Die deutsche Getränkeindustrie hat im vergangenen Jahr weniger zuckerhaltige Getränke und mehr kalorienreduzierte Light-Getränke sowie Mineralwasser produziert als im Jahr zuvor.
Im Jahr 2025 wurden 7,42 Milliarden Liter zuckerhaltige Cola, Limonaden und andere Erfrischungsgetränke hergestellt, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Dienstag mitteilte. Das waren 4,1 Prozent weniger als 2024 mit knapp 7,74 Milliarden Litern. Umgerechnet auf die Bevölkerungszahl entsprach die Produktionsmenge 2025 rund 89 Litern pro Kopf, 2024 waren es knapp 93 Liter pro Kopf.
Produktion sinkt bei zuckerhaltigen Getränken
Zugleich ist die Produktion von brennwertverminderten Light-Erfrischungsgetränken weiter gestiegen. 2025 wurden 1,61 Milliarden Liter brennwertverminderte Cola und Limonaden hergestellt, das waren 5,1 Prozent mehr als 2024 mit 1,53 Milliarden Litern. Rein rechnerisch wurden 2025 gut 19 Liter Light-Getränke pro Kopf produziert, 2024 waren es gut 18 Liter pro Kopf. Insgesamt übersteigt das Produktionsvolumen zuckerhaltiger Getränke jedoch das von Light-Produkten immer noch deutlich.
Noch vor den zuckerhaltigen und Light-Erfrischungsgetränken kommt Mineralwasser: 2025 wurden hierzulande knapp 13,07 Milliarden Liter Mineral-, Tafel- und Heilwasser produziert – ein Plus von 2,7 Prozent gegenüber dem Jahr 2024 (12,72 Milliarden Liter). Die Produktionsmenge pro Kopf lag 2025 bei knapp 157 Litern Wasser, 2024 waren es gut 152 Liter pro Kopf.
Gesundheitliche Folgen des Zuckerkonsums
Hoher Zuckerkonsum wirkt sich auf die Gesundheit aus und erhöht das Risiko für Adipositas, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) lebten 2024 in Deutschland knapp ein Viertel (24,5 Prozent) der Erwachsenen und 9,6 Prozent der Kinder und Jugendlichen von fünf bis 19 Jahren mit Adipositas. Weltweit waren es 16,4 Prozent der Erwachsenen und 8,2 Prozent der Kinder und Jugendlichen. Die Häufigkeit von Adipositas bei Erwachsenen hat sich weltweit zwischen 1994 und 2024 mehr als verdoppelt, bei Kindern und Jugendlichen sogar mehr als verdreifacht.
Der Anteil übergewichtiger Menschen an der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland ist laut WHO seit 2006 weitgehend konstant und lag 2024 bei 60,6 Prozent. Im Jahr 1994 – also 30 Jahre zuvor – lag der Anteil noch bei 54,0 Prozent. Bei Kindern und Jugendlichen lag der Anteil derer, die übergewichtig waren, 2024 bei einem Viertel (25,1 Prozent). Deutschland liegt somit über dem globalen Durchschnitt. Laut WHO gelten weltweit 45,2 Prozent der Erwachsenen und 19,8 Prozent der Kinder und Jugendlichen als übergewichtig.
Um den hohen Zuckerkonsum zu begrenzen, gab es 2024 nach Angaben der WHO in 116 Staaten eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke. Laut WHO gilt eine derartige Steuer zum Beispiel in Frankreich, Polen, dem Vereinigten Königreich, Saudi-Arabien, Brasilien, Indien und Südafrika.