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Startseite Deutschland & die WeltBesorgniserregender Anstieg von Inobhutnahmen gemeldet
Deutschland & die Welt

Besorgniserregender Anstieg von Inobhutnahmen gemeldet

von mit Material von dts Nachrichtenagentur, bearbeitet 26. Juni 2023
von mit Material von dts Nachrichtenagentur, bearbeitet 26. Juni 2023
EKD-Ratsvorsitzende erschüttert über Gewalt unter Jugendlichen
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(mit Material von dts Nachrichtenagentur) Jugendämter nehmen 40 Prozent mehr Kinder und Jugendliche in Obhut

Die Zahl der Inobhutnahmen von Kindern und Jugendlichen in Deutschland hat im vergangenen Jahr deutlich zugenommen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, nahmen die Jugendämter in Deutschland im Jahr 2022 über 66.400 Kinder und Jugendliche zu ihrem Schutz vorübergehend in Obhut. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Inobhutnahmen um rund 18.900 Fälle oder 40 Prozent. Bereits im Jahr 2021 war die Zahl der Inobhutnahmen um fünf Prozent gestiegen. Der Hauptgrund für den Anstieg in beiden Jahren war ein wachsendes Aufkommen an unbegleitet eingereisten Minderjährigen aus dem Ausland.

Unbegleitete Einreise als Hauptgrund für Anstieg der Inobhutnahmen

Im Jahr 2022 stieg die Zahl der Inobhutnahmen aufgrund unbegleiteter Einreise um 17.300 Fälle (+153 Prozent). Schon im Zuge der Fluchtmigration ab 2015 waren die Fallzahlen durch das Aufkommen an unbegleitet eingereisten Minderjährigen stark gestiegen. Damals wurde der Höchststand im Jahr 2016 mit rund 84.200 Inobhutnahmen erreicht, darunter waren rund 44.900 Fälle nach unbegleiteten Einreisen. Als Reaktion darauf führte der Gesetzgeber ein neues Verfahren ein, wonach die Betroffenen unmittelbar nach der Einreise zunächst vorläufig in Obhut genommen werden, um sie anschließend auf alle Jugendämter im Bundesgebiet zur regulären Inobhutnahme zu verteilen. Obwohl seit 2017 beide Verfahren in der Statistik zählen, waren die Fallzahlen seitdem zunächst gesunken, erst 2021 setzte ein erneuter Anstieg ein, der nun im Jahr 2022 zu 28.600 Inobhutnahmen nach unbegleiteter Einreise führte.

Mehr Inobhutnahmen wegen dringender Kindeswohlgefährdung und Selbstmeldungen

Neben der unbegleiteten Einreise trugen weitere Entwicklungen zum Anstieg der Inobhutnahmen bei. Nach einem Rückgang in den Corona-Jahren 2020 und 2021 nahmen 2022 auch erstmals wieder die Inobhutnahmen wegen dringender Kindeswohlgefährdung zu – und zwar um fünf Prozent. Außerdem wandten sich 2022 wieder mehr Kinder und Jugendliche selbst mit der Bitte um eine Inobhutnahme an das Jugendamt (+vier Prozent). Insgesamt haben die Jugendämter damit 2022 die meisten Inobhutnahmen – nämlich rund 29.800 Fälle – wegen dringender Kindeswohlgefährdungen durchgeführt.

Anlässe für Inobhutnahmen und deren Dauer

Die unbegleitete Einreise war im Jahr 2022 auch bei den insgesamt 13 möglichen Anlässen für eine Inobhutnahme mit Abstand am häufigsten genannt (43 Prozent). Die Überforderung der Eltern – im Vorjahr noch an erster Stelle der möglichen Anlässe – rückte dadurch 2022 auf Rang 2 (26 Prozent). Dahinter folgten Anzeichen für Vernachlässigungen (11 Prozent) und körperliche Misshandlungen (10 Prozent). Bei fast jedem fünften betroffenen Jungen oder Mädchen (18 Prozent) handelte es sich um Ausreißer. Gut jede zehnte Inobhutnahme dauerte mit drei Monaten oder mehr vergleichsweise lang (11 Prozent). Nach Beendigung der Maßnahme kehrte über ein Drittel der Kinder und Jugendlichen (37 Prozent) an den bisherigen Lebensmittelpunkt zurück. Gut ein weiteres Drittel (36 Prozent) bekam ein neues Zuhause in einer Pflegefamilie, einem Heim oder einer betreuten Wohnform.

Herkunftsländer der unbegleitet eingereisten Minderjährigen

Angaben zu den Herkunftsländern der unbegleitet eingereisten Minderjährigen liegen der Kinder- und Jugendhilfestatistik nicht vor, aus dem aktuellen „Bericht der Bundesregierung über die Situation unbegleiteter ausländischer Minderjähriger in Deutschland“ geht allerdings hervor, dass die meisten unbegleitet eingereisten Minderjährigen in den Jahren 2021 und 2022 aus Afghanistan und Syrien kamen. Die Ukraine spielte demnach im Jahr 2022 als Herkunftsland offenbar eine eher untergeordnete Rolle. Bei insgesamt zehn der 13 möglichen Anlässe für eine Inobhutnahme sind die Fallzahlen 2022 gestiegen: Abgesehen von der unbegleiteten Einreise waren die stärksten Anstiege bei Anzeichen für Vernachlässigungen, körperlichen Misshandlungen und Delinquenz oder Straftaten der Minderjährigen zu verzeichnen.

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mit Material von dts Nachrichtenagentur, bearbeitet

Dieser Artikel wurde mit Material der Nachrichtenagentur dts erstellt, kann jedoch durch unsere Redaktion ergänzt oder aktualisiert worden sein.

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