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Startseite Deutschland & die WeltHistorische Dokumente im Bundesarchiv drohen zu verfallen
Deutschland & die Welt

Historische Dokumente im Bundesarchiv drohen zu verfallen

von mit Material von dts Nachrichtenagentur, bearbeitet 25. April 2025
von mit Material von dts Nachrichtenagentur, bearbeitet 25. April 2025
Stasi-Unterlagen-Archiv (Archiv) / via dts Nachrichtenagentur
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Das Bundesarchiv steht vor einem akuten Platzproblem. Präsident Michael Hollmann warnt vor dem Verfall historischer Dokumente, sollten zeitnah keine Entscheidungen über einen Erweiterungsbau getroffen werden. Besonders betroffen sind neben dem Zentralbau in Koblenz auch Außenstellen wie jene mit Stasi-Unterlagen. Die Politik ist dringend gefordert, notwendige Ressourcen bereitzustellen, um das kulturelle Gedächtnis Deutschlands zu bewahren.

Archivgut in Gefahr: Präsident fordert rasches Handeln

Das Bundesarchiv benötigt dringend mehr Lagerkapazität, um den dauerhaften Erhalt historischer Dokumente sicherzustellen. „Sollte in der kommenden Legislatur keine Entscheidung für einen Erweiterungsbau fallen, sei ‚tatsächlich Gefahr im Verzug’“, sagte der Präsident des Bundesarchivs, Michael Hollmann, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Freitagausgabe). Hollmann warnte: „Wir können uns keinen Zeitverlust mehr leisten, da es sich um inhärente Prozesse handelt, die im Material liegen und die wir nicht stoppen können.“

Archiv am Limit – Politik muss entscheiden

Die Kapazitäten des Archivs seien „bereits an die Grenzen gestoßen“, so Hollmann weiter. Er betonte: „Das Parlament müsse eine Entscheidung treffen. ‚Sind wir eine Gesellschaft, die stolz darauf ist, mit Geschichte verantwortungsvoll umzugehen und dieses Gedächtnis auch zu bewahren? Dann müssen wir auch was dafür tun‘, so Hollmann.“ Weiter führte er aus: „Ansonsten besteht selbst im Bundesarchiv die Gefahr, dass Archivgut zerfällt. Wenn es so weit kommt, war es nicht unsere Unfähigkeit, sondern der mangelnde Wille, das Bundesarchiv mit den notwendigen Ressourcen auszustatten.“ Von dem drohenden Platzmangel betroffen sind laut Hollmann nicht nur der Zentralbau in Koblenz, sondern auch Außenstellen, in denen unter anderem Stasi-Unterlagen aufbewahrt werden.

Erweiterungsbedarf schon lange bekannt

Das Thema fehlender Lagerkapazität ist laut Hollmann nicht neu. „Wir bringen unsere Argumente immer wieder ein, aber am Ende wird es wahrscheinlich darum gehen, dass sehr, sehr viel Geld bereitgestellt werden muss“, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Er forderte: „Wir brauchen eine nachhaltige Aufmerksamkeit für das, was nötig ist. Und das kann ich gerne jedem verantwortlichen Politiker immer wieder sagen.“ Immerhin gebe der Koalitionsvertrag von Union und SPD „Anlass zu berechtigter Hoffnung, indem nicht nur die Digitalisierung, sondern auch die Entwicklung der Standorte so explizit benannt werden“.

Bedeutung der Dokumente und aktuelle Nutzung

Auch 80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs sei das Interesse an historischen Themen groß. Hollmann erklärte: „Das Bundesarchiv wird stark genutzt, gerade auch zu NS-Themen. Zuletzt gingen dazu pro Jahr knapp 75.000 personenbezogene Anträge bei uns ein.“ Dem Bundesarchiv komme dabei eine wichtige Rolle zu, indem es „jedermann authentische, verlässliche Quellen zur Verfügung stellt, damit möglichst wenig im luftleeren Raum und ohne Bezugnahme auf Belegbares diskutiert wird“. Ziel sei es, zu verhindern, dass Geschichte „frei erfunden“ werde.

Das Bundesarchiv verwahrt 540 Kilometer Akten sowie umfangreiches Bild- und Tonmaterial. Der Zentralbau in Koblenz, errichtet in den 1980er-Jahren, verfügt über drei Magazintürme. Für drei weitere wurde der Platz reserviert, bislang jedoch nicht finanziert.

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mit Material von dts Nachrichtenagentur, bearbeitet

Dieser Artikel wurde mit Material der Nachrichtenagentur dts erstellt, kann jedoch durch unsere Redaktion ergänzt oder aktualisiert worden sein.

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