HASEPOST ¦ Zeitung und aktuelle Nachrichten für Osnabrück
  • Osnabrück
  • Region Osnabrück
  • Deutschland & die Welt
  • Kultur
  • Sport
  • Meinung & Kolumne
.
Gute Nachricht des Tages: Allergikerfreundlicher Apfel der Hochschule...
Gericht weist Klage von Ex-OB Griesert gegen Mehrfamilienhaus...
Vogelgrippe-Virus H5N1 im Zoo Osnabrück bestätigt
Einbruch in ein Wohnhaus in Bramsche
Feministischer Kampftag 2026: Am 8. März wird in...
Das bedeutet die Städtefreundschaft zwischen Hefei und Osnabrück
Das sind die nervigsten Baustellen in Osnabrück
In Osnabrück soll die Fachkräftesicherung gestärkt werden
Nächtliche Vollsperrung der Autobahn A33 zwischen Borgloh/Kloster Oesede...
Gartenabfallplätze der Stadt Osnabrück öffnen ab März wieder...
  • Impressum
  • Datenschutzerklärung
  • ✨ KI-Leitlinie
HASEPOST ¦ Zeitung und aktuelle Nachrichten für Osnabrück
  • Osnabrück
  • Region Osnabrück
  • Deutschland & die Welt
  • Kultur
  • Sport
  • Meinung & Kolumne
HASEPOST ¦ Zeitung und aktuelle Nachrichten für Osnabrück
HASEPOST ¦ Zeitung und aktuelle Nachrichten für Osnabrück
  • Osnabrück
  • Region Osnabrück
  • Deutschland & die Welt
  • Kultur
  • Sport
  • Meinung & Kolumne

© (1996) 2014 – 2026 osna.com GmbH
Impressum & Datenschutzerklärung.

Startseite Aktuell„Die Ärzte müssen entscheiden wer beatmet wird“ – Bericht aus dem italienischen Krisengebiet
AktuellDeutschland & die Welt

„Die Ärzte müssen entscheiden wer beatmet wird“ – Bericht aus dem italienischen Krisengebiet

von Linda von Velsen 18. März 2020
von Linda von Velsen 18. März 2020
/Foto: Roswitha Franz
15

In den letzten fünf Jahren wurde Italien von mehreren Erdbeben, Fluten und Brückeneinstürzen erschüttert. Jetzt kämpft das Land mit einer neuen Herausforderung: Dem Corona-Virus. Wie die in der Krisenregion lebende Roswitha Franz die aktuelle Situation erfährt, erzählt sie im Interview mit unserer Redaktion.

Am 17. März meldeten die Behörden 591 Corona-Infizierte in der norditalienischen Region Trentino – allein 106 davon aus Trient, der Provinzhauptstadt.

Die laut dem Smart City Index nachhaltigste Stadt Italiens hat seit mehreren Wochen mit der zunehmenden Ausbreitung des neuartigen Corona-Virus zu kämpfen. Es wurden bereits zahlreiche Maßnahmen getroffen, um die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen: Schulen, Universitäten, Restaurants, Kinos und viele weitere Institutionen bleiben vorerst geschlossen. Ausgenommen von der Regelung sind lediglich Kioske, Apotheken und Supermärkte. Der vor ein paar Wochen noch selbstverständliche Besuch des Tante-Emma-Ladens im Nachbardorf ist jetzt nur noch unter strengen Vorschriften möglich.

Sevignano liegt in Trentino, im Cembretal.

Sevignano liegt in Trentino, im Cembretal. Karte: OpenStreetMap-Daten | Lizenz: Open Database License (ODbL)

