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Startseite AktuellDie Osnabrücker Theaterpassage: Opfer eines Immobilienfonds?
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Die Osnabrücker Theaterpassage: Opfer eines Immobilienfonds?

von Redaktion Hasepost 19. August 2016
von Redaktion Hasepost 19. August 2016
Der Lack ist ab...
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Die Theaterpassage ist „krank“ ist, das haben aufmerksame Osnabrücker schon lange vor Augen. Zuletzt verlies Photo Dose sein Ladenlokal an der Ecke zur Krahnstraße (HASEPOST berichtete) – Nachmieter: Fehlanzeige!

Längst vorbei die Zeiten, als die Immobilie ein Vorzeigeobjekt war, das man gerne auch Gästen der Stadt zeigte. Ältere Osnabrücker können sich vielleicht sogar noch an die spektakuläre Eröffnung mit Thomas Gottschalk in den 80er Jahren erinnern – und an den schillernden Bauherren Egon „Bubi“ Geerkens, der Jahrzehnte später als der Pate Trauzeuge zum Spielball der Medienkampagne gegen einen Bundespräsidenten wurde.

Eine Immobilie wie ein voll-verspolierter Golf GTI

Vorbei also die Zeiten von Schicki-Micki zwischen Krahnstraße und Domhof. Die Immobilie sieht aus wie aus der Zeit gefallen. Wie ein voll-verspolierter Golf GTI 16V passt die Passagen-Architektur nicht mehr in die Zeit. Doch warum unternimmt der Eigentümer, ein Immobilienfonds, nichts gegen den Verfall und lehnt sogar die Verlängerung von Mietverträgen ab?

Der Betreiber des Kiosks in der Theaterpassage, der im kommenden Jahr aus Altersgründen sein Geschäft verkaufen wollte, bestätigte gegenüber unserer Redaktion die Probleme mit der Verlängerung von Mietverträgen. Die geordnete Übergabe des Geschäfts an einen Nachfolger scheiterte daran, dass der Hausbesitzer den Mietvertrag nicht verlängern will.

Wird mit der Theaterpassage ein Fonds künstlich gepusht?

Nach Angaben eines Osnabrücker Immobilienspezialisten, der ungenannt bleiben möchte (Name der Redaktion bekannt), gibt es für den Unwillen des Eigentümers gegenüber einer Neuvermietung oder substantiellen Renovierungsmaßnahmen für ihn nur eine Erklärung.
Die faktisch langsam vor sich hin gammelnde einstige Vorzeige-Immobilie wird vom Eigentümer gegenüber Investoren noch immer als 1a-Objekt vermarktet. Dabei waren es gerade die Spitzenmieten der letzten Jahre, die den Mietern den Garaus gemacht haben. Es wird auch wohl niemals wieder einen Mieter geben, der bereit ist derartige Quadratmeterpreise zu bezahlen, aber diese fantastischen Mieteinnahmen stehen als potentielle Mieteinnahmen in den Büchern. Nicht was realistisch ist, sondern was das „Papier“ an Renditen verspricht, sei für den Eigentümer wichtig.

Neuvermietung würde den Immobilienfond belasten

Jede Neuvermietung zu einem realistischen Mietpreis, oder Aufwendungen in eine seit langem notwendige Renovierung, wären ein Eingeständnis an die Realität und würden die schöne „Papier-Wirklichkeit“ zerstören.
In der Folge müsste auch die Bewertung des Immobilienfonds, in den vermutlich hunderte oder tausende Kleinanleger investiert haben, korrigiert werden.
Tut der Immobilienfonds aber nichts – so wie man es seit Jahren bei der Theaterpassage beobachten kann – besitzen die Anleger des Immobilienfonds „auf dem Papier“ eine 1a-Lage in Osnabrück. Ähnlichkeiten mit der Subprime-Krise, die 2007 die Weltwirtschaft beinahe zum Zusammenbruch gebracht hatte, sind sicher nicht nur zufällig.

FDP-Vorsitzender spricht tacheles

In einer Ende vergangener Woche veröffentlichten Pressemitteilung findet der Osnabrücker FDP-Vorsitzende Moritz Gallenkamp klare Worte zur Theaterpassage: „Die einst strahlende Theaterpassage ist Opfer von Spekulanten geworden und nicht von angeblichen Widrigkeiten vor Ort (…)“, und weiter: „Wenn der Betreiber tatsächlich ein Interesse daran hätte etwas zu ändern, dann wäre er auch bereit zu investieren. Wenn man dann aus dem Umfeld hört, dass Architekten mit Vorschlägen zurückgewiesen werden, oder dass kein Interesse daran bestehe, bauliche Veränderungen für eine Vermietung vorzunehmen, dann liegt es allein am Betreiber, dass die Passage brach liegt und verkommt.“
Gallenkamp sieht die umliegenden Geschäftsleute in Geiselhaft des untätigen Immobilienfonds: „Das Schlimme ist aber, dass eine solche Ignoranz auch für die umliegenden Geschäfte Auswirkungen hat und zwar negative. Der Betreiber sollte endlich aktiv werden und investieren, damit die Theaterpassage wieder eine attraktive Geschäftsfläche wird. Ist er dazu nicht bereit, sollte er das Objekt aus dem Fonds herausnehmen und verkaufen, sodass jemand für unsere Stadt Verantwortung übernehmen kann.“

Eigentümer der Theaterpassage will kein „Spekulant“ sein

Thomas Rücker, Pressesprecher des Immobilieneigentümers DIC Asset AG, verwahrt sich gegenüber HASEPOST gegen die Bezeichnung „Spekulant“. Das Unternehmen sei „ein seriöses, börsennotiertes und langfristig handelndes Immobilienunternehmen“.

Neues Konzept womöglich schon zur Jahreswende?

Zur weiteren Zukunft der Theaterpassage macht Rücker Hoffnung auf eine noch unbestimmte Zukunft: „Wir erarbeiten gemeinsam mit unseren Architekten aktuell verschiedene Nutzungsalternativen. Diese werden wir in den kommenden Monaten mit existierenden und möglichen künftigen Nutzern sowie der Lokalpolitik und Verwaltung diskutieren. Danach – wir gehen im Augenblick von der Jahreswende aus – werden wir die dann abgestimmten Konzepte selbstverständlich auch der Osnabrücker Öffentlichkeit präsentieren.“

 

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Redaktion Hasepost

Dieser Artikel entstand innerhalb der Redaktion und ist deshalb keinem Redakteur direkt zuzuordnen. Sofern externes Material genutzt wurde (bspw. aus Pressemeldungen oder von Dritten), finden Sie eine Quellenangabe unterhalb des Artikels.

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