Betriebsversammlung in Hannover – Aufsichtsrat soll über Zukunft entscheiden
In Hannover endet am Montag die vorerst letzte außerordentliche Betriebsversammlung bei Volkswagen, bevor der Konzern möglicherweise neue Beschlüsse zum Sparkurs fasst. Finanzvorstand Arno Antlitz stellt sich dort den Fragen der Beschäftigten des Nutzfahrzeug-Werks. Im Mittelpunkt stehen Kosten, Wettbewerbsfähigkeit und die Perspektiven für Standorte und Arbeitsplätze bis 2030, wie das Wochenblatt-Reporter berichtet. Volkswagen zählt mit Marken wie Porsche und Audi zu den größten Arbeitgebern Deutschlands, doch der Druck auf den Konzern wächst. Konzernchef Oliver Blume hält den bereits laufenden Abbau von 50.000 Stellen bis 2030 für nicht ausreichend und arbeitet an einem „Zielbild 2030“.
Werksschließungen drohen in vier deutschen Standorten
Besonders betroffen sind Standorte wie Emden, Zwickau, Neckarsulm und Hannover, für die Blume noch keine „wettbewerbsfähige Belegung“ für die 2030er Jahre sieht. Werksschließungen bezeichnet er als letzte Option, die er vermeiden wolle. Die Zahl von 50.000 weiteren Arbeitsplätzen sei laut Blume keine feste Zielgröße, sondern eine theoretische Rechengröße, die sich aus den Kosten ableite. IT Boltwise berichtet, dass der Aufsichtsrat den Plan im Juli zunächst abgelehnt habe.
Jedes vierte Management-Posten soll gestrichen werden
Blume betont, dass der Sparkurs notwendig sei, um Komplexität zu reduzieren und Kosten zu senken. Besonders betroffen seien Konzernstellen, zentrale Funktionen, Entwicklung und Vertrieb. Auch im Management soll ein Viertel der Stellen abgebaut werden. Die IG Metall macht das Management für die aktuelle Lage mitverantwortlich und plant für den 21.
Deutsche Autoindustrie verliert seit 2005 am meisten Jobs
September einen bundesweiten Aktionstag an Auto-Standorten. Blume verweist auf hohe Kosten, US-Zölle, den Einbruch des chinesischen Marktes, geopolitische Konflikte und starke Regulierung als Gründe für den Sparkurs. Andere Hersteller wie Mercedes-Benz, BMW, Bosch und ZF haben ebenfalls Stellenabbau angekündigt. Zum Ende des ersten Halbjahres 2026 waren in der deutschen Autoindustrie noch 691.500 Menschen beschäftigt – so wenige wie seit 2005 nicht mehr.