Ausgangsverbot mit wenigen Ausnahmen

Rosi Franz lebt in Sevignano, einem kleinen Ort im Cembratal, circa 28 km außerhalb der 118.000 Einwohner-Stadt Trient in Südtirol. Veränderungen durch das Inkrafttreten der neuen Verfügungen seien jedoch auch außerhalb der Großstädte zu spüren. „Bei uns im Dorf war es generell immer sehr ruhig“, erzählt sie, „Oft konnte ich die Kinder draußen durch mein Wohnungsfenster spielen und lachen hören – das hat sich jetzt geändert“. Wer das Haus verlassen möchte, muss eine Selbstauskunft des Ministeriums bei sich tragen. „Das Formular kann online abgerufen und ausgedruckt werden. Mit seiner Unterschrift bestätigt der Inhaber, dass er nicht in Quarantäne oder wissentlich am Corona-Virus erkrankt ist“, erklärt die Wahl-Italienerin. Ausnahmen für das Ausgangsverbot gelten nur bei Eintreten eines Notfalls, gesundheitlichen Belangen und dem Weg zur Arbeit. Als Bestätigung für Letzteres erhalten Betroffene ein Zertifikat ihres Arbeitgebers.

Strenge Strafen bei Verstoß

Mittlerweile gibt es in Italien über 20.000 gemeldeten Verstöße gegen das Ausgangsverbot. Die meisten Italiener halten sich allerdings an die Anordnungen der Regierung. „Die Menschen hier akzeptieren die aktuelle Situation, sind sehr verständnisvoll und übernehmen Verantwortung für ihre Mitmenschen. Wir müssen Alte und Kranke besonders schützen“, legt Franz dar. Bei Missachtung der neuen Regelung drohen Geldstrafen über 200 Euro oder Haftstrafen von bis zu zwei Jahren. „Wer wissentlich mit dem Corona-Virus infiziert ist und sich nicht an die Quarantäne Vorschriften hält, kann mit bis zu zwölf Jahren Gefängnis rechnen“, fügt Franz hinzu.

Einkauf mit Hindernissen

Das Ausgangsverbot reicht über den eigenen Haushalt, bis zum Verbot die Gemeinde zu verlassen, hinaus. „Einwohner der kleinen Gemeinden kommen nicht mehr in die großen Einkaufscenter. Die Beamten kontrollieren die Einfahrten stetig und überprüfen die Selbstauskünfte durchquerender Personen. Ich fahre in letzter Zeit immer zum kleinen Tante-Emma-Laden im Nachbardorf. Der liegt zum Glück noch in unserer Gemeinde“, erzählt Franz. Doch auch beim Einkaufen müssen strenge Vorschriften eingehalten werden: „In dem Lädchen sind nur bis zu drei Personen erlaubt, um den Sicherheitsabstand von einem Meter gewährleisten zu können. Die Kasse ist durch eine Plexiglas-Scheibe von den Kunden abgeschirmt. Wer einkaufen will, muss vor Betreten des Ladens Einmal-Handschuhe anziehen“, berichtet Franz. Eine Lebensmittelknappheit gäbe es allerdings nicht: „Als ich noch in den größeren Supermärkten einkaufen konnte, waren nur wenige Produkte komplett vergriffen. Beim nächsten Besuch hatte das Personal die ausverkaufte Ware auch schon wieder nachgefüllt.“ Ältere und alleinstehende Menschen können sich Lebensmittel und Medikamente nach Hause liefern lassen.

"Die Ärzte müssen entscheiden wer beatmet wird" - Bericht aus dem italienischen Krisengebiet

„Das Ortszentrum ist wie leer gefegt!“/Foto: Roswitha Franz

Katastrophale Situation in den Krankenhäusern

„Im Nachbardorf ist ein 83-jähriger Mann an dem Corona-Virus erkrankt“, erzählt Franz betroffen, „jetzt liegt er zur Behandlung im Krankenhaus. Dort herrschen mittlerweile katastrophale Zustände. Die Ärzte müssen entscheiden, wer beatmet wird und wen sie zum Sterben nach Hause schicken“. Um die Kapazitäten zu erhöhen haben die verzweifelten Hospitale Notzelte mit provisorischen Betten eingerichtet. Ärzte und Krankenpfleger, die noch im Studium sind, können ihre Prüfung vorzeitig ablegen, um direkt einsetzbar zu sein. „Dieses Angebot wird nicht selten angenommen“, berichtet die Wahl-Italienerin, „unsere Ärzte und Pflegekräfte versuchen trotz der Krisensituation stets positiv zu bleiben“. In Italien haben wir den Hashtag „#andràtuttobene„, zu deutsch: „Alles wird gut“.“

