Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) verlangt von Russland Antworten auf offene Fragen nach dem Tod einer Mitarbeiterin eines Anti-Pest-Instituts in Irkutsk. Der Vorfall wirft internationale Sicherheitsfragen auf, während deutsche Experten derzeit keine akute Gefahr für Europa sehen.
Todesfall und ungekärte Ursache
In Irkutsk starb am 2. Oktober eine 28-jährige Mitarbeiterin eines Anti-Pest-Instituts. "Die Welt hat Fragen, darauf schuldet Russland Antworten", sagte Wadephul der "Bild-Zeitung".
Russische Medien berichteten, zuvor sei aus ungeklärter Ursache ein Reagenzglas mit dem Erreger der Lungenpest zerbrochen. Der Vorfall soll sich am 25. September ereignet haben. Zudem gibt es einen weiteren Verdachtsfall im Institut. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat weitere Informationen angefordert.
Deutsche Einschätzung und mögliche Maßnahmen
Deutsche Experten sehen derzeit keine unmittelbare Gefahr für Deutschland. "Für Europa und Deutschland sehe ich derzeit keine unmittelbare Gefahr", sagte Roman Wölfel, Leiter des Instituts für Mikrobiologie der Bundeswehr in München, der „Bild-Zeitung“.
Wadephul schloss Reisebeschränkungen nicht aus. "Wir können und werden kein Risiko eingehen", so der CDU-Politiker. Die Lungenpest verbreite sich vor allem bei engem Kontakt, nicht so leicht wie das Coronavirus oder Masern.