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Startseite AktuellNach 13 Jahren: Bald kein „SubstAnZ“ mehr in der Frankenstraße?
AktuellOsnabrück

Nach 13 Jahren: Bald kein „SubstAnZ“ mehr in der Frankenstraße?

von Hasepost 10. August 2022
von Hasepost 10. August 2022
Foto: SubstAnZ
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„SubstAnZ“ in der Frankenstraße bald Geschichte? / Foto: SubstAnZ

Seit 2009 ist das selbstverwaltete Zentrum „SubstAnZ“ an der Frankenstraße 25a in Osnabrück zu finden – unweit des Partyviertels rund um die Dammstraße. Doch jetzt soll der Mietvertrag auslaufen, die neue Miete nicht mehr zahlbar sein. Was passiert dann mit dem Kulturzentrum?

Der bestehende Mietvertrag läuft 2024 aus. „Die Vermieter haben uns signalisiert, dass sie den Mietvertrag nicht verlängern werden“, sagt Henrik Breuer vom „SubstAnZ“. Bereits zum 31. Mai 2015 hätten die damals neuen Eigentümer, die WLH GmbH, eine Sonderkündigungsklausel genutzt, um den bestehenden Vertrag aufzukündigen. Zähneknirschend habe man einem neuen und deutlich teureren Mietvertrag zugestimmt. „Selbst bei einer jetzigen Neuauflage des Mietvertrages wäre eine Mieterhöhung nicht verkraftbar“, heißt es in der Mitteilung. Zwar habe man vor der Pandemie immer zuverlässig die Miete gezahlt, aber schon das sei zunehmend schwieriger geworden.

Seit Jahren schon spiele das selbstverwaltete Zentrum mit der Idee, eigene Räume zu beziehen. „Wir haben keine Lust mehr auf Mieterhöhungen und die Abhängigkeit von Vermieter:innen“, stellt Jessica Kellner vom „SubstAnZ“ klar. Daher bestehe die Absicht, ein eigenes Gebäude in Osnabrück zu erwerben. Damit wolle man „dieses dauerhaft der privaten Spekulation und somit der kapitalistischen Verwertungslogik entziehen und als selbstverwalteten Freiraum ohne finanzielle Gewinnabsichten für politisch und kulturell aktive Menschen erreichbar machen“, so der Wortlaut in der Mitteilung.

Stadt soll von Vorverkaufsrecht Gebrauch machen

Mit kulturellen Events bietet das Kulturzentrum auch unbekannten Künstlerinnen und Künstlern sowie Bands eine Bühne. Seit einigen Jahren ist es zudem Kukuk-Partner, da Kultur und Bildung nicht abhängig vom Portemonnaie sein dürfe. Viele Akteuere, die sonst keinen Platz in der Stadt haben, konnten und können im SubstAnZ ihren Raum finden wie FridaysForFuture, das Bündnis für bezahlbaren Wohnraum, das Frauenstreik-Bündnis oder auch SCHLAU Osnabrück, die ehrenamtliche Aufklärungsarbeit über Vielfalt von Lebensweisen, insbesondere von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transpersonen leistet. Zudem gibt es eine Open-Wall für Jugendliche, um Graffiti zu sprühen oder regelmäßig Vorträge und Lesungen.

„Seit Jahren steht das SubstAnZ für unabhängige unkommerzielle Bildung und Kultur in Osnabrück. Das soll auch so bleiben!“, lautet die Forderung. Alternative Zentren und alternative Jugendhilfe bräuchten unabhängige Räume – deshalb stelle der Verein vier Forderungen an die Gesellschaft: Man wolle mehr Aufmerksamkeit und Möglichkeiten für nicht-kommerzielle und soziale Einrichtungen. Zudem sollten Osnabrückerinnen und Osnabrücker sich mit dem „SubstAnZ“ und ähnlichen Projekten solidarisieren und diese unterstützen. Außerdem fordere man ein Umdenken bei der Stadt und dass sie künftig von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch mache, um Gebäude Institutionen zur Verfügung zu stellen.

Martin Wüst, der derzeitige Vermieter, möchte ein ausgiebiges Kulturhofkonzept auf dem Gelände verwirklichen.

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