Washington feiert mit Feuerwerk und Trumps Rede – doch Hitze und Spaltung trüben das Jubiläum.
Zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung der USA am 4. Juli 2026 finden in Washington und anderen Städten große Feierlichkeiten statt. Im Mittelpunkt steht ein gewaltiges Feuerwerk über der National Mall, begleitet von einer Rede von US-Präsident Donald Trump, wie die Tagesschau und die Welt berichten. Trump nutzt die Veranstaltung, um seine Vision von nationaler Stärke und Patriotismus zu betonen und warnt in seiner Ansprache vor einer angeblichen kommunistischen Bedrohung, wie die Welt und Euronews melden. Bereits am Vortag hatte er am Mount Rushmore ähnliche Aussagen getätigt und die Kommunisten als „größte Bedrohung für das Land“ bezeichnet. Seine Rede am National Mall soll besonders lang ausfallen, obwohl Temperaturen von über 40 Grad erwartet werden, wie die Tagesschau und Euronews berichten. Sonnenschutz gibt es auf dem Gelände nicht, was die Situation für die Besucher zusätzlich erschwert.
Hitzewelle zwingt zu Absagen und Stromengpässen
Die extremen Temperaturen haben bereits zu Abschagen geführt. Die geplante Parade in Washington wurde gestrichen, nachdem mehrere Menschen aufgrund der Hitze kollabiert waren, wie die Tagesschau berichtet. Auch in Philadelphia und anderen Städten fielen Paraden und Feuerwerke aus. Zudem belastet die Hitzewelle die Stromnetze: In New York waren zeitweise rund 17.000 Haushalte ohne Strom, und der Netzbetreiber PJM rief Kunden zur Verbrauchsreduzierung auf, um Überlastungen zu vermeiden. In Washington musste die „Great American State Fair“ auf der National Mall vorübergehend geschlossen werden, wie die Tagesschau und Euronews bestätigen.
Patriotismus vs. Demokratie: Erbe von 1776 umkämpft
Neben den klimatischen Herausforderungen prägt die politische Polarisierung die Feierlichkeiten. Während Trump seine Anhänger mit patriotischen Appellen mobilisiert, organisieren Bürgerrechtsgruppen und Trump-Kritiker unter dem Motto „No Kings“ Gegenkundgebungen. Sie betonen, die Unabhängigkeitserklärung sei ein Aufstand gegen monarchische Herrschaft gewesen und mahnte heute zur Verteidigung demokratischer Institutionen, wie die Tagesschau berichtet. Beide Lager beanspruchen damit das Erbe von 1776 für sich, allerdings mit gegensätzlichen Schlussfolgerungen.
Reflecting Pool verfärbt sich: Symbol für Inszenierung
Die Feiern werden zudem von technischen Problemen überschattet. Der renovierte Reflecting Pool, ein Symbol für historische Momente wie Martin Luther Kings „I Have a Dream“-Rede, verfärbte sich kurz vor den Feiern durch Algenbefall grün, wie die Tagesschau schreibt. Reinigungstrupps mussten eingreifen, doch die Hitze fördert das Algenwachstum weiter. Für viele Beobachter steht der Pool damit sinnbildlich für die Inszenierung der Feiern: viel Aufwand, wenig gemeinsame nationale Erzählung.
Feiern trotz Krisen – Waldbrände trüben Stimmung
Trotz der Herausforderungen finden in anderen Teilen der USA traditionelle Feiern statt. In New York gab es ein Feuerwerk über dem Navy Pier, in Chicago ein Konzert mit Auftritten von The Smashing Pumpkins und Chris Stapleton, wie Euronews berichtet. Bristol in Rhode Island feiert als Ort der ältesten Unabhängigkeitsfeiern der Nation, die bis 1785 zurückreichen. In Los Angeles trat unter anderem Chaka Khan auf. Doch die Waldbrände im Westen der USA, insbesondere in Colorado und Utah, trüben die Stimmung zusätzlich.
