BSW-Politikerin Sahra Wagenknecht kritisiert die geplante Abschaffung der täglichen Höchstarbeitszeit scharf. Das Schleifen des Acht-Stunden-Tages sei eine Kampfansage an Arbeitnehmer und Familien, warnt sie und sieht auch gesundheitliche Risiken durch längere Arbeitszeiten.
„Kampfansage an alle Arbeitnehmer und ihr Familienleben“
Die Gründerin und Namensgeberin des Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) Sahra Wagenknecht hält die geplante Abschaffung der täglichen Höchstarbeitszeit für einen Fehler. „Das Schleifen des Acht-Stunden-Tages ist eine Kampfansage an alle Arbeitnehmer und ihr Familienleben“, sagte sie der „Welt“ (Donnerstagausgabe).
„Schon heute leisten die Beschäftigten immer mehr Überstunden, die aktuell aber wenigstens mit entsprechenden Zuschlägen vergütet werden müssen. Gerade bei harter körperlicher Arbeit sind verlängerte Arbeitszeiten ein Anschlag auf die Gesundheit, ohnehin nehmen stressbedingte Erkrankungen seit Jahren zu“, sagte Wagenknecht der „Welt“. Längere Arbeitszeiten senkten zudem die Produktivität.
Kritik an SPD und Ruf nach Kurswechsel
Dass sich die SPD offenbar an einer möglichen Flexibilisierung beteilige, sei ein „Armutszeugnis“, so Wagenknecht in der „Welt“. „Statt Attacken auf Arbeitnehmer im Wochentakt brauchen wir endlich einen Kurswechsel in der Wirtschaftspolitik und eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit durch preiswerte Energie, Bürokratieabbau und Investitionen in die Infrastruktur.“ Die bestehenden Regelungen seien ausreichend flexibel, sagte sie der Zeitung.