Der OB-Kandidat der Linken Osnabrück, Dr. Thomas Groß, fordert Stadt und Landkreis auf, die Planungen für die neue private medizinische Hochschule sofort einzustellen. Zum einen wurden die finanziellen Konsequenzen stark unterschätzt. Zweitens sind die Einwände gegen die soziale Schieflage der enormen Studiengebühren in keiner Weise ausgeräumt worden. Drittens haben die Kliniken zur Zeit ganz andere Sorgen.
Pläne als unverantwortliches Abenteuer
Groß weist darauf hin, dass die von Oberbürgermeisterin Pötter und Landrätin Kebschull genannte Zahl von 10 Millionen Euro für die Gründungsphase völlig unglaubwürdig ist. Für die erste Gründungsphase der medizinischen Ausbildung in Oldenburg sind schon im Jahr 2012 über 80 Millionen Euro veranschlagt worden. Für die zweite Ausbauphase in Oldenburg hat das Land bis 2028 weitere 125 Millionen Euro bereitgestellt. Für die neue Medizinische Universität Lausitz planen Bund und Länder sogar 3,7 Milliarden Euro ein. Angesichts der aktuellen Neuverschuldung der Kommunen handelt es sich laut Groß bei den Osnabrücker Plänen um ein unverantwortliches Abenteuer.
Versprochene Stipendien ohne Zusage
Ebenso gibt es bis heute anscheinend keine einzige Zusage für die versprochenen Stipendien, mit denen angeblich der Zugang für Studierende ohne reiche Eltern ermöglicht werden soll. Auch hier ist nicht ersichtlich, welche Kommune sich heute diese zusätzlichen Ausgaben leisten kann, für die vage Aussicht, in fünfzehn Jahren eine Arztpraxis besetzen zu können.
Schließlich weist Groß darauf hin, dass der jetzige Zeitpunkt, in dem die Kliniken im Raum Osnabrück selbst mit enormen Defiziten kämpfen und eine weitreichende Umstrukturierung vorbereiten, ganz ungeeignet ist, um ihnen die zusätzliche Belastung mit der keineswegs trivialen Entwicklung eines neuen Studiengangs aufzubürden.