen eine deutliche Eskalation der Gewalt, vor allem im Bundesstaat Jonglei. Zwischen Regierungstruppen und oppositionellen Kräften kommt es dort zu massiven Zusammenstößen, die bereits Hunderttausende Menschen in die Flucht getrieben haben. Vertreter der UN warnen vor einer weiteren Verschärfung der Lage und fordern den Sicherheitsrat zu einem klaren Signal gegen Angriffe auf Zivilisten und Helfer auf.
UN warnen vor wachsender Gewalt im Südsudan
Die Vereinten Nationen registrieren im Südsudan eine zunehmende Gewalteskalation. Insbesondere im Bundesstaat Jonglei kommt es nach UN-Angaben zu Zusammenstößen zwischen Regierungstruppen und oppositionellen Kräften.
Jean-Pierre Lacroix, Leiter der Hauptabteilung Friedenssicherungseinsätze der Vereinten Nationen, machte am Dienstag (Ortszeit) vor dem UN-Sicherheitsrat die politische Blockade im Land für die Zuspitzung verantwortlich. „Die politische Pattsituation zwischen den wichtigsten Unterzeichnern des Revitalisierten Friedensabkommens führt weiterhin zu erhöhten Spannungen, die sich in bewaffneten Auseinandersetzungen in vielen Teilen des Landes äußern“, sagte Lacroix dem UN-Sicherheitsrat.
Berichte über Luftangriffe und Massenvertreibungen
Lacroix zufolge berufen sich beide Seiten des Konflikts darauf, in Selbstverteidigung zu handeln, während sie sich zugleich auf mögliche massive Kampfhandlungen vorbereiten. Bereits jetzt gebe es Berichte über Luftangriffe, hetzerische Rhetorik und Massenvertreibungen, so der französische Diplomat.
Die aktuelle Lage erinnere die Bevölkerung an die Gewalt während der Jahre 2013 und 2016, erklärte Lacroix. Bereits jetzt seien über 280.000 Menschen aus Jonglei vertrieben worden. Viele von ihnen lebten in provisorischen Lagern ohne ausreichende Versorgung.
Humanitäre Hilfe erschwert
Während nach UN-Angaben über 10 Millionen Menschen im Südsudan auf humanitäre Hilfe angewiesen sind, ist der Zugang für Hilfsorganisationen nach Darstellung von Lacroix stark eingeschränkt. „Ich fordere diesen Rat nachdrücklich auf, eine klare, einheitliche Botschaft zu senden: Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen, medizinisches Personal und humanitäre Helfer, Infrastruktur und Vermögenswerte sind inakzeptabel“, sagte der UN-Untersekretär vor dem UN-Sicherheitsrat.
Die internationale Gemeinschaft müsse nach seinen Worten dafür sorgen, dass die politischen Akteure im Südsudan sich von diesem gefährlichen Abgrund zurückziehen, zum Dialog zurückkehren und einen Konsens über das weitere Vorgehen suchen. Zudem brauche es ausreichende humanitäre Mittel.
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