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Startseite AktuellSpiegel: Boris Pistorius könnte Bundesminister werden – wenn er kein Mann wäre
AktuellKommentarMeinung & Kolumne

Spiegel: Boris Pistorius könnte Bundesminister werden – wenn er kein Mann wäre

von Heiko Pohlmann 25. Mai 2022
von Heiko Pohlmann 25. Mai 2022
Boris Pistorius
25

Bleibt er in Hannover oder kann er für Olaf Scholz die Misere der gleich mehrfach glücklos besetzten Ministerposten klären helfen? Wieder einmal wird spekuliert, ob der ehemalige Osnabrücker Oberbürgermeister von Hannover nach Berlin wechseln könnte. Nach SPD-interner Logik ist der kompetente Minister leider gefangen im falschen Körper – er ist ein Mann, und Männer kann Olaf Scholz im Kabinett derzeit nicht gebrauchen.

eine Beobachtung von Heiko Pohlmann

Osnabrücks ehemaliger Oberbürgermeister Boris Pistorius ist inzwischen deutlich länger Landesinnenminister in Hannover (neun Jahre) als er Chef im Osnabrücker Rathaus war (knapp sieben Jahre). Das zeugt nicht nur von Beharrlichkeit, irgendetwas muss der Mann richtig machen, weshalb er auch im politischen Berlin immer wieder auf Listen auftaucht, die angeblich heiße Kandidaten für vakante Ministerposten präsentieren.

Ich-Bezogene SPD-Minister und ein hilfloser Bundeskanzler

Bundeskanzler Olaf Scholz, der mit Selbstverteidigungsministerin Christine Lambrecht und Selbstdarsteller Karl Lauterbach bereits zwei Problemminister im Kabinett hat, muss sich nun auch noch damit herumschlagen, dass seine Innenministerin Nancy Faeser zumindest der Gerüchteküche nach auf dem Sprung zum Selbstfindungskurs in ihre alte Heimat Hessen ist, wo sie im kommenden Jahr bei der dann anstehenden Landtagswahl als Kandidatin für den Posten als erste hessische Ministerpräsidentin antreten könnte.

Pistorius ist kein Job-Hopper

DER SPIEGEL spekuliert nun über eine vorzeitige Ablösung von Faeser durch den Osnabrücker Pistorius, dem Eskapaden der Problemminister Lauterbach und Lambrecht fremd sind und der ausweislich seiner Vita nicht zum Job-Hopping neigt.

„Landesinnenminister Boris Pistorius war im Wahlkampf von Martin Schulz 2017 das Gesicht für alles, was mit innerer Sicherheit zu tun hatte“, erinnert sich das Hamburger Nachrichtenmagazin. Und trotz des massiven Wahldebakels von Schulz, blieb Pistorius bis zuletzt auf der Liste der möglichen SPD-Minister der vergangenen Großen Koalition; tatsächlich wurde es schließlich Horst Seehofer von der CSU und Pistorius blieb in Hannover.

Jobs werden bei der SPD nicht nach Kompetenz vergeben

„Und auch jetzt würde Pistorius mutmaßlich nicht lange zögern, sollte der Ruf aus der Hauptstadt kommen“, meint DER SPIEGEL, „doch dass dieser Ruf einen Mann ereilt – davon kann man im Moment kaum ausgehen“, heißt es abschließend.
Hintergrund: Die Sozialdemokraten sind wie ihre Grünen Koalitionspartner gefangen in einem selbstauferlegten Quotierungs-Zwang, der Geschlechtszugehörigkeit vor Kompetenz oder Wählerwillen stellt. Bundeskanzler Scholz hatte zur Regierungsbildung versprochen die Ministerämter paritätisch zu besetzen, daher kann nach derzeitiger Lage Pistorius nicht ins Bundeskabinett wechseln, zumal innerhalb der Sozialdemokratie aktuell nicht einmal eine passende Kandidatin für das kompetenzbefreit besetzte Verteidigungsressort aufzutreiben ist, in dem Christine Lambrecht weiterhin dilettiert und sich inzwischen den Spitznamen „Null-Bock-Ministerin“ erarbeitet hat.

Titelfoto: Boris Pistorius bei einem Besuch der Rettungsleitstelle Osnabrück, 2019 (Archiv Hasepost)

 


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Heiko Pohlmann

Heiko Pohlmann gründete die HASEPOST 2014, basierend auf dem unter dem Titel "I-love-OS" seit 2011 erschienenen Tumbler-Blog. Die Ursprungsidee reicht auf das bereits 1996 gestartete Projekt "Loewenpudel.de" zurück. Direkte Durchwahl per Telefon: 0541/385984-11

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