Bundestag beschließt Tabaksteuerreform – Preise steigen ab 2027
Deutschlands Raucher müssen sich auf spürbar höhere Preise für Zigaretten und andere Tabakprodukte einstellen. Der Finanzausschuss des Bundestags hat am Mittwoch die Reform der Tabaksteuer beschlossen, wie die FAZ und der Westen berichten. Am Donnerstag soll das Parlament der Vorlage zustimmen, ein Einspruch des Bundesrats gilt als unwahrscheinlich. Ab 2027 steigen die Steuern schrittweise, sodass eine Packung Zigaretten bis 2030 rund vier Euro mehr kosten könnte als heute.
Zigarettenpreise steigen bis 2030 auf 14 Euro
Der durchschnittliche Preis liegt aktuell bei etwa 8,05 Euro, 2030 werden rund 11,80 Euro erwartet, wie der Westen und t-online übereinstimmend melden. Markenzigaretten könnten dann sogar bis zu 14 Euro kosten. Besonders betroffen sind auch Nutzer von Feinschnitt, dessen Preisvorteil gegenüber Fertigzigaretten deutlich schrumpft. Eine 30-Gramm-Packung Feinschnitt, die aktuell sechs bis acht Euro kostet, könnte bis 2030 auf über 12 Euro steigen, wie t-online und die Süddeutsche Zeitung berichten.
Tabaksteuer bringt Milliarden Mehreinnahmen bis 2030
Die Bundesregierung begründet die Reform mit der Haushaltskonsolidierung und dem Schutz der öffentlichen Gesundheit. Allein im vergangenen Jahr nahm der Fiskus 17,6 Milliarden Euro an Tabaksteuern ein. Bis 2030 rechnet das Finanzministerium mit zusätzlichen Mehreinnahmen von 4,5 Milliarden Euro, wie die FAZ und der Westen schreiben. Die Tabaklobby warnt jedoch vor den Folgen.
Experten warnen vor Schwarzmarkt durch Steuererhöhung
Michael von Foerster vom Verband der deutschen Rauchtabakindustrie befürchtet, dass viele Raucher auf illegale Produkte ausweichen könnten, wie t-online und die Süddeutsche zitieren. Jan Mücke vom Bundesverband der Tabakwirtschaft hält die prognostizierten Mehreinnahmen für unrealistisch und verweist auf mögliche Schwarzmarkt-Effekte, wie der Westen und die FAZ berichten. Krebsforscher wie Katrin Schaller vom Deutschen Krebsforschungszentrum begrüßen die Steuererhöhung hingegen als wirksames Mittel, um den Tabakkonsum zu reduzieren. Politisch gibt es gemischte Reaktionen: Während die Grünen die Reform als richtig, aber zu schwach bewerten, kritisiert die Linke die Belastung für Geringverdiener, wie der Westen und t-online berichten.