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Startseite AktuellHunderte Ukrainer in Osnabrück angekommen – Käthe-Kollwitz-Schule wird Flüchtlingsunterkunft
AktuellOsnabrück

Hunderte Ukrainer in Osnabrück angekommen – Käthe-Kollwitz-Schule wird Flüchtlingsunterkunft

von Lukas Brockfeld 22. März 2022
von Lukas Brockfeld 22. März 2022
"Close the sky" dieses Bild hängt in der Flüchtlingsunterkunft. / Foto: Brockfeld
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„Close the sky“: Dieses Bild hängt in der Flüchtlingsunterkunft. / Foto: Brockfeld

Seit knapp einem Monat tobt ein blutiger Krieg in der Ukraine. Inzwischen sind etwa 3,5 Millionen Menschen ins Ausland geflüchtet, weitere 6,5 Millionen sind im eigenen Land auf der Flucht. Um die Ukrainer in Osnabrück zu versorgen, wurde eine Flüchtlingsunterkunft in der ehemaligen Käthe-Kollwitz-Schule eingerichtet. 

In der ehemaligen Käthe-Kollwitz-Schule (KKS) ist seit kurzem wieder viel los: Die Stadt Osnabrück hat in den Gebäuden eine Unterkunft für Geflüchtete aus der Ukraine eingerichtet. Bis zu 300 Menschen sollen hier vorübergehend Zuflucht finden. Zur Zeit können allerdings maximal 60 Geflüchtete aufgenommen werden, da die Bernhard-Overberg-Schule bis April noch einige Räumlichkeiten nutzt.

Unterkunft bereits gut ausgestattet

In der Turnhalle wurden bereits provisorische Zimmer mit Hochbetten und Trennwänden aufgebaut. Es gibt einen Raum mit Waschmaschinen und die Großküche des städtischen Klinikums liefert Speisen. Die Ausländerbehörde hat einen Raum bezogen, damit sie die Daten der Geflüchteten aufnehmen kann. Außerdem können die Flüchtlinge sich mit einem eigens installierten PCR-Gerät auf Corona testen lassen und bekommen die Möglichkeit, sich gegen das Virus impfen zu lassen. Die meisten Ukrainer bleiben nur 24 bis 72 Stunden in der KKS und ziehen dann in private Unterkünfte.

Oberbürgermeisterin Katharina Pötter (2. von links) lässt sich ein Zimmer in der Turnhalle der KKS zeigen. / Foto: Brockfeld

Oberbürgermeisterin Katharina Pötter (2. von rechts) lässt sich ein Zimmer in der Turnhalle der KKS zeigen. / Foto: Brockfeld

Hilfsbereitschaft und Improvisation

„In kurzer Zeit wurde in den Räumlichkeiten der ehemalige Käthe-Kollwitz-Schule eine Infrastruktur aufgebaut, mit der wir zumindest kurzfristig die Flüchtlinge vorläufig aufnehmen können, die vor dem Krieg fliehen“, sagt Oberbürgermeisterin Katharina Pötter. „Wir erleben eine große Hilfsbereitschaft in Osnabrück. 600 Menschen haben sich bei uns gemeldet, um private Unterkünfte anzubieten. Wir mussten improvisieren, um so schnell alles zu organisieren. Unsere Kollegin Yuliya Druker arbeitet zum Beispiel eigentlich im Fachbereich Finanzen. Da sie ukrainische Wurzeln hat, ist jetzt als Übersetzerin in der Käthe-Kollwitz-Schule tätig.“

In der Turnhalle der KKS stehen Hilfsgüter bereit. / Foto: Brockfeld

In der Turnhalle der KKS stehen Hilfsgüter bereit. / Foto: Brockfeld

Viele kommen bei Freunden oder Verwandten unter

Knapp 20 Flüchtlinge aus der Ukraine werden der Stadt derzeit jeweils dienstags und donnerstags vom Land Niedersachsen zugewiesen. Darüber hinaus erreichen die Friedensstadt weitere Flüchtlinge, die in unregelmäßigen Abständen an der KKS nach einer Unterkunft suchen. Über freundschaftliche oder auch familiäre Beziehungen zu in Osnabrück lebenden Ukrainern haben inzwischen 984 Flüchtlinge eine Unterkunft gefunden, die der Stadtverwaltung bekannt sind. Insgesamt stehen aktuell 403 private Unterbringungsmöglichkeiten zur Verfügung, die Osnabrückerinnen und Osnabrücker gemeldet haben. Über die Wohnraumversorgung des Fachbereichs Soziales konnten in den vergangenen Wochen 119 Personen in 34 Unterkünfte vermittelt werden.

Waschmaschinen in der Flüchtlingsunterkunft. / Foto: Brockfeld

Waschmaschinen in der Flüchtlingsunterkunft / Foto: Brockfeld

Weitere Flüchtlinge erwartet

Die Situation in der Ukraine verschlimmert sich von Tag zu Tag und Beobachter rechnen nicht mit einem baldigen Ende des Flüchtlingsstroms. „Ich erwarte, dass wir in den kommenden Wochen noch deutlich mehr Kriegsflüchtlinge in der Stadt aufnehmen müssen“, so die Oberbürgermeisterin. „Wir sondieren also und schauen im Stadtgebiet nach Immobilien, in denen wir eine größere Anzahl Menschen unterbringen und versorgen können. Insbesondere müssen wir uns um die Kinder und Jugendlichen kümmern. Die Kleinsten müssen zunächst ankommen dürfen, bevor wir ihnen anbieten können, in Kitas und Schulen zu gehen. Auch das wird nicht ganz einfach. Unabhängig davon stellt der Fachbereich für Kinder, Jugendliche und Familien ein Programm für die ukrainischen Kinder und ihre Mütter zusammen.“

Der russische Überfall auf die Ukraine begann vor knapp einem Monat. In dieser kurzen Zeit kamen etwa halb so viele Flüchtlinge in Osnabrück an, wie während der gesamten Flüchtlingskrise der Jahre 2015/16.

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Lukas Brockfeld

Lukas Brockfeld ist seit dem Sommer 2019, erst als Praktikant und inzwischen als fester Mitarbeiter, für die Redaktion der HASEPOST unterwegs.

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