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Startseite AktuellFressnapf-Filiale an der Hannoverschen Straße: Kunden ärgern sich über Knöllchen
AktuellOsnabrück

Fressnapf-Filiale an der Hannoverschen Straße: Kunden ärgern sich über Knöllchen

von Dominik Lapp 13. November 2023
von Dominik Lapp 13. November 2023
Foto: Pohlmann
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Im März 2023 hat der Heimtier-Spezialist „Fressnapf“ in den Räumlichkeiten des ehemaligen „Staples“-Büromarkts an der Hannoverschen Straße eine so genannte XXL-Filiale eröffnet. Während Kundinnen und Kunden einerseits das erweiterte Sortiment loben, ärgern sich andererseits immer mehr über Gebühren-Abzocke auf dem Kundenparkplatz.

„Unglaublich. Da bekommt man zum Einkauf drei Monate später einen schwachsinnigen Strafzettel. Nie wieder Fressnapf Hannoversche Straße! Ich setze keinen Fuß mehr in die Filiale. Aktive Kundenabwehr“, lautet die aktuellste Google-Bewertung für die Filiale, die dort 15 Stunden vor Veröffentlichung dieses Textes erschienen ist. Das steckt dahinter: Seit Juni wird der Kundenparkplatz von „Fressnapf“ von dem privaten Parkraumbewirtschaftungsunternehmen ParkTimes betreut. Wer dort einkauft, darf maximal zwei Stunden kostenlos parken, muss dafür aber eine Parkscheibe benutzen. Entsprechende Schilder wurden aufgestellt. Wer die Parkscheibe vergisst, bekommt rund drei Monate später Post von ParkTimes und soll eine saftige Strafe bezahlen: 34 Euro plus 4,90 Euro für „Auslagen“, also insgesamt 38,90 Euro!

Parkscheibe: ja oder nein?

Auch andere Einzelhändler wie der benachbarte Tedox-Markt und einige Edeka-Märkte arbeiten mit der nicht unumstrittenen Firma zusammen. Was den „Fressnapf“ an der Hannoverschen Straße angeht, häufen sich dort in jüngster Zeit aber die Fälle von Kundinnen und Kunden, die beteuern, eine Parkscheibe verwendet zu haben und trotzdem zur Kasse gebeten wurden.

„Ich habe eine Parkscheibe verwendet, sie auch korrekt eingestellt und habe trotzdem Post von ParkTimes erhalten“, berichtet ein Kunde, der anonym bleiben möchte, unserer Redaktion. Das deckt sich mit dem, was ein anderer Kunde in seiner Google-Bewertung schreibt: „Wir haben jetzt die dritte Strafe zahlen müssen, weil wir angeblich keine Parkscheibe eingelegt haben.“ Der Kunde gibt zu, die ersten beiden Male wirklich die Parkscheibe vergessen und deshalb die Vertragsstrafe anstandslos bezahlt zu haben, aufgrund dieses teuren Lehrgelds aber beim dritten Mal definitiv an die blaue Scheibe gedacht zu haben. Einzige Konsequenz für ihn: „Weil wir nicht jedes Mal 40 Euro fürs Parken bezahlen wollen, kommen wir nie wieder.“

Parkplatzregelung bei Fressnapf XXL in Osnabrück / Foto: Pohlmann

Parkplatzregelung bei Fressnapf XXL in Osnabrück. / Foto: Pohlmann

Ist „Fressnapf“ nicht zuständig?

Laut übereinstimmenden Berichten von Betroffenen, sollen die Mitarbeitenden in der „Fressnapf“-Filiale jegliche Schuld von sich weisen, da der Parkplatz nicht zum Unternehmen gehört. Zusammen mit dem Parkplatz an der Hannoverschen Straße 1 überwacht ParkTimes auch noch die Stellplätze an der Neulandstraße 2-4.

Eine weitere Ex-Kundin schreibt bei Google: „Hatte definitiv eine Parkscheibe im Auto – dann kam der Brief von ParkTimes über 38,90 Euro. Beweisfoto kann nur gerichtlich angefordert werden.“ Unsere Redaktion hat ParkTimes und die „Fressnapf“-Zentrale um eine Stellungnahme geben, aber von keinem der beiden Unternehmen eine Rückmeldung erhalten. Stattdessen heißt es auf der Webseite von ParkTimes: „Jeder Vorgang wurde fotografisch dokumentiert. Eine Prüfung des Sachverhaltes ist daher ohne Weiteres möglich, genauso eine Einsichtnahme.“

Kunde findet klar Worte: Wegelagerei

Kundinnen und Kunden, die tatsächlich keine Parkscheibe verwendet haben, ärgern sich darüber, dass ParkTimes nicht mit sich reden lässt – selbst dann nicht, wenn sie anhand von Kassenbons und Kontoabbuchungen beweisen können, dass sie wirklich bei „Fressnapf“ eingekauft haben. Einer der Kunden sieht eigentlich nur noch eine Möglichkeit: „Ich werde dort weiterhin einkaufen, aber den Spieß jetzt umdrehen.“ So wolle er künftig die Parkscheibe auslegen und davon ein Beweisfotos machen, auf dem man die Parkscheibe mit Uhrzeit und das Kennzeichen erkennen könne. „Jedes Handy speichert bei Fotos mittlerweile Datum, Uhrzeit und den Ort der Aufnahme. Sollte ich dann trotzdem noch mal eine Rechnung erhalten und man erkennt das nicht als Beweis an, werde ich juristische Hilfe in Anspruch nehmen.“

Andere Kundinnen und Kunden scheint „Fressnapf“ dagegen schon verloren zu haben, glaubt man den Google-Bewertungen. Von „Parkplatz-Abzocke“, „Wegelagerei“ und „null Service-Orientierung“ ist dort zu lesen. Einer berichtet: „Unsere Tochter ist im Auto sitzen geblieben. Nach kurzer Zeit kam ein Mann angelaufen, hat ein Foto von unserem Auto gemacht und ist dann schnell wieder in sein Auto gestiegen. Da wartet einer darauf, dass man die Kunden abzocken kann.“

Eine verzwickte Situation

Letztendlich ist die Situation verzwickt: Der Kundenservice von ParkTimes, so wird zumindest berichtet, sieht keinen Handlungsspielraum, das „Fressnapf“-Personal an der Hannoverschen Straße sagt, man sei nicht zuständig – und deren Social-Media-Team antwortet auf jede negative Eintragung nur mit einer Standardantwort: Man möge sich für einen Austausch unter einer angegebene E-Mailadresse melden.

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Dominik Lapp

Dominik Lapp ist seit 2023 Redaktionsleiter der HASEPOST. Der ausgebildete Journalist und Verlagskaufmann mit Zusatzqualifikation als Medienberater, Social-Media- und Eventmanager war zuvor unter anderem als freier Reporter für die Osnabrücker Nachrichten, die Neue Osnabrücker Zeitung und das Meller Kreisblatt sowie als Redakteur beim Stadtmagazin The New Insider und als freier Autor für verschiedene Kultur-Fachmagazine tätig. Seine größte Leidenschaft gilt dem Theater, insbesondere dem Musical und der Oper, worüber er auch regelmäßig auf kulturfeder.de berichtet.

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