Die deutsche Chemieindustrie verzeichnet im Oktober 2026 einen deutlichen Rückgang des Geschäftsklimas. Laut Ifo-Institut verschlechterten sich sowohl die aktuelle Lagebewertung als auch die Erwartungen der Unternehmen. Dennoch stiegen Nachfrage und Kapazitätsauslastung leicht an.
Indizes fallen auf Tiefstwerte
Das Geschäftsklima in der deutschen Chemieindustrie hat sich im Oktober 2026 deutlich verschlechtert. Der entsprechende Index des Ifo-Instituts sank auf -5,9 Punkte, nach einem Wert von +3,0 im September. Die Unternehmen bewerteten ihre aktuelle Geschäftslage mit 2,4 Punkten deutlich weniger positiv als noch im Vormonat (7,5 Punkte). Besonders stark fielen die Geschäftserwartungen, die auf -13,8 Punkte zurückgingen – im September lagen sie bei -1,5 Punkten.
Ifo-Branchenexpertin Anna Wolf sagte: “”Umstrukturierungen und Standortschließungen in der Chemie bereiten den Unternehmen Sorgen”.”.
Nachfrage steigt, aber Personalabbau geplant
Trotz der negativen Stimmung gibt es auch positive Signale: Die Nachfrage nach Chemieprodukten nahm im Oktober gegenüber dem Vormonat zu, und die Neuaufträge stiegen an. Die Unternehmen planen, ihre Produktion auszuweiten und die Preise weiter zu erhöhen. Die Kapazitätsauslastung verbesserte sich im dritten Quartal auf 76,6 Prozent, nach 73,4 Prozent im Vorquartal.
Die Aufträge kamen vor allem aus dem inländischen Verarbeitenden Gewerbe, während das Auslandsgeschäft schwächer ausfiel. Obwohl die Ertragslage weniger negativ bewertet wird als in der ersten Jahreshälfte, sehen sich die Unternehmen zu weiteren Umstrukturierungen gezwungen. Wolf erklärte: ""An der grundlegend angespannten Wettbewerbssituation im Inland als auch gegenüber dem Ausland hat sich wenig geändert".".