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Startseite AktuellEntscheidungskompetenz nicht beim Markenvorstand: IG Metall und Betriebsrat fordern Perspektive für VW-Werk Osnabrück
AktuellOsnabrück

Entscheidungskompetenz nicht beim Markenvorstand: IG Metall und Betriebsrat fordern Perspektive für VW-Werk Osnabrück

von Dominik Lapp 4. Mai 2025
von Dominik Lapp 4. Mai 2025
Volkswagen Osnabrück / Foto: Pohlmann
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Die jüngste Äußerung des VW-Markenvorstands, ab Oktober 2027 keine Konzernfahrzeuge mehr am Standort Osnabrück zu produzieren, hat bei IG Metall, Betriebsrat und Belegschaft scharfe Kritik ausgelöst. Die Gewerkschaft und die Arbeitnehmervertretung fordern von Volkswagen ein klares Bekenntnis zur Zukunft des Werkes und verlässliche Perspektiven für die Beschäftigten. 

VW-Management muss sorgfältig abwägen

Bereits in den vergangenen Monaten hatten IG Metall und Betriebsrat auf die Notwendigkeit einer strategischen Weichenstellung hingewiesen. Der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Osnabrück, Stephan Soldanski, betont: „Das VW-Management muss sorgfältig abwägen, ob es auf dieses eingespielte und hochqualifizierte Team verzichten will. Als IG Metall sehen wir neben dem bewährten Geschäftsmodell zahlreiche Möglichkeiten, unter dem Dach von Volkswagen neue Auftragsfertigungen für verschiedene Branchen zu etablieren. Unser klares Ziel ist es, Osnabrück als nachhaltigen Industriestandort zu erhalten und die Arbeitsplätze von Stammbeschäftigten, Leiharbeitern und Logistikern auf dem Werksgelände langfristig zu sichern.“

Auch der Vorsitzende des Osnabrücker Betriebsrats, Jürgen Placke, mahnt eine klare Zukunftsstrategie an: „Mit der Tarifeinigung vom Dezember des vergangenen Jahres hat Volkswagen sich klar zur Verantwortung für den Standort in Osnabrück bekannt. Die Verlängerung der Produktion des T-Roc Cabriolets war ein erster wichtiger Schritt. Es muss jedoch langfristige Planungssicherheit für die Beschäftigten geben! Wir erwarten daher, dass der Vorstand zu seinem Wort steht und frühzeitig über den Spätsommer 2027 hinaus tragfähige wirtschaftliche Perspektiven für den Standort entwickelt.“

Placke verweist auf die erfolgreiche Geschichte des Werkes, das schon für verschiedene Konzernmarken wie Porsche, Skoda oder Bentley gefertigt hat. Auch in Zukunft wolle man „einen Beitrag zur automobilen Zukunft von Volkswagen leisten“, betont er. Dafür brauche es jedoch „ein klares Bekenntnis des Unternehmens!“

Verhalten des Markenvorstands in der Kritik

In einer gemeinsamen Erklärung kritisieren Soldanski und Placke das Verhalten des Markenvorstands deutlich: „Die getroffene Entscheidung ohne das Aufzeigen von klaren Perspektiven wirft aktuell mehr Fragen als Antworten auf. Nicht nur, dass das Vorgehen und die Kommunikation schlechter Stil sind; auch die Wertschätzung gegenüber der Mannschaft lässt tief blicken!“

Ihr Appell an die Unternehmensführung ist unmissverständlich: „Anstatt aufzuzeigen, was nicht mehr gehen soll, muss Volkswagen klar und deutlich sagen, wie denn die Zukunft für die Beschäftigten in Osnabrück konkret aussieht! Und genau daran werden wir Volkswagen messen und massiv eine Zukunft für den Standort Osnabrück und die Beschäftigten einfordern!“

Klarstellung des VW-Konzernbetriebsrates

Ein Sprecher des VW-Konzernbetriebsrates stellte inzwischen klar, dass die Entscheidungskompetenz in dieser Frage nicht beim Markenvorstand liege: „Am VW-Standort Osnabrück wird bis Herbst 2027 das T-Roc-Cabrio produziert. Für die Zeit danach ist der Volkswagen-Konzern in der Pflicht, für eine wirtschaftliche Zukunftsperspektive am Standort zu sorgen. Das ist unverändert der Stand der gemeinsamen Einigung, die Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite Ende 2024 geschlossen haben.“ Zudem liege die Zuständigkeit für mögliche Konzernmodelle nach 2027 beim Konzernvorstand, nicht beim Markenvorstand. Das Vorgehen sei „nicht nachvollziehbar“ und habe „Unruhe in der Belegschaft ausgelöst“. In der Zwischenzeit sollen bereits Gespräche mit dem Markenvorstand stattgefunden haben.

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Dominik Lapp

Dominik Lapp ist seit 2023 Redaktionsleiter der HASEPOST. Der ausgebildete Journalist und Verlagskaufmann mit Zusatzqualifikation als Medienberater, Social-Media- und Eventmanager war zuvor unter anderem als freier Reporter für die Osnabrücker Nachrichten, die Neue Osnabrücker Zeitung und das Meller Kreisblatt sowie als Redakteur beim Stadtmagazin The New Insider und als freier Autor für verschiedene Kultur-Fachmagazine tätig. Seine größte Leidenschaft gilt dem Theater, insbesondere dem Musical und der Oper, worüber er auch regelmäßig auf kulturfeder.de berichtet.

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