Unterricht per Videochat

Seit Schließung der Schulen und Universitäten findet Bildung online statt. Lehrer unterrichten ihre Schüler per Videochat oder schicken ihnen Aufgaben zu. „Die Kinder sehen die Situation relativ gelassen. Es ist schade, dass sie ihre Freunde vorerst nicht mehr treffen können, aber auch die jüngsten in Italien haben den Ernst der Lage verstanden“, erzählt die gebürtige Deutsche. Sie habe jedoch die Befürchtung, dass die Schulen noch lange geschlossen bleiben werden. Zur Abwechslung bleibt den Kindern immer noch der Garten, um sich auszutoben. „Die Menschen hier im Ort sind momentan oft draußen im Garten und betätigen sich handwerklich. Einige bauen sogar eigenes Gemüse an“, erzählt Franz.

#andràtuttobene

Kein anderes westliches Land hat bisher solch signifikante Maßnahmen getroffen wie Italien. In der Bevölkerung stößt das Vorgehen auf Verständnis: Für die Gemeinschaft aktiv zu sein bedeutet nicht immer große Taten vollbringen zu müssen. In Zeiten von Corona ist die Einschränkung der eigenen Freiheit zum Schutz der Schwächeren in der Gesellschaft bereits ein wichtiger Schritt. Gerade in der momentanen Situation ist Zusammenhalt und Rücksichtnahme wichtiger denn je – in diesem Sinne: #andràtuttobene!

 

0 Kommentare 0 FacebookTwitterPinterestEmail
Linda von Velsen

vorheriger Artikel
Beratung nur noch am Telefon: Diese Einrichtungen schließen für Publikumsverkehr
nächster Artikel
Morgen-Kommentar: Du bist das Virus!

das könnte Sie auch interessieren

Gericht stoppt vorerst Einstufung der AfD als rechtsextrem

26. Februar 2026

AfD darf vorerst nicht als „gesichert rechtsextrem“ eingestuft...

26. Februar 2026

DM-Chef verteidigt Online-Medikamente als Beitrag zur Gesundheitsreform

26. Februar 2026

Gute Nachricht des Tages: Allergikerfreundlicher Apfel der Hochschule...

26. Februar 2026

Luftfahrtverband warnt vor wachsender chinesischer Konkurrenz im Flugzeugbau

26. Februar 2026

Bundespräsidentenwahl: Bundesversammlung terminiert auf 30. Januar 2027

26. Februar 2026

Jusos warnen nach Heizungsdeal vor Nebenkosten-Explosion für Mieter

26. Februar 2026

Gericht weist Klage von Ex-OB Griesert gegen Mehrfamilienhaus...

26. Februar 2026

Vogelgrippe-Virus H5N1 im Zoo Osnabrück bestätigt

26. Februar 2026

Bund plant freiwillige Bürger-App mit digitaler Ausweis-Wallet

26. Februar 2026


Aktuelle Artikel

  • Gericht stoppt vorerst Einstufung der AfD als rechtsextrem

    26. Februar 2026
  • AfD darf vorerst nicht als „gesichert rechtsextrem“ eingestuft werden

    26. Februar 2026
  • DM-Chef verteidigt Online-Medikamente als Beitrag zur Gesundheitsreform

    26. Februar 2026
  • Gute Nachricht des Tages: Allergikerfreundlicher Apfel der Hochschule Osnabrück erhält Innovationspreis

    26. Februar 2026
  • Luftfahrtverband warnt vor wachsender chinesischer Konkurrenz im Flugzeugbau

    26. Februar 2026


Impressum

  • Facebook
  • Twitter
  • Instagram

© (1996) 2014 – 2026 osna.com GmbH   ·   Impressum & Datenschutzerklärung   ·   Made with ♡ in Osnabrück.   ·  Unsere Partnerportale:
OSNA.dating Partnersuche   ·   Hilfethemen für die US Einreise mit dem ESTA.  ·   www.kfz-versicherung-trotz-schufa.com  


zurück nach oben
HASEPOST ¦ Zeitung und aktuelle Nachrichten für Osnabrück
  • Home3 demos
  • Politics
  • Economy
  • Sport
  • Culture
  • Technology
  • Region Osnabrück+ Kreis ST
  • Seite 3