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Startseite AktuellGroßer Kampf des VfL Osnabrück: Sieg in Würzburg gegen Tabellen-Schlusslicht
AktuellBremer BrückeVfL Osnabrück

Großer Kampf des VfL Osnabrück: Sieg in Würzburg gegen Tabellen-Schlusslicht

von Hermann Schmidt 24. April 2021
von Hermann Schmidt 24. April 2021
HASEPOST Redaktion
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Hermann Schmidt, unser Sportreporter, berichtet aus der Flyer-Alarm-Arena in Würzburg.

Vor dem Spiel

In der Pressekonferenz des VfL Osnabrück hat Trainer Markus Feldhoff in seiner betont unspektakulären und nüchternen Art deutlich gemacht, welche Bedeutung dieses Spiel für den VfL hat. Er sprach den großen Zusammenhalt innerhalb des Kaders an. Zur taktischen Einstellung seines Teams äußerte er, dass man das Spiel von Beginn an offensiver zu gestalten suche, wobei die Schwierigkeit darin läge, dass der Gegner das auch zulassen müsse.

Eine offensivere Ausrichtung der Spieltaktik: das hätten sich die lila-weißen Fans in vielen der Rückrunden-Spiele gewünscht. Zu selten kamen Bälle in den gegnerischen Strafraum, den man im Fußballer-Neudeutsch heute als „Box“ bezeichnet- und folglich blieben VfL- Tore Mangelware. Als Beobachter sieht man das bevorstehende Spiel inzwischen mit einer gewissen Gelassenheit. Man erwartet keine Wunder mehr von diesem VfL Osnabrück. Aber wenn eines geschehen würde, dann wäre die Freude umso größer.

Die Gastgeber weisen bei gleicher Anzahl von Spielen vor dem Spiel 6 Punkte weniger auf als der VfL und tragen die rote Laterne. Viermal in der laufenden Saison wurde bei den Mainstädtern der Trainer gewechselt.

VfL Osnabrück offensiv verbessert

Der Maisonne scheint auf Würzburg, als Schiedsrichter Waschitzki die Abstiegskonkurrenten zum Tanz bittet. Die Flyeralarm-Arena hat den Charme eines Stadions aus den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, es wäre vielleicht besser bei der Bezeichnung Stadion am Dollenberg geblieben. Die Einlaufmusik dramatisch, der Rasen schön grün. Der VfL Osnabrück tritt in Gelb an, die Gastgeber in Rot. Bei den Würzburger Kickers feiert Torwart Eric Verstappen sein Saisondebüt, da Bonmann und Giefer nicht zur Verfügung stehen. Beim VfL sitzen Gugganig, Wolze und Amenyido auf der Bank. Dafür stehen Ken Reichel, Maurice Multhaup und Ludovit Reis in der Startelf.

Der VfL stößt an und trägt einen flotten Angriff mit Ken Reichelüber den linken Flügel vor. Der Spielaufbau der Gastgeber wird früh gestört. In der 6. Minute kassiert Maurice Trapp gleich mal eine zweifelhafte gelbe Karte. Lotric (Würzburg) senst einen VfL- Spieler um; Waschitzki lässt weiterlaufen. Es geht zur Sache am Dollenberg. Van la Parra foult Beermann, auch jetzt kein Gelb. In der ersten Viertelstunde zeigt das Team von Markus Feldhoff, dass es weiß, was die Stunde geschlagen hat.

VfL mit zahlreichen Chancen aber zunächst ohne Erfolg im Abschluss

Ein Angriff auf der rechten Seite, vorgetragen von Sebastian Kerk über Ludovit Reis, landet in der Abwehr der Gastgeber. Direkt danach setzt Sebastian Kerk einen strammen Flachschuss an den rechten Pfosten der Kickers. Beermann macht ein starkes Spiel und räumt ab, was abzuräumen ist, tatkräftig unterstützt von Ludovit Reis. In der zwanzigsten Minute ein Kurzpassangriff über rechts und unmittelbar folgend das Duo Sebastian Kerk und Christian Santos im Vorwärtsgang, und schließlich der dritte Versuch mit einem Kopfball von Kevin Reichel: Drei sehenswerte Aktionen, bei denen mindestens ein Tor hätte herausspringen müssen. Chancen im Sekundentakt. In der 25. Minute vergibt Reis erneut in aussichtsreicher Position.

Bisher ist unübersehbar, warum die Würzburger Kickers ganz unten stehen. Van la Parra spielt völlig unbedrängt einen Pass auf Sebastian Kerk. So etwas sieht man auch nicht alle Tage. Der VfL bleibt überlegen, zeigt ein gefälliges Spiel, bringt den Ball aber nicht ins Tor der schwachen Würzburger.

„Wo ist Pieringer?“

Nach einer Ecke der Würzburger schreit deren Trainer Ralf Santelli: „Wo ist Pieringer?“. Pieringer ist nicht zu sehen, aber eine Minute danach zeigt er sich. Philipp Kühn kann den Ball aufnehmen. Einen Moment später dann erneut Pieringer, der frei auf Kühn zuläuft, den Ball jedoch über die Querlatte hebt. Kurz vor der Halbzeit lässt der Druck im Spiel der Osnabrücker etwas nach. Noch einmal setzt Kevin Reichel den aus der Luft genommenen Ball neben das Tor. Dann pfeift der Referee zum Pausentee. Bei besserer Chancenverwertung müsste der VfL Osnabrück hier 2:0 führen.

