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Startseite Deutschland & die WeltZwangsversteigerungen von Immobilien steigen in Deutschland weiter
Deutschland & die Welt

Zwangsversteigerungen von Immobilien steigen in Deutschland weiter

von mit Material von dts Nachrichtenagentur, bearbeitet 22. Juli 2025
von mit Material von dts Nachrichtenagentur, bearbeitet 22. Juli 2025
Foto: dts
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Im ersten Halbjahr 2025 ist die Zahl der Zwangsversteigerungen in Deutschland weiter gestiegen. Mit insgesamt 7.240 aufgerufenen Immobilien und einem Gesamtverkehrswert von 2,23 Milliarden Euro verzeichnet der Markt laut Fachverlag Argetra einen Anstieg sowohl bei der Anzahl als auch beim Volumen der Versteigerungen. Insbesondere Wohnimmobilien sind betroffen, wobei regionale Unterschiede deutlich werden.

Anstieg der Zwangsversteigerungen setzt sich fort

Nach aktuellen Daten des Fachverlags Argetra, der regelmäßig die Termine des Zwangsversteigerungsmarktes in Deutschland auswertet, wurden im ersten Halbjahr 2025 insgesamt 7.240 Immobilien zwangsversteigert. Das entspricht einer Steigerung von 4,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der gesamte Verkehrswert dieser Immobilien lag bei 2,23 Milliarden Euro, was im Vergleich zu 2,17 Milliarden Euro im Vorjahr einem Zuwachs von 2,8 Prozent entspricht. Daraus ergibt sich, dass die einzelnen Objekte im Durchschnitt etwas niedriger bewertet wurden.

Setzt sich der Trend aus dem ersten Halbjahr 2025 fort, könnten im Gesamtjahr rund 14.500 Immobilienobjekte zwangsversteigert werden – ein Anstieg um 7,8 Prozent im Vergleich zu 2024 mit 13.445 Objekten. Dies geht aus der Auswertung von Argetra hervor.

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Zinsentwicklung

Bemerkenswert ist laut Argetra, dass der Anstieg der Zwangsversteigerungen in einem Umfeld erfolgt, das sowohl von einer wirtschaftlich beginnenden Erholung als auch von steigenden Immobilienpreisen und einem niedrigen Inflationsumfeld geprägt ist. Im Juni 2025 hatte die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Leitzins von 2,25 auf 2,00 Prozent gesenkt. „Es war die achte Senkung in Folge, seit der Leitzins vor exakt einem Jahr im Juni 2024 erstmals von 4 auf 3,75 Prozent reduziert wurde“, berichtet Argetra.

Gleichzeitig sind die Bauzinsen jedoch gestiegen. Laut Analysten wurden zuletzt im Schnitt für zehnjährige Darlehen etwa 3,5 Prozent fällig, während es vor sechs Monaten noch 3,3 Prozent waren. Damit sind Kredite für Immobilienkäufer, die häufig sechsstellige Beträge finanzieren, teurer geworden. Die aktuellen Zinssätze liegen deutlich über dem Niveau der Niedrigzinsphase von 2021 bis 2022, als Hypothekendarlehen mit zehnjähriger Laufzeit zu Zinssätzen zwischen 0,85 und 1,5 Prozent vergeben wurden. Diese Darlehen stehen in den Jahren 2031 und 2032 zur Verlängerung an.

Regionale Unterschiede und Stadt-Rankings

Die Häufigkeit der Zwangsversteigerungen unterscheidet sich regional teils deutlich. Betrachtet man die Anzahl der Termine pro 100.000 Haushalte, ist die Zahl in Thüringen mit 32 fast dreimal so hoch wie in Bayern mit 13. Bundesweit waren im Durchschnitt 18 von 100.000 Haushalten im Halbjahr von Zwangsversteigerungen betroffen, im Vorjahr lag der Wert bei 17. Rund 69 Prozent der zwangsversteigerten Immobilien entfielen auf Wohnimmobilien, wobei der größte Anteil auf Ein- und Zweifamilienhäuser entfiel, gefolgt von Eigentumswohnungen. Die verbleibenden 31 Prozent betrafen Gewerbegrundstücke, Wohn- und Geschäftshäuser, Grundstücke und sonstige Immobilien.

In Bezug auf die Verkehrswerte wurden in Berlin die höchsten Durchschnittswerte mit über 870.000 Euro je Immobilie aufgerufen. Hamburg folgt mit durchschnittlich 840.000 Euro auf Platz zwei. Thüringen bildet mit einem Durchschnittswert von 93.000 Euro das Schlusslicht. Der bundesweite Durchschnitt lag bei 307.679 Euro, nach 314.028 Euro im Vorjahreszeitraum.

Unter den vierzig Städten mit den absolut meisten Terminen führt Berlin, gefolgt von Chemnitz, München, Leipzig und Zwickau. In den untersuchten 40 Standorten, die etwa 18 Prozent der Bevölkerung repräsentieren, werden 30 Prozent aller Immobilienversteigerungen durchgeführt. Damit liegt die Quote dort deutlich über dem Bundesschnitt. Neu in der „Blacklist“ der Top-40-Zwangsversteigerungsschwerpunkte sind unter anderem Würzburg, Gelsenkirchen, Celle, Kassel, Fürth in Bayern und Bad Kreuznach. Aus der Liste herausgefallen sind die Städte Landau/Pfalz, Gera, Gießen, Wuppertal, Stralsund und Karlsruhe.

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mit Material von dts Nachrichtenagentur, bearbeitet

Dieser Artikel wurde mit Material der Nachrichtenagentur dts erstellt, kann jedoch durch unsere Redaktion ergänzt oder aktualisiert worden sein.

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