Volkswagen passt seine Ziele für den chinesischen Markt deutlich nach unten an. Der Konzern erwartet bis 2030 nur noch 2,2 Millionen verkaufte Fahrzeuge jährlich – eine Million weniger als noch im Frühjahr geplant. Gleichzeitig setzt VW verstärkt auf Exporte aus China, um die sinkende Nachfrage im Land auszugleichen.
Prognose deutlich reduziert
Volkswagen geht von einem dauerhaften Rückgang seines China-Geschäfts aus. VW-Chinachef Ralf Brandstätter sagte dem Handelsblatt: “Der Gesamtmarkt in China ist im freien Fall”. Bis 2030 rechnet der Konzern nur noch mit rund 2,2 Millionen verkauften Fahrzeugen pro Jahr. Noch im Frühjahr hatte Brandstätter 3,2 Millionen Einheiten als Ziel genannt. In Spitzenzeiten hatte Volkswagen in China mehr als vier Millionen Autos jährlich abgesetzt.
Grund für die Anpassung ist die gesunkene Nachfrage. In den ersten neun Monaten des Jahres 2026 brachen die Auslieferungen um 30 Prozent auf unter 1,4 Millionen Fahrzeuge ein. Brandstätter erklärte: "China ist keine Wachstumsmaschine mehr. Darauf stellen wir uns ein". Damit könnte Volkswagen Ende des Jahres erstmals seit 2010 unter die Marke von zwei Millionen verkauften Autos rutschen.
Export als Ausgleichsstrategie
Um die sinkenden Verkaufszahlen in China auszugleichen, setzt Volkswagen verstärkt auf Exporte. Brandstätter betonte: "Der Export wird in jedem Fall immer wichtiger, auch für uns". Ein konkretes neues Exportziel nannte er jedoch nicht. Neben Fahrzeugen soll auch Technologie aus China in andere Regionen geliefert werden. Dazu gehören Plattformen, Elektronikarchitekturen und Software. Brandstätter sagte: "So verteilen sich die Entwicklungskosten auf größere Fahrzeugvolumina".