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Startseite Osnabrück„Es muss endlich etwas passieren“: Internationaler Gedenktag „NEIN zu Gewalt an Frauen“
Osnabrück

„Es muss endlich etwas passieren“: Internationaler Gedenktag „NEIN zu Gewalt an Frauen“

von Hasepost 25. November 2020
von Hasepost 25. November 2020
(Archivbild) VHS wird orange angestrahlt.
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Anlässlich des Internationalen Aktions– und Gedenktags „NEIN zu Gewalt an Frauen“ äußern sich die Osnabrücker Ratsmitglieder der Linken-Fraktion Giesela Brandes-Steggewentz und Heidi Reichinnek. Gewalt an Frauen müsse auch nach dem 25. November im Gedächtnis der Bürger bleiben – nur so kann sie abgewendet werden.

„In der Bundesrepublik gab es im Jahr 2019 über 140.000 Opfer partnerschaftlicher Gewalt. Damit ist die Zahl gegenüber 2018 erneut angestiegen. In den vergangenen fünf Jahren kam es zu einem Anstieg um elf Prozent. Und hierbei handelt es sich nur um die gemeldeten Zahlen. Die Dunkelziffer wird von Opferverbänden auf 80 Prozent geschätzt. Opfer von häuslicher Gewalt sind mit 82 Prozent in der deutlichen Mehrheit weiblich. Diese Gewalttaten sind alltäglich. Die öffentlichkeitswirksamen Aktionen um den 25. November sind wichtig – alleine reichen sie aber nicht aus. Es muss endlich etwas passieren, um die erschreckende Realität, unter der viele Frauen täglich leiden müssen, zu verändern. Dabei kann es nicht nur um den Ausbau von Schutzangeboten geben. Es muss ein gesellschaftliches Klima geschaffen werden, dass den (männlichen) Tätern deutlich macht, dass ihr Verhalten eine Straftat ist, die sie nicht versteckt im Privaten ausüben können!“, so die beiden Ratsmitglieder.

Wohnpolitik hält Frauen bei gewalttätigen Männern

„Und es muss Frauen leichter gemacht werden aus derart toxischen Beziehungen auszubrechen. Dafür braucht es auch eine Vielzahl von politischen Maßnahmen. Der Gender Pay Gap muss endlich geschlossen werden. Die Wohnpolitik muss endlich dafür sorgen, dass es Menschen möglich ist bezahlbare Wohnungen zu finden. Denn Löhne, von denen Frauen kaum eigenständig leben können und steigende Mieten halten Frauen in Abhängigkeiten. Keine Frau sollte darauf angewiesen sein, aus finanziellen Überlegungen bei ihrem gewalttätigen Mann zu bleiben. In der aktuellen Situation müssen aber zunächst die Schutzangebote für von Gewalt betroffenen Frauen ausgebaut und dem Bedarf angepasst werden! Die Frauenhäuser sind oft völlig überlastet und müssen schutzsuchende Frauen abweisen. Dieser Zustand ist untragbar. Unsere Fraktion fordert seit Jahren eine bessere Ausstattung der Frauenhäuser. Passiert ist seitdem wenig“, so die Vertreterinnen der Linken.

„Stay at home“ verschärft die Situation

„In der Corona-Pandemie verschärft sich die Situation noch einmal. So meldet die Osnabrücker Frauenberatungsstelle derzeit zwei Hochrisikofälle pro Woche. Sonst sei es im Schnitt ein Fall gewesen. Homeoffice, Kontaktbeschränkung und Lockdowns lassen unser Leben zurzeit größtenteils zuhause stattfinden – ein Horror für Frauen mit gewalttätigen Männern“, folgern Reichinnek und Brandes-Steggewentz. „Es ist wichtig, dass in der aktuellen Situation das Thema auch über den 25. November hinaus in der Öffentlichkeit bleibt und immer wieder auf Hilfsangebote hingewiesen wird. Der immer weiter steigenden Zahl der häuslichen Gewalt muss endlich etwas entgegengesetzt werden. Es braucht hier eine deutliche Trendwende und ein gesamtgesellschaftliches und lautes NEIN zu Gewalt gegen Frauen.“

Ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen

Am heutigen Mittwoch, den 25. November werden zahlreiche Gebäude und Geschäfte in Osnabrück im Rahmen des Aktions- und Gedenktags „NEIN zu Gewalt an Frauen“ in Orange leuchten. Sie setzen damit ein deutliches Zeichen gegen häusliche Gewalt an Mädchen und Frauen. Auch die Redaktion der HASEPOST wird sich an der Aktion beteiligen.

Auch die VHS in Osnabrück wird orange leuchten.

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