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Startseite OsnabrückCorona-Krise bringt Tierheime an ihre Grenzen
Osnabrück

Corona-Krise bringt Tierheime an ihre Grenzen

von Linda von Velsen 31. März 2020
von Linda von Velsen 31. März 2020
Hund im Tierheim (Symbolbild)
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Um die Gesundheit der Bevölkerung, im Zuge der Ausbreitung des neuartigen Corona-Virus, zu schützen, mussten in den vergangenen Wochen zahlreiche Einrichtungen ihre Türen vorübergehend für den Besuchsverkehr schließen – darunter auch das Tierheim Tecklenburger Land.

Schon seit mehreren Tagen herrscht im Tierheim Tecklenburger Land ein Besuchsverbot. Zwar lässt sich per Telefon bei konkretem Interesse an der Adoption eines Tieres ein Termin vereinbaren, die offene Beratung zu den üblichen Öffnungszeiten kann allerdings nicht mehr angeboten werden. „Um für alle Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und Besucher das Risiko einer gesundheitlichen Gefährdung gering zu halten, beziehungsweise zu vermeiden, sind wir zu dem Entschluss gekommen, das Tierheim bis auf Weiteres für Besucher zu schließen“, heißt es auf der Website der Institution. Fundtiere können selbstverständlich weiterhin im Tierheim abgegeben und abgeholt werden. „In der aktuellen Situation haben viele Leute mehr Zeit und überlegen sich ein Tier anzuschaffen. Natürlich achten wir bei der Vermittlung darauf, dass das Tier auch bei Wiedereinkehren der Normalität bestens von seinem neuen Besitzer versorgt sein wird“, so Conny Backhaus, Tierheimleitung Tecklenburger Land.

Haustiere als Corona-Überträger?

Allerdings berichten Einrichtungen auch über vereinzelte Anrufe von besorgten Tierbesitzern, die ihre Schützlinge abgeben wollen. Grund dafür ist die Befürchtung, dass die Vierbeiner das neuartige Corona-Virus weiter verbreiten könnten. Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es bisher jedoch keine Erkenntnisse, die diese Sorge bestätigen könnten. „Es gibt keine Hinweise darauf, dass Hunde oder Katzen ein Infektionsrisiko für den Menschen darstellen oder eine Rolle bei der Verbreitung von SARS-CoV-2 spielen“, so das Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit. Nach aktuellem Erkenntnisstand gäbe es daher keine wissenschaftliche Grundlage für gesunde Personen, den Kontakt zum Haustier einzuschränken oder vollständig zu vermeiden.

Corona-Krise bringt Tierheime an ihre Grenzen

Das Tierheim nimmt auch Futterspenden dankend entgegen.

Besitzer in Quarantäne – und nun?

Mit Sorge wird allerdings die Versorgung der Tiere durch in Quarantäne versetzte Personen betrachtet. Wenn Herrchen das Haus nicht mehr zum Gassi-gehen oder Futter besorgen verlassen darf, wer soll sich das um das Wohl des Vierbeiners kümmern? Hinzu kommt, dass sich, laut Schätzungen des Tierschutzverbands, rund die Hälfte der Tierhalter in einer Altersgruppe über 50 Jahren befinden und somit besonders gefährdet sind. Für den Fall, dass Angehörige oder Bekannte nicht vorübergehend als „Ersatzherrchen“ einspringen können, stehen die Tierheime daher vor einem großen Kapazitätsproblem.

Schutz der Mitarbeiter

Um das Risiko einer Infektion zu verringern, teilen einige Tierheime ihre Mitarbeiter in zwei feste Gruppen ein, die zu verschiedenen Zeiten im Schichtensystem arbeiten. Dadurch soll der Kontakt der beiden Teams untereinander vermieden werden. Auch das Tierheim Tecklenburger Land plant ein solches System in naher Zukunft umzusetzen. „Für die freiwilligen Helfer haben wir es so geregelt, dass sie während sie hier sind, ausschließlich Kontakt zum Tier und nicht zu anderen Menschen haben“, erklärt die Tierheimleitung.

Deutscher Tierschutzbund fordert Notfallhilfe für Tierheime

Von staatlicher Seite erfahren die Einrichtungen bisher noch keine Notfallhilfe. Daher fordert der Deutsche Tierschutzbund Bundesregierung und Länder auf, bei den kürzlich vom Bundesrat beschlossenen Förder- und Hilfsmaßnahmen auch die Tierheime zu berücksichtigen. „Die Tierheime leisten derzeit großartige Arbeit für Tier und Mensch. Die Regeln dürfen nun nicht zu einem Flickenteppich der Hilfe führen. Die tierschützerische Arbeit verdient an jedem Ort der Republik gleichwertige Anerkennung“, so Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. In der aktuellen Situation sind die Tierheime daher mehr denn je auf Unterstützung angewiesen. Ob Patenschaften, Geld- oder Futterspenden – jede Hilfe wird dankbar angenommen. „Wir freuen uns über jede Unterstützung. Optimal ist es, wenn Menschen die uns mit Futter- und Sachspenden unter die Arme greifen wollen, vorher anrufen, um abzuklären, was aktuell benötigt wird. Finanzspritzen, damit wir unter anderem die weiter laufenden Tierarztkosten bezahlen können, werden natürlich auch dankend angenommen“, so Backhaus.

Das Tierheim Osnabrück wollte sich auf Anfrage unserer Redaktion leider nicht zu der aktuellen Situation äußern.

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Linda von Velsen

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