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Startseite Deutschland & die Welt2024 Rekordhoch bei Ermittlungen zu Menschenhandel und Ausbeutung
Deutschland & die Welt

2024 Rekordhoch bei Ermittlungen zu Menschenhandel und Ausbeutung

von mit Material von dts Nachrichtenagentur, bearbeitet 28. August 2025
von mit Material von dts Nachrichtenagentur, bearbeitet 28. August 2025
Bundeskriminalamt / Foto: dts
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In Deutschland ist die Zahl der Ermittlungsverfahren wegen Menschenhandel und Ausbeutung 2024 auf einen neuen Höchststand gestiegen, wie das Bundeskriminalamt am Donnerstag mitteilte. Insgesamt wurden 576 Verfahren abgeschlossen – gut 13 Prozent mehr als im Vorjahr und so viele wie noch nie seit Beginn der Erfassung im Jahr 2000. Ein Schwerpunkt liegt bei der sexuellen Ausbeutung mit 364 Fällen, dem höchsten Wert innerhalb der vergangenen zehn Jahre.

Rekordzahl abgeschlossener Ermittlungsverfahren

Nach Angaben des Bundeskriminalamts verzeichnen die Ermittlungsbehörden 2024 insgesamt 576 abgeschlossene Verfahren im Bereich Menschenhandel und Ausbeutung. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr beträgt gut 13 Prozent. Menschenhandel und Ausbeutung sind überwiegend der Kontrollkriminalität zuzurechnen. Ein wesentlicher Teil der Ermittlungen wird durch polizeiliche Aktivitäten, meist Kontrollen, eingeleitet. Viele Opfer nehmen aus Angst oder Unkenntnis der Rechtslage keinen Kontakt zu Behörden auf. Entsprechend hoch bleibt das Dunkelfeld, so das BKA.

Sexuelle Ausbeutung: Verlagerung in private Wohnungen

Einen Schwerpunkt bei den abgeschlossenen Verfahren verzeichnet das Bundeskriminalamt im Bereich der sexuellen Ausbeutung. Mit 364 Fällen wurde ein neuer Höchststand innerhalb der letzten zehn Jahre erreicht. Auffällig ist, dass diese Form der Ausbeutung zunehmend in privaten Wohnungen stattfindet – einem Bereich, der schwer zu kontrollieren ist und auf ein besonders hohes Dunkelfeld schließen lässt. Die Folgen für die Opfer sind dabei oft schwerwiegend.

Opfer und Tatverdächtige sexueller Ausbeutung stammen häufig aus dem europäischen Ausland. Ein starker Anstieg ist überdies insbesondere bei chinesischen und kolumbianischen Opfern zu verzeichnen. Viele Opfer sind Frauen und junge Menschen, nicht selten auch Minderjährige.

Die Kontaktanbahnung über das Internet spielt weiterhin eine große Rolle, ebenso wie emotionale Abhängigkeiten, etwa durch die sogenannte „Loverboy-Methode“. Bei den meisten Fällen dieses Modus Operandi bringt ein männlicher Täter sein jüngeres weibliches Opfer unter Vorspiegelung einer Liebesbeziehung zunächst in ein emotionales Abhängigkeitsverhältnis, um es später an die Prostitution heranzuführen und finanziell auszubeuten. Dabei spielt zunehmend psychische und physische Gewalt eine Rolle.

Besonders schutzbedürftig sind Minderjährige. In über 200 Verfahren wurden Kinder und Jugendliche als Opfer von Ausbeutung registriert. Davon entfallen 195 Verfahren auf kommerzielle sexuelle Ausbeutung. Ein Grund für die auch hier steigenden Zahlen ist unter anderem, dass verschiedene Online-Portale zu wenige Schutzmechanismen aufweisen, wodurch die Ausbeutung Minderjähriger mit dem Tatmittel Internet begünstigt wird. In zwei Fällen wurden Kinder im Internet zum Kauf angeboten.

Arbeitsausbeutung und internationale Bezüge

Auch im Bereich der Arbeitsausbeutung wurde ein neuer Höchststand der abgeschlossenen Ermittlungsverfahren erreicht. Die Verfahren betreffen häufig Zeitarbeitsfirmen und hier vor allem Menschen aus Osteuropa und Südostasien. Rund ein Drittel der Verfahren im Bereich Arbeitsausbeutung wurde von der beim Zoll angesiedelten Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) initiiert.

Tatverdächtige aus dem Bereich des Menschenhandels und der Ausbeutung gehören teilweise Gruppierungen der organisierten Kriminalität an und agieren überwiegend international. Dies zeigt sich nicht zuletzt an einer gestiegenen Anzahl von Opfern aus Drittstaaten, so das Bundeskriminalamt.

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mit Material von dts Nachrichtenagentur, bearbeitet

Dieser Artikel wurde mit Material der Nachrichtenagentur dts erstellt, kann jedoch durch unsere Redaktion ergänzt oder aktualisiert worden sein.

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