Die zweiten fünfundvierzig Minten beginnen die Franken offensiver, Sontheimer & Co kommen jedoch nicht zu einem zählbaren Erfolg. Reichel, Kerk und Ajdini halten mit gefälligen Spielzügen dagegen. Und endlich, in der 52. Minute, werden sie erlöst: Christian Santos köpft die Kugel nach einer Ecke von Kerk unerreichbar für Verstappen ins linke Toreck zum 1:0 für den VfL.

Im nächsten Spielzug sprintet Sebastian Kerk über das ganze Spielfeld, ballführend in rasantem Tempo, auf das Tor der Würzburger. Sein Schuss streicht nur Zentimeter am rechten Torpfosten vorbei.  Allein diese Aktion hätte ein weiteres Tor verdient. In der 60. Minute dann eine Chance am 5-m- Raum für die Würzburger. Die VfL-Abwehr kann klären.  Es folgt eine Drangperiode der Gastgeber. Trainer Santelli reklamiert wild gestikulierend einen Elfer wegen eines Schubsers und erhält dafür Gelb vom Schiedsrichter.

Und dann kommt das, was aufgrund des bisherigen Spielverlaufs kaum zu erwarten war: In der 66. Minute zirkelt Ronstadt einen Freistoß aus 25 m auf den Kasten von Philipp Kühn, und das ist der unverdiente Ausgleich zum 1:1 für die Würzburger. Nun bekommen die Gastgeber erstmalig im Verlauf der Partie Oberwasser. Ein Abseitstor der Würzburger wird weder vom Referee vor Ort noch durch den Kölner Keller anerkannt.

Taffertshofer und Reis machen den Sack zu

79 Minuten sind gespielt als Ulrich Taffertshofer aus einer Gemengelage heraus im Würzburger Strafraum per Kopf das 2:1 für den VfL macht.

In der 85. Minute schließlich macht Ludovit Reis im 2. Versuch nach Flanke von Rechtsaußen den Sack zu: Der VfL führt 3:1! In der restlichen Spielzeit passiert nicht mehr viel. Die Gastgeber machen noch einmal Druck, doch der VfL lässt nichts mehr anbrennen. Ein Aufreger dann noch in der 93. Minute, als Wolze allein auf das Tor von Verstappen zuläuft, den Torhüter der Roten aber nicht überwinden kann.

Der Sieg des VfL ist vollauf verdient. Ob er noch Rettung bringen kann, ist offen. Das Team von Markus Feldhoff zeigte eine geschlossene Mannschaftsleistung.

Durch das Remis der Braunschweiger gegen Fortuna Düsseldorf müssen die Lila-Weißen zunächst dennoch auf Platz 17 verharren. Dennoch haben die Osnabrücker den Strohhalm ergriffen.

Zahlen und Daten

VfL Osnabrück- KSV Holstein Kiel  1:3  (0:3)

Würzburger Kickers:

Verstappen, Dietz, Krailich, Lotric (45. Meisel), Pieringer, Sontheimer, Munsy (85. Herrmann), Hägele (74. David), Feick (86.Baumann), Ronstadt, van la Parra (63.Kopacz).

VfL Osnabrück:

Philipp Kühn; Bashkim Ajdini (74. Konstatin Engel), Ulrich Taffertshofer, Timo Beermann, Ken Reichel (63. Kevin Wolze); Etienne Amenyido (63. Heider), Maurice Trapp, Ludovit Reis (87. David Blacha), Maurice Multhaup; Christian Santos, Sebastian Kerk.

Würzburger Kickers- VfL Osnabrück:  1:3   (0:0)

Tore:

0:1 Christian Santos (52.)

1:1 Ronstadt (66.)

1:2 Ulrich Taffertshofer (79.)

1:3 Ludovit Reis (85.)

Gelbe Karte:

Maurice Trapp (6.)

Kevin Wolze (68.)

Marvin Pieringer (70.)

Schiedsrichter:

Sven Waschitzki (Essen)

Die aktuelle Tabelle (Grafik aktualisiert sich fortlaufend)

Großer Kampf des VfL Osnabrück: Sieg in Würzburg gegen Tabellen-Schlusslicht

Titelfoto: Sebastian Kerk und Ulrich Taffertshofer freuen sich in Würzburg; Foto: IMAGO / foto2press

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Hermann Schmidt

Hermann Schmidt beobachtet den Fußball an der Hase von der Elbe aus. In Hamburg war der gebürtige Hesse lange Zeit als Verlagsmanager tätig. Zwanzig Jahre lang hat er selbst gespielt, in der Jugend als Stürmer und danach als Vorstopper in seiner Heimat und beim BFC Südring (Berlin). Schmidt ist Autor zahlreicher Fußballbücher und Biografien. Die Buchveröffentlichungen „Legenden des FC St. Pauli“ und „Männer trinken kein Fanta“ sind im Jahr 2020 erschienen. Zu seinen Lieblingsclubs gehören neben dem VfL auch Holstein Kiel, der FC St. Pauli und der 1.FC Köln.

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