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Startseite Deutschland & die WeltUmfrage: Deutsche Mehrheit will leistungsorientiertes Gymnasium statt Elternwahl
Deutschland & die Welt

Umfrage: Deutsche Mehrheit will leistungsorientiertes Gymnasium statt Elternwahl

von mit Material von dts Nachrichtenagentur, bearbeitet 29. Oktober 2025
von mit Material von dts Nachrichtenagentur, bearbeitet 29. Oktober 2025
Leeres Klassenzimmer / Foto: dts
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Eine Forsa-Umfrage für den Deutschen Philologenverband (DPhV) vom Oktober 2025 zeigt: Die große Mehrheit der Deutschen wünscht sich ein leistungsorientiertes Gymnasium und klar nach Leistung gestaltete Übergänge nach der Grundschule. 92 Prozent lehnen eine alleinige Elternwahl der weiterführenden Schule ab; 85 Prozent erwarten Leistungsanforderungen, die auf ein Hochschulstudium vorbereiten, wie die „Welt“ berichtet.

Mehrheit für leistungsorientierten Übergang

In der Umfrage „Meinungen zum Gymnasium“ spricht sich eine übergroße Mehrheit dafür aus, bei der Entscheidung über den Wechsel von der Grundschule auf weiterführende Schulen Leistungen der Schüler und die fachliche Einschätzung der Lehrkräfte neben den Wünschen der Eltern zu berücksichtigen. Das zeige klar, dass der Elternwille bei den Bürgern nicht über dem Leistungsgedanken stehe, heißt es vom Philologenverband, der die Interessen der Gymnasiallehrer vertritt. Während die Bildungspolitik in den meisten Bundesländern eine verbindliche, leistungsorientierte Schulartempfehlung ablehne, wünsche sich die Bevölkerung das Gegenteil. Sie wolle „mit überwältigender Mehrheit eine Orientierung an der Leistung der Kinder bei der Übergangsentscheidung von der Grundschule an das Gymnasium oder andere weiterführende Schulen“, sagte die DPhV-Bundesvorsitzende Susanne Lin-Klitzing.
Auch die Expertise der Lehrkräfte solle dabei wieder eine wesentliche Rolle spielen, so Lin-Klitzing weiter. „Reine Elternwahl gefährdet gerechte Lernbedingungen für alle.“, so Lin-Klitzing weiter. Deshalb plädiere der Deutsche Philologenverband wiederholt für eine verbindliche leistungsorientierte Übergangsempfehlung und fordere die Bildungspolitiker auf, endlich wieder umzusteuern.

Gymnasium als Vorbereitung aufs Studium

Den hohen Stellenwert des Leistungsgedankens in der Bevölkerung spiegeln auch die Antworten auf die Frage, ob das Gymnasium auf eine Hochschulausbildung vorbereiten sollte: 85 Prozent der Befragten sind der Meinung, die Leistungsanforderungen an Gymnasiasten sollten so hoch sein, dass sie auf ein Hochschulstudium vorbereitet sind. „Das Gymnasium gilt nach wie vor als die vorbereitende Schulart für das Studium. Es wird in der Bevölkerung als Vermittler allgemeiner Bildung und als Sprungbrett für akademische Leistung angesehen“, sagte Lin-Klitzing. „Das Abitur muss wieder echte Studierfähigkeit garantieren – und keine rein rechnerisch erworbene Abitur-Abschlussnote.“, sagte Lin-Klitzing. Ihr Verband fordere die Politik daher auf, zu einem „angemesseneren Verhältnis von Leistung und Bewertung“ zurückzukehren und nicht „weiterhin leistungsfeindliche Entscheidungen“ zu treffen. So sei es etwa zu wenig, wenn für das Bestehen einer Abiturklausur nur 45 Prozent der Leistung erbracht werden müssten.

Abitur als Zugangsvoraussetzung und IQB-Bildungstrend

Etwa zwei Drittel der Befragten (68 Prozent) befürworten die bestandene Abiturprüfung weiterhin als entscheidende Voraussetzung für die Aufnahme eines Hochschulstudiums. Dabei zeigen sich regionale und altersmäßige Unterschiede: Während im Osten 80 Prozent das Abitur als notwendig ansehen, sind es im Westen 66 Prozent; je jünger die Befragten, desto eher gilt, dass es auch andere Zugangsvoraussetzungen geben sollte.
Der Philologenverband bewertet die Umfrageergebnisse auch vor dem Hintergrund des kürzlich veröffentlichten IQB-Bildungstrends 2024, der „besorgniserregende Leistungseinbrüche“ gezeigt habe – auch am Gymnasium. Die Mehrheit der Bevölkerung wolle eine stärkere schulische Leistungsorientierung – sowohl beim Übergang von der Grundschule auf die weiterführenden Schulen als auch beim Abitur, so Lin-Klitzing. Den Leistungsgedanken infrage zu stellen, sei aus Sicht der Bevölkerung der falsche Schluss, so die Verbandschefin. „Was allerdings infrage gestellt werden muss, sind die inhaltlich im Anspruch verflachten bildungspolitischen Entscheidungen der letzten 25 Jahre. Das darf so nicht weitergehen.“, sagte Lin-Klitzing.

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mit Material von dts Nachrichtenagentur, bearbeitet

Dieser Artikel wurde mit Material der Nachrichtenagentur dts erstellt, kann jedoch durch unsere Redaktion ergänzt oder aktualisiert worden sein.

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